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Russland schickt 300 „Spezialkämpfer“ aus Tschetschenien in Ukraine-Krieg

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Von: Nail Akkoyun

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Der Kreml entsendet die Miliz des Tschetschenen-Führers Ramsan Kadyrow an die Front in der Ukraine. Die Mitglieder der Miliz gelten als besonders brutale Kämpfer.

Moskau/Kiew – Der Kreml hat rund 300 tschetschenische Kämpfer in die Ukraine entsandt, „um ihren Brüdern an der Front zu helfen“. Dies teilte der Tschetschenenführer Ramsan Kadyrow – auch „Putins Bluthund“ genannt – auf seinem Telegram-Kanal mit.

Seit Kriegsausbruch hätten seine „Spezialkämpfer“ immer wieder „ihre hohe Kampffähigkeit, Effizienz bei der Erfüllung zugewiesener Aufgaben und einen außergewöhnlichen Siegeswillen bewiesen“. Darüber hinaus hätten seine Truppen einen „unschätzbaren Beitrag zum Kampf gegen den Satanismus in der Ukraine geleistet“.

Tschetschenen im Ukraine-Krieg: Kämpfern wird Brutalität nachgesagt

Die Kämpfer der tschetschenischen Nationalgarde seien vom Flughafen der Stadt Grosny abgeflogen, hieß es weiter. Inzwischen wurde die Meldung auch von der russischen Staatsagentur Tass bestätigt. Wohin genau die Reise für die Soldaten geht, wurde nicht bekannt gegeben. Zuletzt gab es heftige Gefechte rund um die Kleinstadt Bachmut – darüber hinaus kündigte Kiew eine Großoffensive an, die sich „von der Krim bis zum Donbass“ erstrecken soll. Daher lässt sich zumindest annehmen, dass die Tschetschenen im Osten des Landes eingesetzt werden.

Ein tschetschenischer Soldat hält eine russische Flagge während einer Parade anlässlich des 70. Geburtstags von Wladimir Putin auf einem Militärposten in Grosny, der Hauptstadt der Republik. (Archivfoto)
Ein tschetschenischer Soldat hält eine russische Flagge während einer Parade anlässlich des 70. Geburtstags von Wladimir Putin auf einem Militärposten in Grosny, der Hauptstadt der Republik. (Archivfoto) © Yelena Afonina/Imago

Den Kämpfern aus der Kaukasus-Republik wird eine besondere Brutalität nachgesagt. Auch bei Kadyrow handelt es sich um einen Extremisten, der unter anderem schon den Einsatz einer Atomwaffe mit geringer Sprengkraft in der Ukraine vorschlug. Generell müsse Moskau „drastischere Maßnahmen“ ergreifen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte auf einer Medienkonferenz lediglich, dass die Leiter der russischen Regionen „ihren Standpunkt zum Ausdruck“ bringen dürften.

Kadyrow und seine brutale Miliz: Moskau lobt „sehr großen Beitrag“ im Ukraine-Krieg

Weiter betonte Peskow den „sehr großen Beitrag“, den tschetschenische Kämpfer zu den russischen Invasionsbemühungen leisteten – Kadyrow habe persönlich „sehr viel“ in den Krieg im Nachbarland investiert, argumentierten auch russische Staatsmedien. Infolgedessen wurde „Putins Bluthund“ bereits vergangenen September vom US-Finanzministerium sanktioniert.

Das Oberhaupt der autonomen Republik brüstete sich in der Vergangenheit zudem immer wieder damit, aktiv am Ukraine-Krieg teilzunehmen und Seite an Seite mit seinen Soldaten zu kämpfen. Beweise für diese Behauptungen gab es bislang nicht. Zumeist meldet sich Kadyrow per Videobotschaft auf Telegram an das russische Volk – die Aufnahmen stammen für gewöhnlich jedoch aus Zelten oder geschlossenen Räumen. (nak)

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