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Rückeroberung der Krim schon im Dezember? Erste Russen auf der Flucht

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Von: Sandra Kathe

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Zuletzt wurden im Gebiet der Krim russische Rekruten auf den Einsatz in der Ukraine vorbereitet, doch beide Kriegsparteien rechnen wohl mit baldigen Rückeroberungsversuchen.
Zuletzt wurden im Gebiet der Krim russische Rekruten auf den Einsatz in der Ukraine vorbereitet, doch beide Kriegsparteien rechnen wohl mit baldigen Rückeroberungsversuchen. (Archivfoto) © Russian Defence Ministry/imago-images.de

Vor acht Jahren hat Russland die ukrainische Halbinsel Krim annektiert, noch vorm Jahreswechsel will das ukrainische Militär die Region zurückerobern.

Kiew/Sewastopol – Fast neun Monate nach Beginn des Ukraine-Kriegs ist der Kampfgeist der ukrainischen Truppen ungebrochen. Das zeigt sich auch an den großen Zielen, die ein Regierungsvertreter am Wochenende bekannt gegeben hat. So sprach der stellvertretende ukrainische Verteidigungsminister Wolodymyr Havrylov in einem Fernsehinterview mit Sky News von der Möglichkeit, dass die Ukraine bereits im Dezember die Kontrolle über die 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim zurückgewinnen könne. Auch könne der Krieg im Frühling 2023 womöglich bereits beendet sein.

Dass die Worte des stellvertretenden Ministers nicht nur leere Drohungen sein könnten, zeigt sich auch an Berichten, nach denen bereits zahlreiche Russ:innen die Krim in Richtung der russischen Region Krasnodar verlassen sollen. In einem Interview mit Radio NV sagte Emil Ibragimov, Leiter der Organisation Q-Hub, die über die Vorgänge auf der Krim etwa in den Sozialen Medien aufklärt, dass viele der russischen Siedler:innen, die nach der Annexion der Krim gekommen waren, inzwischen geflohen seien.

Annektierte Krim im Ukraine-Krieg: Russischer Gouverneur kündigt Verteidigung an

Dazu kommen auch von russischer Seite Berichte, nach denen das Militär dabei sein soll, die Verteidigung der Krim zu intensivieren. So zitiert das Nachrichtenportal The Moscow Times den russischen Gouverneur der Halbinsel, Sergei Aksyonov, der am Freitag (18. November) angekündigt hatte, die Verteidigung der Region auszubauen, um einem möglichen ukrainischen Rückeroberungsversuch entgegenzuwirken.

Gleichzeitig forderte Aksyonov, dass der größte Teil der Verteidigungsarbeit der Krim in der ebenfalls inzwischen von Russland annektierten Region Cherson stattfinden müsse. Hier kontrolliert das russische Militär nach seinem Rückzug aus weiten Teilen der Region, inklusive der Großstadt Cherson, Anfang November nur noch die Gebiete östlich des Flusses Dnipro.

Fachleute zur Situation der Krim im Ukraine-Krieg: Rückeroberung scheint möglich

Während Aksyonov versichert, dass die Sicherheit der „russischen“ Krim gewährleistet sei, sind sich Militärfachleute und -analyst:innen einig, dass die aktuellen militärischen Erfolge der ukrainischen Gegenoffensive wichtige Lieferketten und den Norden der Halbinsel massiv unter Druck setzt, berichtet The Moscow Times.

Auch die britische Zeitung Newsweek berichtet über Erkenntnisse des britischen Verteidigungsministeriums, denen zufolge russische Truppen an der Grenze zur Krim sowie am Fluss Siwerskyj Donez zwischen Donezk und Luhansk neue Grabensysteme anlegen sollen. In einem Tweet kurz nach der Rückeroberung der Stadt Cherson schrieb der US-Militärexperte Ben Hodges, dass ukrainische Truppen die erfolgreich in anderen Regionen eingesetzten US-amerikanischen HIMARS-Raketensysteme bald in der Region Cherson einsetzen können. Die Krim wäre damit „in Reichweite“. (ska)

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