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Russische Verluste in Tschetschenien viel höher

Militär korrigiert Zahlen über Tote und VerwundeteDas russische Militär hat höhere Zahlen eigener Todesopfer im Kampf um Tschetscheniens Hauptstadt Grosny zugegeben als bisher. Die Einheiten des Verteidigungs- und des Innenministeriums hätten in den letzten zehn Tagen 84 Tote und 187 Verwundete verzeichnet, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf Moskauer Militärs. Tatsächlich sind die Verluste aber offenbar noch größer.

MOSKAU, 6. Januar. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums vom Mittwoch wurden seit Beginn des Krieges 544 Soldaten getötet und 1513 verletzt. "Tatsächlich sind die Verluste zwei- bis dreimal so hoch", sagte Ida Kuklina vom Koordinationsrat russischer Soldatenmütter. Verwundete Russen sagten im britischen Rundfunksender BBC, in Grosny sei bei einem einzigen Angriff eine rund 100 Mann starke Panzer-Einheit fast völlig vernichtet worden. Der Fernsehsender NTW hatte an Neujahr gemeldet, das Militär fliege täglich "mehrere Dutzend Gefallene aus". Apti Batalow, Verwaltungschef des tschetschenischen Präsidenten Aslan Maschadow, meinte, in der letzten Tagen seien allein in Grosny und Umgebung rund tausend Russen gefallen.

Bei ihren Gegenangriffen unter den vom russischen Militär bereits für tot erklärten Kommandeuren Arbi Barajew und Schamil Bassajew setzten die Tschetschenen sogar eroberte Panzerfahrzeuge ein, sagte Batalow. Während die Kämpfe am Donnerstag wegen Nebels abflauten, meldete das russische Oberkommando gleichwohl die Eroberung des Bahnhofs im Zentrum von Grosny.

Die russische Öffentlichkeit erfährt von den Verlusten kaum etwas. Die Zeitung Iswestija gehört zu den wenigen Presseorganen, die am Donnerstag über die Rückeroberung von Alchan-Kaa und Alchan-Jurt durch die Tschetschenen berichteten. Die anderen Medien meldeten statt dessen, dass Ex-Präsident Boris Jelzin in Jerusalem gesagt habe, der Krieg werde noch zwei Monate dauern. In Moskau verkündete Vize-Premier Nikolaj Koschman, der Krieg werde Ende Januar oder Anfang Februar beendet sein, so dass am 26. März auch in Tschetschenien der nächste Präsident Russlands gewählt werden könne.

Als "tschetschenische Propaganda" bezeichnete das russische Verteidigungsministerium einen Bericht der britischen Zeitung Independent, der die Anschläge auf Wohnhäuser in Moskau und Wolgodonsk dem russischen Inlands- und Militärgeheimdienst zuschreibt. Das Blatt beruft sich dabei auf ein Video, auf dem der von Tschetschenen gefangene russische Geheimdienstoffizier Alexeij Galtin entsprechende Beschuldigungen erhebt.

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