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Russische Offensive steckt bei Saporischschja fest – Gouverneur räumt Probleme ein

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Von: Alexander Eser-Ruperti

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Die russische Offensive bei Saporischschja steckt fest. Überraschend dabei: Die Bestätigung hierfür kommt vom Gouverneur des besetzten Teils der Region.

Saporischschja – Den Verlauf des Ukraine-Kriegs hatte sich Russlands Präsident Wladimir Putin zu Beginn der vermeintlichen „Militäroperation“, die tatsächlich ein Angriffskrieg ist, deutlich anders vorgestellt: Die Verluste sind auch auf russischer Seite hoch, militärische Fortschritte gibt es nur schleppend. Lange her sind die Zeiten, in denen selbst Experten davon ausgegangen waren, dass Russland die Ukraine in kürzester Zeit vollständig einnehmen würde. Auch bei Saporischschja hat das russische Militär Probleme – das räumt jetzt auch eine Schlüsselfigur der Besatzungsmacht in der Region ein. Ein Verständigungsfrieden ist weiterhin nicht in Sicht.

Russland-Ukraine-Krieg: Offensive steckt vor Saporischschja fest – Gouverneur räumt Probleme ein

Im Russland-Ukraine-Krieg läuft es kaum so, wie es sich die politische Führung im Kreml erhofft hatte: Auch in der Region Saporischschja stecken die Truppen fest. Eingeräumt hat diesen Umstand nun der Leiter der Marionettenverwaltung der zum Teil besetzten Region höchstpersönlich. Sein Name: Yevgeny Balitsky. Wie Newsweek berichtet erklärte Balitsky, es sei den Streitkräften nicht möglich die noch nicht besetzten Teile der Region „schnell“ unter ihre Kontrolle zu bringen. Konkret soll er gesagt haben: „Es gibt keine Möglichkeit, Saporischschja schnell einzunehmen“. Der Ukraine-Konflikt dauert an, die Opfer auf beiden Seiten sind zahlreich.

Ein russischer Soldat in der Region Saporischschja. (Archivfoto)
Ein russischer Soldat in der Region Saporischschja. (Archivfoto) © Konstantin Mihalchevskiy/Imago

Das Militär stehe vor einer schweren Aufgabe bei der Einnahme der restlichen Region, so der Gouverneur des besetzten Teils Saporischschjas gegenüber dem TV-Sender Krym-24. Balitsky machte für die Probleme bei der Offensive vor allem den massiven Widerstand verantwortlich, der den Streitkräften entgegengebracht würde. Laut Newsweek erklärte er zudem: „Wir sehen auch die Methoden, mit denen die USA und die europäischen Koalitionen die Menschen, die zu den Waffen greifen oder einfach mobilisiert werden, einer Gehirnwäsche unterziehen.“

News Ukraine-Krieg: Russlands Stellvertreter glaubt nicht an Erfolg vor dem Frühjahr

Immer wieder hatte es in den vergangenen Wochen und Monaten News zum Ukraine-Krieg gegeben, nach denen sich das russische Militär schwertut. Letzteres ist nun auch in Saporischschja der Fall. Hier rechnet Russlands Stellvertreter Yevgeny Balitsky nicht damit, dass noch vor Frühjahr eine weitere Offensive zur Einnahme der Region starten könne: „Ich glaube nicht, dass dies früher geschehen kann“, so der Gouverneur laut Newsweek. Saporischschja hatte auch dadurch Bekanntheit erlangt, dass russische Truppen hier Europas größtes Atomkraftwerk unter ihre Kontrolle gebracht hatten.

Russland hält derweil weiter an seinen Kriegszielen fest. Erst kürzlich erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, man wolle nach wie vor die vier besetzten Gebiete Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson vollständig einnehmen. Laut der russischen Agentur Interfax erklärte er, „alle bisherigen Ziele bleiben auf der Tagesordnung“. Auch Präsident Putin hatte kürzlich erneut betont, für Gespräche müsse die Ukraine Gebietsverluste akzeptieren. Einige Experten glauben nichtsdestotrotz an eine absehbare Waffenruhe – ein sehr leiser Hoffnungsschimmer, in Anbetracht der Totenzahlen.

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