1. Startseite
  2. Politik

Rückschläge für Russland

Erstellt:

Von: Peter Rutkowski

Kommentare

Kein Geländegewinn im Donbass

Am 146. Tag des Krieges konnten die ukrainischen Streitkräfte an fast allen derzeit relevanten Frontabschnitten Erfolge vermelden. Im Donbass haben ukrainische Einheiten offenbar einen russischen Stoß nach Slowjansk abwehren und dem Gegner substanzielle Verluste beifügen können.

Gleichzeitig wird von einem Treffen des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu mit Kommandos der Invasionstruppen am Montag berichtet, bei dem er gesagt haben soll, man wolle sich nicht auf Slowjansk jetzt kaprizieren. Vielmehr, so vermutet das US-amerikanische Institute for the Study of War, würden die russischen Kräfte sich wohl mehr auf die Einnahme des exponierten Siwersk und von Bachmut im Süden des ukrainischen Frontdreiecks im Donbass konzentrieren. Das aber widerspricht der sonst von Schoigu bekannten Devise, wonach an allen Fronten gleichermaßen auf die Ukrainer Druck ausgeübt gehöre.

Gleichzeitig gehen überall – von Charkiw im Norden bis Odessa im Süden – die Artillerieduelle zwischen beiden Seiten weiter. Nach unbestätigten Meldungen schießen die Russen auch absichtlich Brandsätze auf ukrainische Felder in frontnahen Gebieten, um deren Ernte durch die Landbevölkerung zu verhindern. Die durch die andauernden Zerstörungen ziviler Objekte in den Städten schon überlasteten Feuerwehren und Rettungsdienste kommen in der weiten Fläche der landwirtschaftlichen Gebiete kaum jemals rechtzeitig an, um die sich dort schnell ausbreitenden Brände einzudämmen.

Generell gilt in dieser Phase des Krieges aber: je heftiger der russische Beschuss aus der Ferne oder aus der Luft, umso geringer der russische Erfolg am Boden. Und so passt es ins Bild, dass aus dem Gebiet vor Cherson gemeldet wird, die russischen Besatzungskräfte gerieten in Bedrängnis. So soll am Dienstag eine der dortigen Brücken über den Dnjepr für Fahrzeuge unbrauchbar geschossen worden sein. Damit würde der Nachschub schweren Gerätes nach Cherson schwieriger. Das macht offenbar wett, weshalb just in Kiew Geheimdienstleute geschasst wurden: Sie hatten es zu Beginn der Invasion nicht vermocht, Brücken dort zu sprengen, damit die Russen nicht vorankommen. Nun kommen sie vielleicht nicht so leicht wieder weg.

Auch interessant

Kommentare