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Russland greift auf Raketen aus der Sowjetzeit zurück

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Von: Marvin Ziegele

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Eine russische Rakete in Kramatorsk.
Eine russische Rakete in Kramatorsk. © GENYA SAVILOV/AFP

Während des Ukraine-Kriegs soll Russland Kriegsgerät aus der Sowjetunion einsetzen. 

Moskau – Russland setzt auf Vergangenes. Einem Bericht des Nachrichtenportals iNews zufolge sollen die russischen Streitkräfte angewiesen worden sein, veraltete Waffen gegen Ziele in der Ukraine einzusetzen. In Mykolaiv, einer Stadt in der Südukraine, wurden am vergangenen Wochenende sechs Angriffe auf russische S-300-Raketen zurückgeführt, eine vor etwa 40 Jahren eingeführte Flugabwehrmunition mit einer Reichweite von 120 Kilometern.

Auch Kh-32-Raketen sollen im Konflikt zum Einsatz kommen. Diese Raketen sollen für den Angriff auf das Einkaufszentrum in Krementschuk verantwortlich gewesen sein, bei dem 18 Menschen getötet wurden. Um diese veralteten Waffen auf dem modernen Schlachtfeld einsetzen zu können, hat das russische Militär sie Berichten zufolge mit GPS-Technologie ausgestattet, die es ihnen ermöglicht, Städte und Ortschaften anzusteuern.

Russland greift im Ukraine-Krieg auf Sowjet-Raketen zurück

„Die Sowjetunion hat riesige Munitionsvorräte für die von ihr gewählten Waffensysteme angelegt, und die S-300 wurde durch ein neues, fortschrittlicheres [Boden-Luft-]System ersetzt. Es wird eine Menge S-300-Raketen im russischen Inventar geben“, heißt es in einem westlichen Geheimdienstbericht, der von iNews zitiert wird. „Aus Sicht des Kremls wäre es sinnvoll, die S-300-Raketen mit GPS nachzurüsten und sie in einer anderen Funktion einzusetzen. Aber das Problem ist, dass sie letztlich zweitklassige Präzisionswaffen bleiben und dadurch mehr unschuldige Menschen sterben werden.“

Dieser Bericht würde die derzeit kursierende These stützen, dass die russischen Truppen einen erheblichen Mangel an moderner Waffentechnik haben – auch bedingt durch ihre Verluste im Ukraine-Krieg. Aus Geheimdienstberichten des Vereinigten Königreichs ging hervor, dass die russischen Streitkräfte zunehmend auf sogenannte „Blindgänger“ angewiesen sind, da ihre Vorräte an Lenkwaffen schwinden. Die veraltete Munition, die nicht präzise gelenkt werden kann, hat Berichten zufolge zu einer größeren Zahl ziviler Opfer und Kollateralschäden geführt. (marv)

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