Coronavirus - Pakistan
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Wenige Tage vor Beginn des Fastenmonats Ramadan haben sich islamische Gelehrte in Pakistan mit der Regierung auf ein Aktionsprogramm gegen Corona verständigt.

Deutsche in Pakistan

Rückholaktion in der Corona-Krise: Deutsche immer noch in Pakistan gestrandet

  • Hanning Voigts
    vonHanning Voigts
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Immer noch hängen viele Deutsche wegen der Corona-Pandemie in Pakistan fest. Das Auswärtige Amt organisiert nun eine dritte Rückholaktion.

Husana Qamar wartet auf Sonntag. Am frühen Morgen soll dann ein Flugzeug der staatlichen pakistanischen Fluglinie PIA in Islamabad abheben und wegen der Corona-Pandemie gestrandete Deutsche in ihre Heimat bringen. Wenn alles gutgeht, wird Qamar gemeinsam mit ihrer Mutter in diesem Flieger sitzen. Zuletzt habe sie praktisch kaum noch Hoffnung gehabt, nach Hause zu kommen, sagt Qamar. „Dementsprechend bin ich relativ aufgeregt.“

Gestrandete Deutsche in Pakistan: Rückholaktion geplant

Die letzten Wochen waren für Qamar eine extreme Belastung. Mit ihrer Mutter war die 23-Jährige, die in Deutschland geboren ist und in Gießen ein Studium für Lehramt an Gymnasien absolviert, Ende Februar nach Pakistan geflogen, um Verwandte zu besuchen. Als die Corona-Krise Mitte März begann und alle Flüge gestrichen wurden, nahm sie Kontakt mit der deutschen Botschaft auf.

Wegen Corona-Krise in Pakistan gestrandet

Doch obwohl ihre Mutter eine chronische Erkrankung hat und ihre Medikamente zur Neige gingen, bekamen Qamar und sie keine Plätze in einem der beiden Rückholflüge, die das Auswärtige Amt nach langem Hin und Her am 31. März und 4. April organisiert hatte. Etwa 650 Passagiere wurden dabei zurück nach Deutschland geholt. Sie fühle sich von der Botschaft völlig im Stich gelassen, sagt Qamar. Lange sei unklar gewesen, ob es einen dritten Flug geben würde, man habe sie ständig vertröstet und trotz der chaotischen Lage auf reguläre Flüge verwiesen. „Ich bin wirklich sehr enttäuscht, ich hätte gerade als angehende Beamtin mehr von der deutschen Bürokratie erwartet“, sagt die 23-Jährige.

Deutsche in Pakistan: Nach zwei Rückholaktionen immer noch gestrandet

Um Tickets für den nun durch die deutsche Botschaft und PIA organisierten Flug zu bekommen, habe sie sich unter abenteuerlichen Bedingungen Geld leihen und trotz der Ausgangssperre in Pakistan zu einem Büro der Fluglinie reisen müssen. Dass der Flieger wirklich starte, glaube sie erst, wenn es so weit sei, sagt Qamar.

Ahmed Najeeb aus Friedberg ist einer der Glücklichen, der mit den beiden offiziellen Rückholflügen nach Hause gebracht wurde. Der 30-Jährige schätzt, dass aktuell noch mindestens 250 Menschen aus Deutschland in Pakistan festsitzen, teils unter prekärsten Bedingungen und mit zur Neige gehendem Geld. Er begreife nicht, warum es nicht möglich sei, mehr Rückholflüge zu organisieren, sagt Najeeb. Norwegen und Großbritannien hätten ihren Staatsbürgern besser geholfen als die deutsche Botschaft.

Von Hanning Voigts


Auch die Darmstädter Lisa Hager und ihr Mann sitzen seit dem Ausbruch des Coronavirus im Ausland fest. Die Rückholaktion blieb für sie erfolglos.

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