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Marineübung im Atlantik: Irische Fischer stellen sich Russland in den Weg

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Von: Sandra Kathe

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Wegen einer russischen Militärübung sollen irische Fischer einen Bereich ihrer Fanggebiete im Atlantik meiden.
Wegen einer russischen Militärübung sollen irische Fischer einen Bereich ihrer Fanggebiete im Atlantik meiden. Diese kündigten nun einen „friedlichen Protest“ an. (Symbolfoto) © Artur Widak/imago-images.de

In der irischen Wirtschaftszone im Atlantik, südwestlich von Irland, will Russland eine Militärübung durchführen. Irlands Fischer planen einen Protest.

Dublin - Weil Russland für Anfang Februar eine fünftägige Militärübung im Atlantik südwestlich von Irland plant, wurden einige irische Fischer dazu aufgerufen, ihre üblichen Fanggebiete für den Zeitraum der Übung zu meiden. Doch diese sorgen sich um die Sicherheit des Fischbestands und planen einen „friedlichen Protest“. Das berichtet unter anderem der irische Sender RTÉ.

Das Seegebiet, in dem die Übung stattfinden soll, gehört zur Wirtschaftszone Irlands, das Fanggebiet umfasst große Bestände von Garnelen sowie der Dorschart Blauer Wittling. Während der russische Botschafter in Dublin bei einer Pressekonferenz darauf hinwies, dass Militärübungen in dieser Gegend keine Seltenheit seien, wird die Übung in der aktuellen politischen Konfliktsituation zwischen Russland und der Nato dennoch von vielen Seiten als Drohgebärde Russlands verstanden.

Russland plant Marineübung im Atlantik und warnen irische Fischer vor „leichtsinnigem“ Protest

Zudem sorgen sich die Seeleute, die auf die Fanggebiete angewiesen sind, dass während der Übung die Fischbestände in der Region zu schaden kommen könnten. Fischerverbände und Industrievertreter haben deshalb am Dienstag (25.01.2022) angekündigt, als Maßnahme des „friedlichen Protests“ ihre Arbeit in dem Gebiet nicht zu unterbrechen und damit die russische Militärübung zu stören.

Wie der Geschäftsführer des zuständigen Fischereiverbands Irish South & West Fish Producers, Patrick Murphy, dem Sender RTÉ mitteilte, habe ein russischer Regierungsvertreter die Fischer vor einem Eingriff in die Übung gewarnt und den geplanten Protest als „leichtsinnig“ bezeichnet. Als Reaktion darauf habe Murphys Verband klargestellt, dass man keine Boote in das Gebiet aussende, um die russische Marine anzugreifen: „Wir lassen sie wissen, dass wir in unseren traditionellen Fanggebieten fischen, und wenn das einen Einfluss auf die Übung hat, wäre es als friedlicher Protest zu verstehen“.

Marineübung im Atlantik: Russland wirft Europa „Propagandakampagne“ vor

Laut Informationen des britischen Senders BBC sei die geplante Übung am Montag bei einer Pressekonferenz des russischen Botschafters, Yury Filatov, in Dublin öffentlich angekündigt worden. Beteiligt seien drei bis vier Schiffe, ob geschossen werde oder U-Boote beteiligt seien, wisse er nicht. Er betonte dennoch, die geplante Übung wäre „in keiner Art eine Bedrohung gegenüber Irland oder irgendjemand anderem“. Man hätte den diplomatischen Vertreter:innen Irlands „umfassend erklärt“, dass es keine Gründe gebe, „beunruhigt, besorgt oder verärgert“ zu sein.

Die Tatsache, dass man überhaupt über die Übung diskutiere und in den Medien berichte bezeichnete der Botschafter als „Propagandakampagne“ aufgrund einer angeblichen Bedrohung die im Rahmen des Ukraine-Konflikts von Russland auf Europa ausgehe. Der irische Vize-Regierungschef, Leo Varadkar, betonte daraufhin gegenüber RTÉ: „Das russische Militär darf diese Übungen in unserer Wirtschaftszone nach geltendem Recht durchführen, aber sie sind in unseren Gewässern nicht willkommen. Und das haben wir auch den zuständigen Behörden mitgeteilt.“ (ska)

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