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Rücktritt von Großbritanniens Premier Boris Johnson: Diese Tories kämpfen um seine Nachfolge

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Von: Sandra Kathe

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Noch fünf konservative Politiker:innen haben Aussichten auf die Nachfolge von Krisen-Premier Johnson. Am Sonntagabend kommen sie bei einer TV-Debatte zu Wort.

London – Das Rennen um die Nachfolge des britischen Premierministers und Vorsitzenden der konservativen Tory-Partei, Boris Johnson, geht mit fünf Anwärter:innen in die heiße Phase. Das zeigt sich auch am rauer gewordenen Ton übers Wochenende, das am Sonntagabend in einem weiteren TV-Duell zwischen Rishi Sunak, Liz Truss, Penny Mordaunt, Kemi Badenoch und Tom Tugendhat gipfelt. Während sich eine Kandidatin über eine Schmutzkampagne beschwert, gilt ein möglicher Nachfolger bereits als sicherer Finalkandidat.

Bis kommenden Mittwoch (20. Juli) soll das Feld der Bewerber:innen in mehreren Abstimmungsrunden in der Tory-Fraktion weiter von fünf auf zwei reduziert werden, indem nach jeder Abstimmungsrunde der oder die Letztplatzierte ausscheidet. Bei den finalen zwei Kandidat:innen stimmt dann die Parteibasis der Konservativen in Großbritannien ab. Als weitgehend gesetzt für die Finalrunde gilt Ex-Finanzminister Rishi Sunak. Am zweitwahrscheinlichsten gilt vielen die Wahl von Außenministerin Liz Truss.

Die Tage im Amt sind für Großbritanniens Premier Boris Johnson gezählt. Über seine Nachfolge entscheiden erst die Abgeordneten, dann die Mitglieder seiner Partei.
Die Tage im Amt sind für Großbritanniens Premier Boris Johnson gezählt. Über seine Nachfolge entscheiden erst die Abgeordneten, dann die Mitglieder seiner Partei. (Symbolfoto) © Niklas Halle‘n/AFP

Schmutzkampagne und TV-Duelle im Wahlkampf um Johnson-Nachfolge: Wer wird Regierungsoberhaupt?

Doch auch die bei der konservativen Parteibasis beliebte Handels-Staatssekretärin Penny Mordaunt sowie der bisher nahezu unbekannten Abgeordneten Kemi Badenoch werden noch Chancen eingeräumt. Mordaunt machte am Wochenende von sich reden, weil sie ihren Konkurrent:innen eine Schmutzkampagne vorwarf: In den vergangenen Tagen war sie öffentlich dafür kritisiert worden, dass sie sei zu weit auf Forderungen von Aktivisten für die Rechte von Transmenschen eingegangen wäre.

Entsprechend wird von vielen Seiten – vor allem aus dem Bereich der Opposition – erwartet, dass die Kandidat:innen eine Art Überbietungswettbewerb rechtskonservativer Positionen starten könnten. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten der Debatte zählen derzeit neben der Positionierung im Streit um Rechte für Transmenschen auch der Umgang mit illegalen Einwanderer:innen sowie von den Kandidaten versprochene Steuererleichterungen in Krisenzeiten.

Nachfolge von Großbritanniens Premier Johnson: Das sind die Kandidat:innen

Der 42-jährige Rishi Sunak, der vielen als Favorit für eine Johnson-Nachfolge gilt, versprach auf Twitter vor allem Johnsons harte Brexit-Politik weiterzuführen und die Spuren von EU-Recht und Bürokratie aus der britischen Verfassung loszuwerden, die „das Wirtschaftswachstum verlangsamen“. Die 46-Jährige Außenministerin Liz Truss setzt vor allem bei einer Reform der Steuer- und Wohnungsbaupolitik an.

Die 49-jährige Penny Mordaunt wird laut einem Bericht der NZZ in vielen Wettbüros als überraschende Favoritin auf die Johnson-Nachfolge gehandelt und hatte nicht nur unter Johnson, sondern auch unter dessen Vorgängerin Theresa May wichtige Ministerinnenposten inne. Wie Mordaunt gilt auch die 42-jährige Kemi Badenoch als Überraschungskandidatin, die viele Sympathisant:innen hinter sich hat. Auch Badenoch hatte unter Johnson ein Ministerinnenamt inne, von dem sie im Rahmen der Protestaktion gegen Boris Johnson jedoch im Juni zurücktrat. Als bislang am wenigsten aussichtsreich gilt die Bewerbung des 49-jährigen Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses Tom Tugendhat – obwohl der als bestplatzierter Kandidat für eine kommende Parlamentswahl gilt.

Noch am Sonntagabend wollten sich die Kandidaten einer Live-Debatte im britischen Fernsehsender ITV stellen. Eine weitere TV-Debatte steht am Dienstag bei Sky News an. (ska mit dpa)

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