1. Startseite
  2. Politik

„Schlechte Ausbildung“: Russische Armee beschießt offenbar versehentlich eigene Truppen

Erstellt:

Von: Sebastian Richter

Kommentare

Die russischen Verluste im Ukraine-Krieg sind groß. Die Truppen sind schlecht ausgerüstet, demoralisiert – und töten sich versehentlich gegenseitig.

Kiew – Das russische Militär soll versehentlich seine eigenen Truppen beschossen und einige Soldaten getötet haben. Das berichtet der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte auf Facebook.

„Neben den erheblichen Verlusten der russischen Besatzungstruppen an Soldaten auf dem Territorium der Ukraine infolge der Aktionen der ukrainischen Streitkräfte erleidet der Feind auch Verluste durch das sogenannte ‚friendly fire‘“, schrieb der Generalstab am vergangenen Wochenende. Das sei Folge der „schlechten Ausbildung der Panzer- und Artilleriebesatzungen“ sowie der „mangelnden Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen den Einheiten“ bei der russischen Armee.

Russische Soldaten sind schlecht ausgebildet und mangelhaft ausgerüstet. Hier ein vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlichtes Bild von Soldaten bei einer Artillerie- und Gefechtsausbildung in Belarus.
Russische Soldaten sind schlecht ausgebildet und mangelhaft ausgerüstet. Hier ein vom russischen Verteidigungsministerium veröffentlichtes Bild von Soldaten bei einer Artillerie- und Gefechtsausbildung in Belarus. © dpa/Russian Defense Ministry Press Service

Ukraine-Krieg: Russische Truppen beschießen sich versehentlich selbst

„Friendly fire“ ist in der russischen Armee im Ukraine-Krieg keine Seltenheit. Bis zu 60 Prozent der Verluste aufseiten von Russland seit dem Ende der Offensive auf Mariupol im Mai seien durch den Beschuss der eigenen Truppen entstanden. Das berichtet der Militärkommandeur der selbsternannten Volksrepublik Donezk, Alexander Chodakowski, laut der US-amerikanischen Denkfabrik „Institute for the Study of War“ (ISW) im November. Die russischen Streitkräfte berichteten damals, sie schießen auf einen „Punkt auf der Landkarte“. Das sei ihre Aufgabe und diese würden sie erledigen, so das ISW.

Auch die Berichte über schlechte Ausbildung in der russischen Armee sind keine Neuheit. Ehefrauen von russischen Soldaten berichteten im November, die Soldaten „wissen nicht, wie man kämpft. Sie können das nicht.“ Ebenso mehren sich die Berichte über mangelnde Ausrüstung der russischen Truppen. So habe der russische Präsident Wladimir Putin eine Einheit „ohne Essen und ohne Socken“ in den Krieg in der Ukraine geschickt, wie Großbritanniens Verteidigungsminister Ben Wallace vor wenigen Wochen berichtete. Zuletzt lässt auch die Moral in den russischen Reihen nach. Ein Soldat berichtet von „völliger Verwirrung und Uneinigkeit“. Offiziere sollen bereits von der Front geflohen sein. (spr)

Auch interessant

Kommentare