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Putins Pläne in der Arktis: Verlassener Flughafen wieder in Betrieb

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Von: Stefan Ruhl

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Packeis in der Arktis.
Russland reaktiviert einen verlassenen Flughafen in der Arktis. © JOHN SONNTAG/IMAGO

Mitten im Ukraine-Krieg baut Russland einen seit langem geschlossenen militärischen Flughafen in der Arktis wieder auf. Weitere Objekte sollen folgen.

Murmansk – Russland hat damit begonnen, den seit 1998 geschlossenen Militärflughafen Seweromorsk-2 auf einer seiner nördlichsten Halbinsel im Bereich der europäischen Arktis bei Murmansk wieder aufzubauen. Der Wiederaufbau der Anlage ist Teil eines Modernisierungsplans für militärische Infrastruktur, den Präsident Wladimir Putin angeordnet hatte. Die Pläne gibt es schon länger und sollen Russland eine Machtstellung in der Arktis sichern. Die Umsetzung könnte jedoch mit dem Ukraine-Krieg zusammenhängen.

Laut dem Kommandeur der russischen Nordflotte, Admiral Alexander Moissejew, gehöre er zu den russischen Militärflugplätzen in der Arktis, die bis 2030 rekonstruiert und wiedereröffnet werden sollen.

„Die Entwicklung und der Bau des Landebahnnetzes in der Arktis geht weiter. Der Netzwerkentwicklungsplan bis 2030 umfasst den Bau von zwei Landebahnen in Nagurskoje und Temp sowie den Wiederaufbau von sieben Landebahnen in Seweromorsk-1, Seweromorsk-2, Seweromorsk-3, Rogachevo, Talagi und Kipleovo“

Admiral Moiseyev in der russischen staatlichen Nachrichtenagentur TASS.

Russlands Pläne in der Arktis: Wiederaufbau für neues Militärgerät

Die ehemalige Wasserflugzeuganlage in Safonovo südlich von Seweromorsk in der Kola-Bucht werde ebenfalls wieder aufgebaut, sagte Moiseyev.

Es wurden keine Angaben darüber gemacht, welche Flugzeuge möglicherweise auf dem wiederbelebten Flughafen Severomorsk-2 basieren könnten. Das Upgrade der Landebahn könnte eine Vorbereitung für fortschrittlichere unbemannte Drohnen (UAVs) sein, von denen Russland sagte, dass sie eine wichtige Rolle in zukünftigen Militärplänen spielen werden. Ziel sei es, bei einem Wettrüsten mit dem Westen, welches mit dem Ukraine-Krieg begonnen hat, immer einen Schritt voraus zu sein und strategische Orte zu sichern.

Militärflughafen Severomorsk-2 bei Murmansk

Der ehemalige Militärflughafen auf der Halb-Insel Kola ist eines der nördlichsten militärischen Einrichtungen in Russland und er liegt auf dem europäischen Teil der Arktis. Der Flughafen wurde vor 25 Jahren geschlossen und galt seitdem als verlassen. In Zeiten der Sowjetunion war es einer der wichtigsten Stützpunkte zur Kontrolle über das europäische arktische Gebiet. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde der Flughafen ausgemustert. Die meisten Einrichtungen und die Ausrüstung von Severomorsk-2 auf den Rollbahnen wurde geplündert. Lediglich die Lande- und Startbahn ist noch intakt, weist jedoch starke Schäden auf. Der Verlauf des Ukraine-Kriegs und ein mögliches neues Wettrüsten macht den Flughafen wieder strategisch wertvoll.

Russlands Pläne in der Arktis: Das sind die aktuellen Stützpunkte der Nordmeerflotte

Die Nordflotte hat zwei große Luftwaffenstützpunkte auf der Kola-Halbinsel: Severomorsk-1 und Severomorsk-3.
Der am Rande der Stadt Seweromorsk gelegene Luftwaffenstützpunkt Seweromorsk-1 verfügt über eine 3500 Meter lange Landebahn und beherbergt Seeraumüberwachungsflugzeuge (Il-38) und U-Boot-Abwehrhubschrauber (Ka-27).
Die Severomorsk-3 ist der Luftwaffenstützpunkt für die Kampfflugzeuge der Nordflotte und liegt 28 Kilometer östlich von Murmansk.

Auf der Kola-Halbinsel in Russland gibt es noch zwei weitere Militärflugplätze: Olenya bei Olenogorsk, wo Langstreckenbomber vom Typ Tu-22 stationiert sind, und Monchegorsk, wo Kampfjets stationiert sind. (stru)

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