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„Ebenbild von Gott“

Im Kampf gegen Ergebnis der US-Wahl: Trump-Anwältin Ellis will „das richtige für Gott“ tun

  • vonMirko Schmid
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Donald Trumps Star-Anwältin Jenna Ellis kassiert gemeinsam mit Rudy Giuliani eine Pleite nach der anderen. Dabei glaubt sie an einen Auftrag von ganz oben.

  • Rudy Giuliani und Jenna Ellis kämpfen weiter darum, das Ergebnis der US-Wahl 2020 zu drehen.
  • Die Köpfe der „Strike Force“, dem Rechtsteam in Diensten von Donald Trump, eilen vor Gericht von Niederlage zu Niederlage.
  • Alle Informationen und Neuigkeiten um den scheidenden Präsidenten der USA finden Sie in den Trump News.

Update vom Dienstag, 08.12.2020, 11.23 Uhr: Die Niederlage bei der US-Wahl 2020 hat Donald Trump noch längst nicht akzeptiert. Und so ziehen Rudy Giuliani und Jenna Ellis nach wie vor von US-Gericht zu US-Gericht, um Joe Biden die Präsidentschaft ab Januar 2021 noch streitig zu machen.

Jenna Ellis fühlt sich im Kampf für Trump von Gott beauftragt

Die Beweggründe für Ellis, Trump erneut auf den Thron zu hieven, könnten dabei kaum größer sein. Wie sie im Interview mit „Fox Business“ verriet, fühlt sich die Trump-Anwältin von Gott auserkoren. „Mein Leben ist ein Dienst und eine Hingabe an den Herrn Jesus Christus“, betonte sie. Es gehe nur darum, wer man als Person ist und was man als „Ebenbild von Gott und Christus“ tue.

Mehr noch: Ellis ist sich sicher, dass sie das „Richtige für Gott und ihr Land“ macht. „Das ist alles, was zählt.“ Bisher haben Ellis und Giuliani beim Versuch, das Wahl-Ergebnis anzufechten, jedoch zahlreiche Pleiten kassiert.

Donald Trump gegen US-Wahl: Star-Zeugin von Rudy Giuliani ist Straftäterin

+++ 15:17 Uhr: Mellissa Carone ist als Zeugin für Rudy Giuliani im Einsatz. Als ehemalige Mitarbeiterin des Wahlmaschinen-Herstellers Dominion will sie Vorgänge gesehen haben, welche die unbewiesenen Vorwürfe eines „Wahlbetruges“ gegen Donald Trump belegen sollen. Wie sich jetzt herausstellt, sind ihre Auftritte vor den Wahlprüfungsausschüssen verschiedener Swing States nicht ihre ersten Berührungspunkte mit der Justiz.

Mellissa Carone im Einsatz für Donald Trump: Die „Kronzeugin“ von Rudy Giuliani ist eine verurteilte Straftäterin.

Rudy Giuliani kämpft mit wegen sexueller Belästigung verurteilter Straftäterin für Donald Trump

Im Jahr 2018 musste sich Mellissa Carone laut Recherchen des Internetmagazins „Deadline Detroit“ selbst Anschuldigungen stellen. Sie soll Sex-Videos, die sie und ihren Freund zeigen, an dessen Ex-Freundin verschickt haben, welche Carone daraufhin wegen sexueller Belästigung angezeigt hatte. Die Strafverfolgungsbehörden ermittelten anschließend aufgrund der Tatbestände „Obszönität“ und Computerkriminalität. Die heutige „Kronzeugin“ der Verschwörungstheorien des Donald Trump stritt damals zunächst alles ab, obwohl die Polizei ihre IP ermittelt hatte, knickte aber anschließend ein.

Während der Ermittlungen gegen sie, so gab Mellissa Carone damals zu, habe sie ihren heutigen Verlobten gebeten, die Spuren zu verwischen, legte sich einen neuen Router zu und wechselte ihren Internetanbieter. Carone, die gemeinsam mit ihrem heutigen Verlobten die ehemalige Partnerin ihres Ex-Freundes insgesamt zwei Jahre lang belästigt haben soll, wurde zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt, die sie inzwischen verbüßt hat.

Republikaner über Auftritt von Donald Trumps Anwalt Rudy in Michigan: „Zutiefst beschämend“

Update vom Montag, 07.12.2020, 07.10 Uhr: Jetzt hat es auch Rudy Giuliani erwischt. Der persönliche Anwalt von Donald Trump ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. „Werde schnell wieder gesund, wir machen weiter“, schrieb Trump am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Giuliani erklärte am Sonntag auf Twitter, er erhalte „großartige Pflege“ und fühle sich „gut“. „Ich erhole mich schnell und bin bei allem auf dem Laufenden“, schrieb er. Der 76-jährige Jurist und einstige New Yorker Bürgermeister führt Trumps Kampf gegen seine Abwahl bei der Präsidentschaftswahl an.

Laut Berichten der „New York Times“ und des Senders ABC wurde Giuliani am Sonntag ins Krankenhaus eingeliefert. Mit 76 Jahren gehört Giuliani der Hochrisikogruppe an. Trumps juristisches Team teilte mit, Mitglieder des Teams würden sich nun in Quarantäne begeben und testen lassen. Dies dürfte die bislang erfolglosen Bemühungen im Kampf gegen Trumps Wahlniederlage weiter lähmen.

Republikaner über Auftritt von Donald Trumps Anwalt Rudy in Michigan: „Zutiefst beschämend“

Erstmeldung: Lansing - Man muss Rudy Giuliani eines eingestehen - der persönliche Anwalt von Donald Trump ist niemand, der einfach aufgibt. Seit Wochen zieht er gemeinsam mit Jenna Ellis und der „Strike Force“, einem Team aus Anwältinnen und Anwälten, vor ein Gericht nach dem anderen, um einen angeblichen „Wahlbetrug“ zu beweisen.

Die Bilanz der Versuche, die US-Wahl 2020 vor Gericht zu kippen ist verheerend. Giuliani und seine „Strike Force“ eilen von Niederlage zu Niederlage, einige davon so krachend und peinlich, dass selbst die vorsitzenden Richter spotten. Und doch versucht der ehemalige Bürgermeister von New York weiter, die Gerichte, die Öffentlichkeit und die Medien davon zu überzeugen, dass Donald Trump der wahre Sieger der Präsidentschaftswahl sei.

Rudy Giuliani mit Jenna Ellis: Die „Strike Force“ des Donald Trump kämpft einen wohl aussichtslosen Kampf.

Rudy Giuliani fordert Abgeordnete dazu auf, den Wählerwillen zu ignorieren

Da die bisherigen Bestrebungen des „Mannes fürs Grobe“ im Team von Donald Trump vor Gericht bisher aussichtslos verliefen, versucht Rudy Giuliani jetzt gemeinsam mit Jenna Ellis, die Abgeordneten in den wahlentscheidenden Swing States Michigan, Georgia, Pennsylvania und Arizona davon zu überzeugen, vorbei an den Ergebnissen in ihren Staaten (Joe Biden gewann alle davon) Wahlleute für Donald Trump ins Electoral College zu schicken.

Dort sollen die Wahlleute sich über das Votum ihrer Wählerinnen und Wähler in ihren Staaten hinwegsetzen, um dem abgewählten Präsidenten Donald Trump doch noch eine Wiederwahl zu garantieren. Um diesen kühnen Plan Wirklichkeit werden zu lassen, pendelt Rudy Giuliani gemeinsam mit Trumps Rechtsberaterin Jenna Ellis durch die Regierungssitze der Swing States, um die Parlamentarier in einer Anhörung nach der anderen davon zu überzeugen, seinen Märchen vom „Wahlbetrug“ Glauben zu schenken und die Demokratie ad absurdum zu führen.

Das Team von Donald Trump: Rudy Giuliani und Jenna Ellis holen sich eine Schlappe nach der anderen ab

Nur: Bisher liegt die Erfolgsrate des Teams Giuliani/Ellis vor den Wahlaufsichts-Komitees der Landesparlamente bei null. Der bisher jüngste Versuch, eine Parlamentskammer auf die Seite von Donald Trump zu ziehen, scheiterte nun in Michigan. Dort verhalf der Druck der Bundes-Republikaner auf ihre Parteikolleg:innen vor Ort Giuliani zu einer Anhörung, die sich über vier Stunden zog. Giuliani stand dabei vor einer Herkulesaufgabe, bestehend aus 154.000 Stimmen Vorsprung, die es galt, Joe Biden irgendwie abzunehmen.

Und Rudy Giuliani griff in die Pathoskiste: „Sie sind der letzte Schiedsrichter darüber, wie ehrlich oder nicht ehrlich die Wahl in Ihrem Bundesstaat ist“, appellierte der persönliche Anwalt von Donald Trump an die Parlamentsabgeordneten im für die Wahlaufsicht zuständigen Ausschuss. „Es liegt in Ihrer Verantwortung, dem standzuhalten. Ich kann Ihnen nur sagen, dass wenn wir sie damit davonkommen lassen, weiß ich nicht, was danach passiert.“ Mit „sie“ waren die Demokraten um Joe Biden gemeint, die den Wahlsieg laut den völlig herbeiphantasierten Verschwörungstheorien aus dem Weißen Haus „gestohlen“ haben sollen.

Die „Strike Force“ versucht Vorwürfe zu beweisen, die Donald Trump unbewiesen wiederholt

Jenna Ellis assentierte Giuliani mit dem Hinweis, dass den Gesetzgebern der Bundesstaaten ein gesetzliches Instrument zur Verfügung stehe, wonach sie „bei Wahlen mit Korruption und ausländischem Einfluss eingreifen“ und selbst Wahlleute entsenden könnten. Einen solchen Fall gab es in der US-Geschichte noch nie. Doch auf großen Anklang bei der republikanischen Parlamentsmehrheit in Michigan stießen die Köpfe der „Strike Force“ im Einsatz für Donald Trump nicht.

Und das, obwohl der Vorsitzende des Ausschusses, der Republikaner Matt Hall, es entgegen der üblichen Vorgehensweise Rudy Giuliani gestattete, Zeugen zu befragen. Normalerweise ist die Befragung den Abgeordneten vorbehalten. Einer dieser Zeugen, ein Wahlhelfer namens Jessy Jacob, sagte aus, dass Stimmzettel im TCF Center in Detroit ohne ordnungsgemäße Überprüfung gezählt worden sein sollen. Eine Behauptung, die auch Donald Trump immer wieder ohne jegliche Beweise herausposaunt.

Rudy Giuliani verweigert Vereidigung seines Zeugen für Donald Trump

Die Abgeordnete Cynthia Johnson, eine Demokratin aus Detroit, forderte daraufhin, Jacob zu vereidigen. Rudy Giuliani lehnte ab und verwies auf „eidesstattliche“ Erklärungen, die ihm vorliegen würden. Mellissa Carone, laut eigenen Angaben Mitarbeiterin des Wahlmaschinenherstellers Dominion behauptete, sie habe gesehen, wie „tausende Wahlzettel mehrfach durch die Auszählungsmaschinen“ gegangen seien. Auch das ist ein Mythos, den Donald Trump auf Dauerschleife per Twitter verbreitet, obwohl die Firma Dominion sich bereits genötigt sah klarzustellen, dass eine Wahlfälschung mit ihrem System „physisch unmöglich“ sei.

Im Anschluss an das Schlussplädoyer von Rudy Giuliani meldete sich der Abgeordnete Aaron Miller, wie Rudy Giuliani und Donald Trump ein Republikaner, zu Wort. Er ließ dabei kein gutes Haar am ehemaligen Bundesstaatsanwalt von New York: „Ich denke gerne über Beweise und Anschuldigungen nach. Darum sollte es heute gehen. Aber Herrn Giulianis Schlussplädoyer lag im Bereich des Wahnsinns.“

Republikaner Miller über Rudy Giuliani: „Inakzeptabel, beschämend und erbärmlich“

Miller fügte gnadenlos hinzu: „Rudy Giuliani hat einige Minuten lang wild, lang und breit parteipolitische Beleidigungen abgeliefert, die nichts mit der Wahl zu tun hatten. Es war ehrlich gesagt inakzeptabel, beschämend und erbärmlich und lenkt von jeglichen Beweisen ab, die wir hätten hören können. Das ist mir als Republikaner äußerst peinlich.“

Im Umfeld der Anhörung kam es zu unschönen Szenen. Fans des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump bedrängten Pressevertreter und versuchten, ihnen den Zugang zum Gebäude zu versperren. Einer der Trump-Fans rief laut der „Detroit News“ durch ein Megaphon: „Vielleicht würden wir Sie reinlassen, wenn Sie tatsächlich Journalismus betreiben würden.“ (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © MANDEL NGAN/AFP

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