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US-Politik

Jurist über Razzia bei Rudy Giuliani: „Die Handschellen kommen“

  • Friederike Meier
    VonFriederike Meier
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  • Luisa Weckesser
    Luisa Weckesser
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US-Ermittler durchsuchen Wohnung und Büro des früheren Anwalts von Ex-Präsident Donald Trump, Rudy Giuliani. Laut einem Juristen könnte Giuliani in echten Schwierigkeiten sein.

+++ 15.00 Uhr: Rudy Giuliani bekommt nun Unterstützung von seinem ehemaligen Arbeitgeber: Donald Trump hat die Durchsuchung der Wohnung und des Büros seines ehemaligen Anwalts Rudy Giuliani als „sehr unfair“ bezeichnet. „Rudy Giuliani ist ein großer Patriot“, sagte Donald Trump im Fernsehsender Fox News. „Er liebt einfach dieses Land, und sie überfallen seine Wohnung.“ Donald Trump fuhr fort: „Es ist so unfair.“ Es sei eine Doppelmoral, wie sie noch niemals jemand gesehen habe.

Währenddessen bestätigt der Staatsanwalt von Palm Beach Dave Aronberg im Sender MSNBC, dass Rudy Giuliani wohl in großen Schwierigkeiten steckt: „Ich denke, das war gestern ein schlechter Tag für Rudy, weil Bundesstaatsanwälte auf Grundlage einer Vermutung keinen Durchsuchungsbefehl bekommen können“, sagte er dem Sender. „Sie können keinen Durchsuchungsbefehl bekommen, der auf einem Angelausflug basiert.“

Donald Trump hat seinen ehemaligen Anwalt Rudy Giuliani verteidigt.

Jurist über Razzia: „Schlechter Tag für Rudy Giuliani“

Ein Bundesrichter müsse davon überzeugt werden, dass es einen wahrscheinlichen Grund gibt, dass ein Verbrechen stattgefunden hat, und dass die Gegenstände, die sie suchen, wahrscheinlich Beweise für dieses Verbrechen enthalten würden.

Zu seiner Einschätzung trage auch bei, dass Rudy Giuliani ein Anwalt ist. „Richter geben nicht so leicht Durchsuchungsbefehle, wenn es um Anwälte und ihre Häuser und Büros geht, weil Richter, ganz offen gesagt, selbst Anwälte sind“, fügte Aronberg hinzu. Das zeige das Level an Beweisen, die die Bundesstaatsanwaltschaft gegen Giuliani haben müsse. Giuliani habe außerdem niemanden mehr im Weißen Haus, der ihn beschütze. Ob der ehemalige Bürgermeister New Yorks sogar mit einer Verhaftung rechnen müsse, kommentierte Aronberg so: „Es ist wahrscheinlicher, dass die Handschellen für Rudy kommen, als dass sie nicht kommen.“

Razzia bei Rudy Giuliani: Verbindungen nach Russland im Fokus

+++ 9.45 Uhr: Gemeinsam mit Kontaktmännern wie dem russischen Spion Andriy Derkach soll Rudy Giuliani versucht haben, im Vorfeld der US-Wahl Dokumente zu fälschen, um Joe Biden im Wahlkampf zu schaden. Zu diesen Verbindungsleuten gehören allem Anschein nach auch Lev Parnas und Igor Fruman. Die beiden Agenten sollen von Donald Trumps ehemaligem Anwalt beauftragt worden sein, in der Ukraine Schmutz gegen Biden aufzuwirbeln.

Für Rudy Giuliani, der laut Angaben der US-Geheimdienste wiederholt Warnungen missachtet und gegen besseres Wissen mit russischen Aktivisten konspiriert haben soll, droht es nun ungemütlich zu werden. Zwar streitet er weiterhin vehement jedes Fehlverhalten ab, doch sowohl Parnas als auch Fruman könnten ihn schwer belasten. Gegen beide läuft in den USA bereits eine Anklage, nach Angaben des „Daily Beast“ stehen ihre Rechtsbeistände bereits in Gesprächen mit den Ermittlungsbehörden. Inhalt dieser Gespräche: belastbare Informationen über Rudy Giuliani.

Rudy Giuliani: Wohnung und Büro des Ex-Trump-Anwalts durchsucht - Sohn findet Aktion „ekelhaft“

Update vom 29.04.2021, 08.15 Uhr: Giulianis Sohn Andrew verurteilte die Razzien bei seinem Vater als „ekelhaft“ und warf dem US-Justizministerium vor, mit der Genehmigung der Durchsuchungen eine politische Agenda zu verfolgen. „Jeder, jeder Amerikaner, egal ob er rot oder blau ist, sollte verstört von dem sein, was hier heute passiert ist, von der andauernden Politisierung des Justizministeriums“, sagte er vor Journalisten.

Rudy Giuliani: Gegen den ehemaligen Anwalt von Donald Trump wird ermittelt.

Rot und Blau sind die Farben der beiden großen US-Parteien, der Republikanischen und der Demokratischen Partei. „Wenn dies dem Anwalt eines ehemaligen Präsidenten passieren kann, kann es jedem Amerikaner passieren. Genug ist genug“, fügte er hinzu. 

Rudy Giuliani: Wohnung und Büro des Ex-Trump-Anwalts durchsucht

Erstmeldung: New York - US-Ermittler haben die Wohnung von Rudy Giuliani durchsucht. Dabei soll es um die Ukraine-Aktivitäten des 76-Jährigen Ex-Anwalts von Donald Trump gehen, berichteten am Mittwoch unter anderem die New York Times und der Nachrichtensender CNN unter Berufung auf informierte Kreise.

Demnach wurden auch elektronische Geräte des früheren New Yorker Bürgermeisters beschlagnahmt, was bei Anwälten sehr selten sei. Laut der New York Times prüfen die Bundesstaatsanwaltschaft in New York und die Bundespolizei FBI, ob Giuliani 2019 in Washington illegale Lobbyarbeit für ukrainische Regierungsvertreter und Oligarchen betrieb.

Der Trump-Anwalt suchte damals in der Ukraine zugleich nach belastendem Material gegen den Sohn des Demokraten Joe Biden, Hunter.

Trump-Anwalt Rudy Giuliani: Skurrile Auftritte und unbelegte Wahlbetrugsvorwürfe

Giuliani hatte in der Ukraine-Affäre, die 2019 zum ersten Amtsenthebungsverfahren gegen Trump führte, eine wichtige Rolle gespielt. Trump hatte den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj zu Wahlkampfhilfe gegen seinen künftigen Herausforderer Biden gedrängt.

Giuliani, seit April 2018 Privatanwalt Trumps, war dabei einer der Mittelsmänner des US-Präsidenten und reiste in die Ukraine. Nach Trumps Wahlniederlage führte Giuliani die Bemühungen des abgewählten Präsidenten an, den Ausgang der US-Wahl anzufechten.

Der in seiner Zeit als New Yorker Bürgermeister hoch angesehene Giuliani sorgte dabei wiederholt mit skurrilen Auftritten und unbelegten Wahlbetrugsvorwürfen für Aufsehen. Ein Wahlmaschinen-Hersteller verklagte den Anwalt in der Folge auf 1,3 Milliarden Dollar (knapp 1,1 Milliarden Euro) Schadenersatz wegen Verleumdung. (luw/afp)

Rubriklistenbild: © Dan Herrick via www.imago-images.de

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