Jens Spahn, Bundesminister fuer Gesundheit, aufgenommen im Rahmen einer Pressekonferenz zum Thema Corona in Urlaubszeite
+
Gesundheitsminister Jens Spahn bringt sich in Position.

CDU-Vorsitz

Die Rufe nach Spahn werden lauter

  • Marina Kormbaki
    vonMarina Kormbaki
    schließen

Neue Fürsprecher im Rennen um CDU-Vorsitz.

J ens Spahn ist in dieser Woche an den Bodensee in Baden-Württemberg gefahren. Er hat dort den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet an dessen Urlaubsort getroffen. „Armin Laschet und ich bewerben uns als #Team um die Führung der CDU“, bekräftigte er auf Facebook – und postete dazu ein Foto, das beide Politiker von hinten auf einem Weg zwischen Weinreben zeigt. Man habe „darüber gesprochen, was für erfolgreiche Zwanzigerjahre in Deutschland und Europa notwendig ist“.

Ausgerechnet CDU-Politiker aus Baden-Württemberg haben das Idyll jetzt durchbrochen: Die Bundestagsabgeordneten Michael Hennrich, Matern von Marschall und Armin Schuster plädieren dafür, dass die bisherigen Bewerber um den CDU-Vorsitz, Laschet, Ex-Unions-Fraktionschef Friedrich Merz und der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen, den Weg frei machen sollten für Spahn. Einen „echten Generationenwechsel“, forderte Hennrich. Von Marschall befand, Spahn könne bei der Parteicheffrage noch wichtig werden. Der prominenteste der drei, Innenexperte Schuster, verkündete, er sehe Spahn nicht „in der von ihm selbst gewählten Zurückhaltung“. Aus dem bisherigen Spahn-Unterstützungslager kamen zurückhaltende Stimmen. „Dass ich persönlich Jens Spahn für eine gute Lösung für einen Generationenwechsel halte, der die CDU modern und zukunftsweisend aufstellen würde, ist bekannt“, sagte der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Spahn habe sich aber für ein Team mit Laschet entschieden. „Ich sehe nicht, dass sich daran etwas ändert.“

Die Initialzündung für die Spahn-Unterstützung dürfte vor einer Woche Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble gegeben haben, ebenfalls Baden-Württemberger. Im gemeinsamen „Zeit“-Interview mit Spahn lobte der Grandseigneur der CDU den Gesundheitsminister ausführlich und bescheinigte ihm ausdrücklich den „Willen zur Macht“. Für seinen bisherigen Favoriten Merz hatte Schäuble nur einen Nebensatz übrig, in dem er eine von dessen Ideen als Allgemeinplatz abkanzelte – „bei aller Freundschaft“.

So steuert die CDU gerade auf den nächsten Personalkonflikt zu. In Teilen der Union heißt es, Spahn habe im ersten Rennen um den CDU-Vorsitz die schlechtesten Werte bekommen. Und es sei nicht sicher, ob er als Kanzlerkandidat der Union nicht doch etwas zu jung und unbeliebt sei. Außerdem ist da ja noch Markus Söder. „Wir dürfen nicht die Augen vor der Stimmung im Land verschließen, die ganz klar zugunsten von Spahn und Söder geht, weil sie in der Corona-Krise ihre Feuertaufe bestanden haben“, so Hennrich.

Kommentare