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Nach Krankenhaus-Entlassung

Nach Corona-Erkrankung: Rudy Giuliani hält Masken weiter für irrelevant

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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  • Christian Stör
    Christian Stör
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Trumps Anwalt Rudy Giuliani ist nach einer Covid-19-Erkrankung aus dem Krankenhaus entlassen worden. Dass die teure Behandlung nicht allen US-Amerikanern zur Verfügung steht, war ihm nicht bewusst.

  • Unter Trumps Anwälten geht das Coronavirus um: Rudy Giuliani und Jenna Ellis wurden beide positiv auf das Coronavirus getestet.
  • Das Anwaltsteam von Donald Trump versucht seit Wochen, das rechtmäßige Ergebnis der US-Wahl zu annullieren.
  • Rudy Giuliani konnte das Krankenhaus bereits verlassen – seine Meinung zum Tragen von Masken hat er seitdem nicht geändert.

Update vom Freitag, 11.12.2020, 14.28 Uhr: Anwalt und Donald Trumps rechte Hand Rudy Giuliani war Sonntag (06.12.2020) wegen einer Covid-19-Erkrankung in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Bereits am gestrigen Donnerstag konnte er entlassen werden. Die offenbar erfolgreiche Behandlung geht zum Teil auf Privilegien zurück, über deren Umfang sich Giuliani eigener Aussage zufolge selbst nicht bewusst war.

Rudy Giuliani nach Corona-Infektion in teurer medizinischer Behandlung

Bereits am Dienstag (08.12.2020) machte Giuliani in einem Interview mit dem New Yorker Radiosender „WABC“ deutlich, was der Krankenhausaufenthalt für seine Einstellung zur Corona-Krise in den USA bedeutet: ziemlich wenig. Er persönlich habe sich schon in anderen medizinischen Krisen befunden, unter anderem einer Krebserkrankung. Weil Krankheiten unausweichlich seien, dürfe die Angst vor ihnen nicht das eigene Leben bestimmen.

Diese Aussage könnte US-Amerikaner:innen mit durchschnittlichem Einkommen irritieren. Denn die Behandlung, die Rudy Giuliani nach seiner Covid-19-Erkrankung bekommen hat, ist sehr teuer. Wie schon Donald Trump wurde ihm Remdesivir sowie das Steroid-Medikament Dexamethason verabreicht. Auf die Anmerkung des Radiomoderators von „WABC“ zur Exklusivität dieser Medizin erwiderte Giuliani nur, er wisse darüber nicht viel. Es sei ihm eben verabreicht worden. Als Berühmtheit werde ihm auch medizinisch betrachtet mehr Aufmerksamkeit zuteil, gestand Giuliani im Radiointerview ein.

Tragen sie nicht, waren beide infiziert, sind sich aber einig: Giuliani und Trump gegen Masken

Diesem Fatalismus scheint sich die Frontfigur in Trumps zunehmend verzweifeltem Kampf gegen den Sieg von Joe Biden auch bezüglich der Corona-Krise in den USA insgesamt hinzugeben. Angesprochen auf die Relevanz von Masken zur Eindämmung der Ausbreitungsgeschwindigkeit sagte er, man könne es mit den Masken auch „übertreiben“. Auch Donald Trump hatte sich Masken trotz eindeutigen medizinischen Rates lange Zeit verweigert.

Mit Covid-19 im Krankenhaus gewesen: Rudy Giuliani

Giuliani macht Wahlhelfenden in Georgia schwere Vorwürfe: „Laufen immer noch frei auf den Straßen“

+++ 19.10 Uhr: Frisch aus dem Krankenhaus entlassen, geht es für Rudy Giuliani wieder an die Arbeit. In einer virtuellen Anhörung vor dem Repräsentantenhaus von Georgia lautete das Thema erneut Wahlbetrug. Der Anwalt von Donald Trump bekräftigte Vorwürfe, nach denen dem US-Präsidenten die Wahl „gestohlen“ wurde.

Giulani geht dabei auf ein Video ein, das ihm vorliege, das zeigen soll, wie Wahlhelfer:innen „USB-Ports verteilen, als wären sie Dosen Heroin oder Kokain“, so Giuliani. „Ich meine, es ist offensichtlich für jeden Ermittler oder Kläger. Sie sind mit heimlichen, kriminellen Aktivitäten beschäftigt.“ Genau diese Leute würden noch frei in den Straßen von Georgia laufen, beschwert sich Rudy Giuliani. „Hat sie irgendjemand vorgeladen? Hat sie irgendjemand vorgeladen?“

Rudy Giuliani mit Corona infiziert: Anwalt mit denselben Medikamenten wie Donald Trump behandelt

Update vom Donnerstag, 10.12.2020, 10.20 Uhr: Der Anwalt von Donald Trump, Rudy Giuliani, ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Am Sonntag (6.12.2020) wurde bei ihm eine Coronavirus-Infektion diagnostiziert, bereits drei Tage später eine Verbesserung seines Zustands vermeldet.

Rudy Giualiani, Anwalt von Donald Trump, wurde aus dem Krankenhaus entlassen. (Archivfoto)

Bilder zeigen ihn aktuell, wie er vom Georgetown University Hospital in Washington D.C. mit dem Auto abgeholt wird, und den Kamerateams mit dem Daumen nach oben signalisiert, dass es ihm gut gehe. In einem Radio-Interview hatte Giuliani bereits am Mittwoch (9.12.2020) berichtet, dass er mit denselben Medikamenten behandelt werde, die auch Donald Trump bei seiner Corona-Infektion erhalten habe.

Auch Trump-Anwältin Jenna Ellis positiv auf Corona getestet

Update, 15.35 Uhr: Nach Rudy Giuliani wird ein weiterer Bestandteil der Rechtsabteilung von Donald Trump positiv auf das Coronavirus getestet. Offenbar hat es Anwältin Jenna Ellis erwischt, wie US-Medien übereinstimmend berichten. Erst letzten Freitag (4.12.2020) war sie bei einer Weihnachtsfeier im Weißen Haus zu Gast. Sie soll ihr näheres Umfeld über das Testergebnis informiert haben. Bestätigen wollte sie es „Axios“ gegenüber allerdings nicht. Auf Twitter macht sie den „Mainstream-Medien“ für die Berichterstattung sogar Vorwürfe.

„Axios“ berichtet zudem, dass Jenna Ellis bei dem Event im Weißen Haus keine Maske getragen hätte. Dort gibt es nun erneut Grund zur Sorge: Es wäre nicht das erste Superspreader-Event im Anwesen des US-Präsidenten. Im Zuge von Gerichtsverfahren, die das Ergebnis der US-Wahl kippen sollen, waren Jenna Ellis und Rudy Giuliani in den letzten Wochen oft zusammen im Dienst von Donald Trump unterwegs. Wie „The Independent“ berichtet, haben sich seit Oktober etwa 60 Leute im Kreis des Präsidenten mit dem Coronavirus infiziert.

Jenna Ellis, Anwältin von Donald Trump, soll positiv auf das Coronavirus getestet worden sein.

Corona: Rudy Giuliani soll es wieder besser gehen

Update vom Mittwoch, 9.12.2020, 12.25 Uhr: Nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus wegen einer Erkrankung an Covid-19 soll es Donald Trumps Anwalt Rudy Giuliani wieder besser gehen. Er erwartet, am Mittwochmorgen (Ortszeit) aus dem Georgetown University Hospital in Washington entlassen zu werden, wie er dem New Yorker Radiosender „WABC“ mitteilte. Am Sonntag, als seine Infektion mit dem Coronavirus bekannt wurde, soll er „milde Symptome“ verspürt haben, nachdem er sich am Freitag müde gefühlt hatte. Allerdings habe er kein Fieber und nur einen leichten Husten. Auf Twitter dankt Rudy Giuliani seinem Sohn Andrew für seine Unterstützung.

Rudy Giuliani leitet die rechtlichen Schritte der Trump-Kampagne, den Ausgang der US-Wahl noch zu ändern, und macht oftmals mit wirren Behauptungen über angeblichen Wahlbetrug auf sich aufmerksam. Noch an diesem Donnerstag plane Giuliani eine virtuelle Anhörung mit Abgeordneten des Bundesstaats Georgia, wie Quellen dem „Guardian“ berichten. Dabei soll es um vermeintliche Unstimmigkeiten bei der US-Wahl im November gehen. Ähnliche Anhörungen fanden letzte Woche bereits in Michigan und Arizona statt.

Rudy Giuliani mit Corona infiziert: Donald Trump lobt den „Champion“

Update, 20.05 Uhr: Donald Trump hat sich über den gesundheitlichen Zustand von Rudy Giuliani geäußert. Seinem persönlichen Anwalt gehe es gut, sagte der US-Präsident im Weißen Haus. „Rudy geht es sehr gut. Ich habe mit ihm gesprochen. Er hat mich heute morgen angerufen“, so Trump.

Rudy Giuliani sei ein „Champion“, sagte Donald Trump. Er bezeichnete Giuliani als „den größten Bürgermeister“ und lobte dessen Arbeit im juristischen Kampf des Wahlkampfteams von Trump gegen das Ergebnis der US-Wahl. Trump weigert sich nach wie vor, seine Niederlage gegen Joe Biden einzugestehen.

Eigentlich war die Veranstaltung als Zeremonie für Dan Gable gedacht. Der ehemalige Ringer wurde von Donald Trump mit der „Presidential Medal of Freedom“ geehrt, der zweithöchsten zivilen Auszeichnung in den USA. Doch kurz nach dem offiziellen Teil kam Trump auf sein aktuelles Lieblingsthema zu sprechen: der vermeintliche Wahlbetrug. Trump kündigte in diesem Zusammenhang „große Dinge“ an, die seine Kampagne in den kommenden Tagen und bis zum Zusammenkommen der Wahlleute der Öffentlichkeit präsentieren würden. Die Wahl nannte er einmal mehr „manipuliert“, die USA verglich er mit einem „Dritte-Welt-Land“.

Rudy Giuliani hat Corona: Donald Trumps Anwalt forderte Zeugin auf, Maske abzunehmen

Update, 10.45 Uhr: Rudy Giuliani ist nur einer unter vielen. Schon zuvor waren zahlreiche Personen aus dem direkten Umfeld von Donald Trump positiv auf das Coronavirus getestet worden, darunter Ehefrau Melania Trump, sein ältester Sohn Donald Trump Jr., seine Pressesprecherin Kayleigh McEnan. Darüber hinaus einige seiner Berater, sein Wahlkampfmanager und mehrere republikanische Kongressabgeordnete.

Viele von ihnen - darunter auch Rudy Giuliani - waren Trumps Beispiel gefolgt und hatten die Empfehlungen von Gesundheitsexperten zum Maskentragen ignoriert. Zuletzt hatte Giuliani selbst noch für Wirbel gesorgt, weil er während einer Anhörung zum angeblichen Wahlbetrug eine Zeugin aufgefordert hatte, ihre Maske abzunehmen: „Manche Leute können Sie nicht hören“.


Inzwischen ist auch Deborah Birx der Verzweiflung nahe. Die Koordinatorin des Corona-Krisenstabs des Weißen Hauses rief die Menschen in den USA erneut eindringlich auf, die Schutzmaßnahmen einzuhalten. Es sei „frustrierend“ die Menschen „nachplappern“ zu hören, „dass Masken nichts bringen und dass Menschenansammlungen nicht zu Superspreader-Events führen“, sagte sie dem Sender NBC.

Trumps Anwalt Rudy Giuliani positiv auf Coronavirus getestet 

Erstmeldung vom 07.12.2020: Washington – Rudy Giuliani ist seit Wochen als Frontkämpfer im Einsatz für Donald Trump. Mit teilweise völlig absurden Auftritten versucht Trumps persönlicher Anwalt noch immer, das Ergebnis der US-Wahl 2020 zugunsten seines Klienten zu kippen. Das hat ihm bisher vor allem Hohn und Spott eingebracht, ernsthafte Beweise für einen möglichen Wahlbetrug ist Giuliani bisher jedenfalls schuldig geblieben.

Nun aber muss er seinen Feldzug erst einmal unterbrechen. Denn Rudy Giuliani ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Laut Berichten der „New York Times“ und des Senders ABC wurde Giuliani am Sonntag ins Krankenhaus eingeliefert. Giuliani erklärte auf Twitter, er erhalte „großartige Pflege“ und fühle sich „gut“. „Ich erhole mich schnell und bin bei allem auf dem Laufenden“, schrieb er. Sein Sohn Andrew schrieb: „Mein Vater Rudy Giuliani ruht sich aus, wird großartig versorgt und fühlt sich gut.“ Ob Giuliani Symptome einer Erkrankung zeigt, wurde zunächst nicht bekannt. Mit seinen 76 Jahren gehört Giuliani aber zur Corona-Risikogruppe.

Trumps juristisches Team teilte mit, Mitglieder des Teams würden sich nun in Quarantäne begeben und testen lassen. Dies dürfte die bislang erfolglosen Bemühungen im Kampf gegen Trumps Wahlniederlage weiter lähmen. Ein Ende der Bemühungen, das Ergebnis der US-Wahl 2020 doch noch zu korrigieren, soll die Erkrankung aber nicht sein. Rudy Giuliani habe „unermüdlich“ gearbeitet, die „korrupteste Wahl (bei weitem!) in der Geschichte der USA“ aufzudecken, schrieb Donald Trump auf Twitter. Der Republikaner sendete seinem Anwalt Genesungswünsche. „Wir werden weitermachen!!!“, fügte er hinzu. Und Trumps Anwältin Jenna Ellis meinte: „Giuliani ist ein zäher Krieger!“ Die Arbeit von Trumps Anwälten werde von Giulianis Infektion nicht beeinträchtigt und man mache weiter.

Demokratin reagiert empört auf positiven Corona-Test von Rudy Giuliani 

Seit Donald Trump ihn auf das Wahlergebnis ansetzte, reiste Rudy Giuliani kreuz und quer durch das Land, um seinen unbelegten Behauptungen Gehör zu verschaffen. Zuletzt war er bei einer Parlamentsanhörung in Michigan, danach in Georgia. Jen Jordan, demokratische Senatorin in dem Bundesstaat, zeigte sich angesichts der Nachricht über Giulianis Infektion empört. „Giuliani - ohne Maske, in einem voll besetzten Anhörungsraum für sieben Stunden“, schrieb sie auf Twitter. Zu sagen, dass ich wütend bin, wäre zu freundlich. Die Scheinanhörung im Senat war ein Hohn auf die Gerechtigkeit. Nun könnten ihre Auswirkungen weit darüber hinausgehen.“

Rudy Giuliani

NameRudolph William Louis „Rudy“ Giuliani III
Alter76 Jahre
BerufJurist
Aktuelle FunktionPersönlicher Anwalt von Donald Trump

Rudy Giuliani kämpft weiter für Donald Trump

Rudy Giuliani war am Sonntagmorgen noch in einem Fernsehinterview bei Fox News zu sehen gewesen, in dem er erneut behauptete, es habe zentral organisierten Wahlbetrug gegeben, der „sehr gut geplant, sehr gut ausgeführt“ gewesen sei. US-Behörden hatten die Wahlen am 3. November als sicherste in der Geschichte des Landes bezeichnet. Experten rechnen Trump aber keine reellen Chancen mehr aus, seine Niederlage gegen Joe Biden juristisch noch abwenden zu können. (Christian Stör mit dpa/AFP)

Rubriklistenbild: © Jim Watson/AFP

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