1. Startseite
  2. Politik

Sprengung von ukrainischem Atomkraftwerk: Laut den USA eine leere Drohung

Erstellt:

Von: Ares Abasi

Kommentare

Der ukrainisch-russische Propagandakrieg geht weiter: Die Ukraine beschuldigen Russland, ein Atomkraftwerk bombardieren zu wollen. Doch das ist wohl falsch.

Moskau – Ein ukrainischer Bericht, wonach ein russischer General damit gedroht habe, ein Atomkraftwerk in die Luft zu jagen, ist nach Ansicht des US-amerikanischen Institute for the Study of War wahrscheinlich falsch. In einem Post der Plattform Telegramm vom Montag (08. August) hatte die staatliche ukrainische Atombehörde Energoatom einen russischen Generalmajor mit den Worten zitiert, das Kernkraftwerk Saporischschja sei vermint worden und es werde „entweder russisches Land oder eine verbrannte Wüste“ geben. Energoatom sagte, dies zeige, dass die Russen „offen die ganze Welt erpressen“.

Der Bericht erschien inmitten der Befürchtung, dass der Konflikt in der Ukraine nukleare Ausmaße annehmen könnte, aber auch inmitten eines Propagandakriegs beider Seiten, in dem Desinformation eine wichtige Rolle spielt, das berichtet die Nachrichtenseite Newsweek.

Ein russischer Soldat steht auf dem Gelände des Atomkraftwerks Saporischschja.
Ein russischer Soldat steht auf dem Gelände des Atomkraftwerks Saporischschja. © ANDREY BORODULIN/AFP

Ukraine-Krieg: Bericht über Bombardierung des Atomkraftwerks offenbar erfunden

Das in Washington D.C. ansässige Institute for the Study of War erklärte: „Westliche und ukrainische Medien verbreiteten einen wahrscheinlich falschen Bericht über einen russischen General, der angeblich damit drohte, Europas größte Nuklearanlage zu zerstören.“

„Diese wahrscheinliche Falschmeldung lenkt von den sehr realen Risiken der russischen Militarisierung des Kernkraftwerks Saporischschja ab“, so das Institut. Newsweek bat die ukrainischen und russischen Verteidigungsministerien um eine Stellungnahme. Das Institute for the Study of War erklärte, der Bericht scheine auf einem angeblichen Screenshot einer russischen Vkontakte-Gruppe in den sozialen Medien zu beruhen, den das russische Verteidigungsministerium und die Quelle, die ihn angeblich veröffentlicht hatte, als Fälschung bezeichnet hatten.

Ukraine-Krieg: Angst um nukleare Katastrophe

Der Konflikt um das Kernkraftwerk hat die Befürchtung geweckt, dass er zu einer nuklearen Katastrophe führen könnte. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi bezeichnete den Beschuss der größten europäischen Atomanlage als „russischen Nuklearterror“. Auch Rafael Grossi, Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), reagierte mit Nachdruck.

Grossi forderte zusammen mit anderen IAEO-Vertretern den sofortigen Zugang zur Anlage, um Schäden und Sicherheitsmechanismen zu bewerten. „Ich bin äußerst besorgt über den Beschuss von Europas größtem Kernkraftwerk, der das sehr reale Risiko einer nuklearen Katastrophe unterstreicht, die die öffentliche Gesundheit und die Umwelt in der Ukraine und darüber hinaus bedrohen könnte“, so Grossi in einer Erklärung.

Ukraine-Krieg: Putin scheinbar gegen Atomkrieg

Russische Beamte und Kommentatoren im Staatsfernsehen haben in der Vergangenheit sowohl mit dem möglichen Schicksal von Kernkraftwerken als auch mit einer Eskalation zu einem Atomkrieg gedroht. Am Montag sagte ein russischer Fernsehkommentator in den vom Kreml kontrollierten Medien, dass Raketen auf die USA und Großbritannien abgefeuert werden könnten.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat jedoch öffentlich versprochen, eine nukleare Katastrophe zu vermeiden, bei der es „keine Gewinner“ geben würde. „Sie sollte niemals ausgelöst werden, und wir stehen für gleiche und unteilbare Sicherheit für alle Mitglieder der Weltgemeinschaft“, schrieb Putin Anfang des Monats. (Ares Abasi)

Auch interessant

Kommentare