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Rudy Giuliani wollte Kontrolle über Wahlmaschinen

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Als früherer Staatsanwaltschaft hätte Rudy Giuliani wissen müssen, dass seine Anfrage bei einem republikanischen Staatsanwalt in Michigan vergeblich sein würde. (Symbolbild)
Als früherer Staatsanwaltschaft hätte Rudy Giuliani wissen müssen, dass seine Anfrage bei einem republikanischen Staatsanwalt in Michigan vergeblich sein würde. (Symbolbild) © Robert Bumsted/dpa

Offenbar baten Rudy Giuliani und andere Rechtsberater von Donald Trump James Rossiter, Staatsanwalt in Michigan, um die Wahlmaschinen. 

Michigan – Um den 20. November 2020 herum, zwei Wochen nachdem Nachrichtenagenturen prognostiziert hatten, dass Joe Biden Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen besiegt hatte, erhielt Staatsanwaltschaft James Rossiter einen Anruf. Rudy Giuliani und anderen Rechtsberater des damaligen Präsidenten baten ihn, ihnen die Wahlmaschinen des Bezirks Antrim im Norden Michigans auszuhändigen. Das berichtet die Washington Post.

„Ich sagte: ‚Ich kann nicht einfach sagen: Gib sie her. Wir haben nicht die magische Macht, als Staatsanwälte einfach Dinge zu verlangen. Das bräuchte einen hinreichenden Verdacht“, zitiert die Washington Post Rossiter. Er hätte die Geräte nicht an Trumps Team aushändigen können, selbst wenn er Gründe gehabt hätte, sie als Beweismittel zu beschlagnahmen. Denn Trump hatte ein eindeutiges Interesse an der Angelegenheit. „Ich hätte nie im Leben erwartet, dass ich einen solchen Anruf erhalte“, zitiert die Washington Post Rossiter weiter.

Trumps früherer Rechtsberater Giuliani lehnte eine Stellungnahme ab

„Würde jemand, der kein Anwalt ist, um so etwas bitten und nicht wissen, dass es unrechtmäßig ist, könnte man das nachvollziehen. Bei einem Anwalt, der zuvor als US-Staatsanwalt gearbeitet hat, ist das eine andere Sache“, zitiert die Washington Post zudem Bruce Green, Professor an der Fordham University Law School und ehemaliger Vorsitzender des Ausschusses für Strafrechtsnormen der American Bar Association. “Wenn jemand weiß, dass ein Staatsanwalt dem nicht nachkommen kann, dann Rudy Giuliani.“ Giuliani selbst, der am Mittwoch (10.02.2022) zur Aufarbeitung des Sturms aufs Kapitol vorgeladen war, lehnte eine Stellungnahme laut Washington Post ab.

Donald Trump hatte die Falschaussage verbreitet, die Wahl sei ihm durch einen groß angelegten Betrug gestohlen worden. Trumps Anwaltsteam reichte vergeblich Dutzende von Klagen in wichtigen Staaten ein, die Biden gewonnen hatte.

Tatsächlich kam es in Antrim in der Wahlnacht zu einem Fehler, bei dem die Wahlhelfer:innen es versäumt hatten, die Wahlmaschinen ordnungsgemäß zu aktualisieren. Das führte zu ungenauen Stimmauszählungen in den ersten Ergebnissen des Bezirks. Die falschen Auszählungen zeigten, dass Biden Trump in dem stark republikanisch geprägten Bezirk um 3.000 Stimmen geschlagen hatte. Doch durch manuelle Auszählung stellte sich heraus, dass umgekehrt Trump Biden in Antrim tatsächlich um mehr als 3.000 Stimmen geschlagen hatte. (Tanja Koch)

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