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Ein russischer Panzer in Donezk.

Ukraine

30 russische Panzer für Separatisten

Kurz vor dem Treffer der Außenminister räumt ein Separatisten-Führer massive militärische Unterstützung aus Russland ein. In der Region gehen die Kämpfe derweil weiter.

Die Separatisten in der Ostukraine haben nach eigener Darstellung massive militärische Unterstützung aus Russland erhalten. 30 Panzer sowie 1200 auf russischem Gebiet ausgebildete Kämpfer seien zur Verstärkung gekommen, verkündete ihr Anführer Andrej Sachartschenko in einem Video. Vor einem Treffen der Außenminister Russlands und der Ukraine am Sonntag in Berlin forderte Kanzlerin Angela Merkel den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf, dem Strom von Rüstungsgütern, Militärberatern und bewaffnetem Personal über die Grenze in die Ukraine ein Ende zu setzen.

Die russische Führung hat eine direkte Beteiligung am Konflikt in der Ostukraine immer bestritten. Der Kreml teilte mehrfach mit, es sei möglich, dass Freiwillige zum Beispiel aus dem Nordkaukasus aus eigener Initiative aufseiten der Separatisten kämpfen könnten.

Heftige Gefechte

Eine dpa-Länderumfrage ergab, dass vereinzelt auch Ausländer aus EU-Ländern in den Reihen der prorussischen Aufständischen aktiv sind. Sie kommen demnach überwiegend aus dem rechtsradikalen und nationalistischen Spektrum und stammen etwa aus Polen, Tschechien, Bulgarien, Lettland und Serbien. Der Mitschnitt des Sachartschenko-Interviews stand auf einer den Separatisten nahestehenden Internetseite.

Russland und die Ukraine streiten weiter über humanitäre Hilfe für das Kampfgebiet. "Nun ist die Zeit, den Konflikt beizulegen", sagte der finnische Präsident Sauli Niinistö bei einem Besuch am Samstag in Kiew. Das für Sonntagabend in Berlin geplante Außenministertreffen sei dafür eine Gelegenheit, sagte er.

In der Ostukraine berichteten Militär und moskautreue Aufständische erneut von heftigen Gefechten mit mindestens drei Toten. Russland forderte eine Feuerpause für die weiterhin umstrittene Verteilung von Hilfsgütern durch das Rote Kreuz.

Die Lage der Menschen im Krisengebiet verschlechtert sich nach Angaben der örtlichen Behörden weiter. Die mehr als 200 000 Einwohner von Lugansk sind seit zwei Wochen ohne Strom und Wasser. In Donezk seien mehr als 40 000 Einwohner ohne Strom, teilte der Stadtrat mit.

Galina Balsamowa vom Roten Kreuz sagte russischen Nachrichtenagenturen, für die Verteilung der Hilfe sei eine Einigung zwischen Russland und der Ukraine notwendig. Diese stehe aber noch aus. Präsident Poroschenko hatte am Freitag in Kiew mitgeteilt, dass eine Übereinkunft mit Russland getroffen worden sei. Der in Moskau gestartete Konvoi befindet sich nach Medienberichten weiterhin auf russischer Seite der Grenze in der Kleinstadt Donezk. Die Lastwagen der Kiewer Regierung sammelten sich nördlich von Lugansk. (dpa)

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