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„Freaks“ und „Hurensöhne“: Putin-Vertrauter Medwedew reagiert auf US-Video

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Von: Vincent Büssow

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Die USA bekunden Solidarität mit Menschen in Russland, die sich gegen den Ukraine-Krieg einsetzen. Ex-Präsident Dmitri Medwedew spricht von Nazi-Taktiken.

Moskau – Der ehemalige Präsident von Russland, Dmitri Medwedew, hat die Regierung in den USA heftig attackiert und beleidigt. In Reaktion auf ein Video der US-Botschaft beschimpfte er die Verantwortlichen als „erstklassige Freaks“ und „Hurensöhne“. Zudem warf er den Vereinigten Staaten Nazi-Taktiken vor und drohte mit dem Einsatz von Hyperschallraketen.

Das Video, das Auslöser für die Tirade des Vertrauten von Wladimir Putin war, wurde am Mittwoch (4. Januar) auf den Onlinekanälen der US-Botschaft in Moskau veröffentlicht. Es zeigt einen Zusammenschnitt aus historischen Momenten und Persönlichkeiten Russlands, unterlegt mit antreibender Musik. Verschiedene Präsidenten der USA sind bei Treffen mit sowjetischen Politikern wie Gorbatschow und Jelzin zu sehen. Dann wechselt die Stimmung, und es folgen Aufnahmen des Ukraine-Kriegs.

Dmitri Medwedew und Wladimir Putin. Aufnahme vom 26. Dezember 2019.
Der ehemalige Präsident von Russland, Dmitri Medwedew, gilt als Vertrauter von Putin. Er reagierte jetzt heftig auf eine Videobotschaft der USA. (Archivbild) © Yekaterina Shtukina/imago

Medwedew reagiert auf US-Video: „In bester Tradition der Nazis“

„Wir sind der Meinung, dass das, was geschieht, Ihrer nicht würdig ist“, kommentiert die US-Botschaft den 50-sekündigen Clip. Das Ende des Videos legt den Fokus auf Proteste in Russland gegen den Krieg in der Ukraine. „Wir sind solidarisch mit jedem einzelnen von Ihnen, der sich für eine friedliche Zukunft einsetzt“, heißt es dazu. Medwedew sieht darin die „Höhe des Zynismus und des moralischen Verfalls“, wie er am Donnerstag auf seinem Telegram-Kanal schrieb.

Laut dem Ex-Präsidenten von Russland sei die Botschaft reine Heuchelei, da die USA selbst Milliarden von Dollar an die Ukraine liefern. Daraufhin ein solches Video zu veröffentlichen, sei „extremer Zynismus in bester Tradition der Nazis“. „Die Hurensöhne, die solchen Unsinn verbreiten, sind die wahren Erben des Reichspropagandaministers Joseph Goebbels“, schrieb er.

Nach Video der US-Botschaft in Russland: Medwedew droht mit Hyperschallraketen

Medwedew beließ es allerdings nicht bei reiner Beschimpfung. Im selben Telegram-Post drohte er damit, Hyperschallraketen mit einer Reichweite von 1000 Kilometern vor die Küsten der Nato-Länder zu positionieren. Er bezog sich dabei auf ein Kriegsschiff mit entsprechender Bewaffnung, das am Mittwoch von Putin in den Atlantik geschickt wurde, wie Reuters berichtet. „Wir werden mit euch in der Sprache der Macht sprechen“, schrieb er. Eine Reaktion der USA auf die Drohung gab es bislang nicht.

Zuletzt war Dmitri Medwedew mit Prognosen für das neue Jahr aufgefallen: Er sprach unter anderem vom Ende der EU und einem „Vierten Reich“ in Deutschland. (vbu)

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