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„Tsunami illegaler Aktivitäten“: Russlands Geheimdienste kooperieren mit Mafia

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Von: Tim Vincent Dicke

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Polizei in NRW
Im Zuge des Ukraine-Kriegs arbeitet Russland verstärkt mit der organisierten Kriminalität zusammen. (Symbolbild) © Roland Weihrauch/dpa

Sicherheitsbehörden sind alarmiert. Um die Kasse für den Ukraine-Krieg zu füllen, arbeitet Russland mit der organisierten Kriminalität zusammen.

Moskau – Dass der russische Geheimdienst mit der organisierten Kriminalität zusammenarbeitet, ist seit Jahrzehnten bekannt. Doch der Ukraine-Krieg hat diese unheilvolle Kooperation neuen Erkenntnissen zufolge deutlich intensiviert – mit spürbaren Auswirkungen für Europa.

Wie Vice berichtet, weiten illegale Banden unterstützt vom russischen Nachrichtendienstapparat ihre Aktivitäten aus, um Gelder für die Staatsfinanzen von Wladimir Putin zu erwirtschaften. Das sagten hochrangige Beamte aus Geheimdienst und Strafverfolgung gegenüber dem US-Magazin. Seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine am 24. Februar ist Russland massiven westlichen Sanktionen ausgesetzt.

Auffällig sei der Anstieg des Handels mit illegalen Zigaretten. Auch Russlands engster Verbündeter, das von Machthaber Alexander Lukaschenko autoritär regierte Belarus, unterstützt laut den Sicherheitskreisen den Tabakschmuggel. „Seit den Sanktionen gegen die Ukraine haben wir eine noch offenere Unterstützung dieser Operationen durch staatliche Einrichtungen sowohl in Belarus als auch in Russland festgestellt. Früher hat die Mafia die Regierungen für ihren Schutz bezahlt, jetzt scheint es ein Weg zu sein, Bargeld einzusammeln, um die durch die Sanktionen verlorenen Einnahmen zu ersetzen“, sagte ein belgischer Bundespolizist gegenüber Vice.

Russland und die Mafia: „Tsunami illegaler Aktivitäten“

Ende Mai hatten Spezialkräfte dem Bericht zufolge zwei illegale Zigarettenfabriken in Litauen gestürmt, die von Kriminellen mit Verbindungen nach Russland betrieben worden war. Zunächst waren die Behörden davon überzeugt, dass es sich um ein herkömmliches Unterfangen der organisierten Kriminalität handelte, doch dem Belgier zufolge gehen die westlichen Nachrichtendienste davon aus, dass russische Agent:innen in Moskau dahinter stecken.

Offenbar entscheiden sich die Vorgehensweisen von Kriminellen und russischen sowie belarussischen Geheimdiensten kaum noch. „Wir haben einen enormen Anstieg der Operationen erlebt, die sowohl darauf abzielen, Geld für Regierungsgeschäfte zu verdienen als auch Westeuropa zu destabilisieren. Nichts davon ist neu, aber das Ausmaß entwickelt sich zu einem Tsunami illegaler Aktivitäten, die von staatlichen Akteuren – auch bekannt als Putins Agenten – unterstützt werden“, sagte ein Nato-Geheimdienstler, der anonym bleiben wollte, dem US-Medium. (tvd)

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