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„Befreiung“ als wichtigstes Ziel: Russischer General überrascht mit Strategiewechsel

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Von: Jana Ballweber

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Was will Putin in der Ukraine erreichen? Laut einem russischen General konzentriert Moskau seine Anstrengungen im Krieg jetzt nur noch auf die Region Donezk.

Moskau – Das oberste Ziel der russischen Truppen im Ukraine-Krieg ist ab sofort die „Befreiung“ von Donezk. Das sagte Generalstabschef Waleri Gerassimow am Donnerstag, 22. Dezember in einem Gespräch mit ausländischen Militärvertreter:innen, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Russland behauptet, die Region Donezk im Osten der Ukraine annektiert zu haben. Dazu ließ Wladimir Putin eine vermeintliche Volksabstimmung über einen Anschluss an Russland in der Region durchführen. Die Ergebnisse der Abstimmung werden international kaum anerkannt, da die Abstimmung völkerrechtlich umstritten ist und es Berichte über Wahlfälschung gab.

Russischer Generalstabschef betont Erfolge seiner Truppen im Ukraine-Krieg

„Die Situation an der Front hat sich stabilisiert und die Hauptanstrengung unserer Truppen konzentriert sich nun auf die vollständige Befreiung des Gebiets der Donezker Volksrepublik“, wird der Generalstabschef zitiert. Der Begriff „Befreiung“ bezieht sich auf die falsche, russische Propaganda-Erzählung eines faschistischen Regimes in der Ukraine, das den russischen Teil der Bevölkerung angeblich unterdrückt.

Ukraine-Krieg
Die russische Armee legt auch immer wieder Ziele in Donezk in Schutt und Asche. © Alexei Alexandrov/AP/dpa

Obwohl er Moskaus Kriegsziele damit deutlich herunterschraubt, betonte Gerassimow in dem Briefing außerdem die angeblichen militärischen Erfolge seiner Truppen. Diese hätten mehr als 1300 kritische Ziele getroffen und damit die Kampfstärke der ukrainischen Armee signifikant gesenkt. Die Angriffe hätten auch erfolgreich auf Transport- und Energieinfrastruktur „tief im ukrainischen Territorium“ gezielt.

Engere militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und China angesichts des Krieges in der Ukraine

Der Generalstabschef rechtfertigt gegenüber den ausländischen Vertreter:innen außerdem Russlands enge Zusammenarbeit mit China im Bereich des Militärischen. Die beiden Staaten führen vor der Küste Chinas derzeit gemeinsame Marineübungen durch. Eine Antwort auf das angeblich aggressive Gebaren der USA im asiatischen Pazifik, so Gerassimow.

Mit den gemeinsamen Übungen wolle man die Einsatzbereitschaft der Truppen beider Länder verbessern, sagte der Generalstabschef. Anfang der Woche war der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew nach China gereist, um mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping über den Krieg in der Ukraine zu sprechen. (Jana Ballweber)

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