1. Startseite
  2. Politik

Russland bestellt für Ukraine-Krieg hunderte Drohnen im Iran

Erstellt:

Von: Sebastian Richter

Kommentare

Aus Diplomatenkreisen der UN heißt es, der Iran schicke weitere Drohnen an Russland. Die mutmaßliche Gegenleistung aus Russland könnte die ganze Region gefährden.

Frankfurt – Russland geht im Ukraine-Krieg das Material aus. Um neue Waffen bemüht sich das Land nun im Mittleren Osten, genauer im Iran. Dort soll Russland erneut hunderte Drohnen und ballistische Raketen bestellt haben. „Wir wissen, dass der Iran plant, seine Lieferungen von unbemannten Flugkörpern und Raketen an Russland in erheblichen Mengen zu erhöhen“, heißt es aus Kreisen der Vereinten Nationen in New York. „Ich glaube nicht, dass sie schon versandt wurden, aber sie stehen eindeutig in den Auftragsbüchern“, so Diplomaten gegenüber der dpa.

Bereits im Sommer hatte der Iran Drohnen an Russland verschickt. Die Waffen eignen sich unter anderem für Angriffe auf militärische Objekte wie Radaranlagen und Artillerie. Mit großer Geschwindigkeit stürzen die Drohnen auf ihr Ziel hinab und richten große Schäden an. Russland flog bereits mehrfach Angriffe auf Ziele in der Ukraine mit iranischen Kamikaze-Drohnen vom Typ Schahed 136. Die EU verhängte daraufhin weitere Sanktionen gegen den ohne hin schon schwer sanktionierten Iran. Eine Resolution des UN-Sicherheitsrates verbietet dem Iran seit 2015 derartige Waffengeschäfte.

Ebrahim Raisi, Präsident des Iran, und Wladimir Putin, Präsident von Russland, im Saadabad-Palast bei einem Gipfeltreffen im Sommer 2022.
Ebrahim Raisi, Präsident des Iran, und Wladimir Putin, Präsident von Russland, im Saadabad-Palast bei einem Gipfeltreffen im Sommer 2022. © dpa/Iranian Presidency

Ukraine-Krieg: Russlands Drohnengeschäfte mit dem Iran

Was hat nun der Iran davon, die Drohnen nach Russland auszuliefern? Der Einschätzung aus Diplomatenkreisen zufolge dürfte es weniger um Geld gehen, als vielmehr um militärische Hilfe: „Es wird wahrscheinlich eine deutlich vertiefte Verteidigungszusammenarbeit geben - mit massiven Auswirkungen auf die Sicherheit der Region.“

Unklar bleibt, wie diese Zusammenarbeit genau aussehen könnte. Eine Vermutung kommt vom ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj. Er glaubt, dass die Atommacht Russland im Gegenzug zu den Drohnenlieferungen beim Atomprogramm des Iran helfen könnte. Der Iran rüstete zuletzt nuklear weiter auf.

Ukraine-News: Russland und Iran bestreiten Drohnenlieferungen

Schon seit langem arbeiten der Iran und Russland militärisch zusammen. Dass der Iran allerdings Drohnen an Russland geliefert habe, bestreiten die Führungen in Moskau und Teheran. Dennoch: Auch russische Militärexperten meinten im Staatsfernsehen, dass Russland in der Ukraine unbemannte Flugzeuge iranischer Bauart einsetze. Am Boden entdeckte Trümmerteile deuten ebenfalls darauf hin.

Aktuell werden die Drohnen aus dem Iran im Krieg nicht eingesetzt, wie das ukrainische Militär berichtet. Grund dafür könnte sein, dass die Shahed-Kamikaze-Drohnen aus nicht frostbeständigen Materialien bestehen – und somit im Winter unbrauchbar seien. Gleichzeitig gibt es Kritik aus dem Iran, Drohnen für den Krieg in der Ukraine zu liefern. (spr/dpa)

Auch interessant

Kommentare