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„Dummköpfe“ im Trump-Team

Tochter von Rudy Giuliani teilt kräftig gegen Donald Trumps Frontkämpfer aus

  • Delia Friess
    vonDelia Friess
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  • Mirko Schmid
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Rudy Giuliani macht mit skurrilen Auftritten von sich reden, zahlreiche US-Comedians parodieren ihn deshalb. Sogar Giulianis eigene Tochter schreibt einen Artikel mit Seitenhieben auf Donald Trump und ihren Vater.

  • Rudy Giuliani, der persönliche Anwalt von Donald Trump, will trotz juristischer Niederlagen nicht aufgeben.
  • Giulianis skurrilen Auftritte werden nun parodiert: Auch seine eigene Tochter macht sich über Giuliani lustig.
  • Alle Hintergrundinformationen über den scheidenden Präsidenten der USA finden Sie in den Trump News.

Update vom Mittwoch, 25.11.2020, 10.00 Uhr: Der abgewählte US-Präsident Donald Trump hat seinen Anwalt, den ehemaligen New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani, damit beauftragt, das Wahlergebnis zu seinen Gunsten zu drehen. Es ist ein beunruhigendes Unterfangen, auch wenn Giulianis bizarre Auftritte bisher vor allem für Kopfschütteln sorgten.

Rudy Giuliani: Der skurrile Auftritt des Anwalts von Donald Trump wird parodiert

Das skurrile Auftreten des Trump-Anwalts Rudy Giuliani bei einer Pressekonferenz, bei der er so schwitzte, dass ihm Haarfärbemittel über das Gesicht lief, zieht nun Reaktionen von Comedians nach sich: Neben der bekannten US-Comedian Julia Louis-Dreyfus und dem Late-Show-Talker Stephen Colbert, der wenig später Barack Obama zu dessen Memoiren interviewte, hat sich auch Giulianis eigene Tochter Caroline Giuliani zu Wort gemeldet.

Tochter von Rudy Giuliani macht sich über Donald Trump und ihren Vater lustig

Die Tochter von Rudy Giuliani macht sich in einem Artikel in der Vanity Fair über Donald Trump und ihren Vater Rudy Giuliani lustig. Der Titel des Textes lautet auf Deutsch in etwa „Achtung Trump-Welt: Tipps, um die Realität zu akzeptieren, die Trump verloren hat“. Darin gibt Caroline Rose Giuliani lustige Tipps, die auch kleine Seitenhiebe an Donald Trump und ihren Vater Rudy Giuliani sind. Darunter: „Vermeiden Sie Produkte, wie Haarfärbemittel, die heraussickern könnten, wenn Sie falsche Behauptungen über Wahlbetrug in Pennsylvania machen.“

Ein weiterer Tipp von Caroline Rose Giuliani: „Nehmen Sie Ihre Fehler an. Nur soziopathische Narzissten haben Wahnvorstellungen von der eigenen Größe, geben anderen die Schuld für ihr Versagen, oft mit tragischen Konsequenzen.“, schreibt die Tochter des Anwalts von Donald Trump.

Auch Julia-Louis Dreyfus, die durch die TV-Serie Veep (Die Vizepräsidentin) bekannt ist, parodiert Rudy Giuliani in einem Auftritt. Genauso Stephen Colbert. Colbert, der erst kürzlich Barack Obama über sein neu erschienenes Buch interviewte, machte sich in seiner Late-Night-Show über den Anwalt von Donald Trump lustig.

„Das wäre alles sehr lustig, wenn es nicht so ernst wäre“, merkte Justin Levitt, ein Rechtsprofessor aus Los Angeles, der „New York Times“ gegenüber kritisch an.

Donald Trumps Frontkämpfer Rudy Giuliani im freien Fall

Erstmeldung vom Dienstag, 24.11.2020, 19.00 Uhr: Washington D.C. - Rudolph William Louis „Rudy“ Giuliani III ist heute bekannt als Rudy Giuliani, manischer und kompromissloser Anwalt von Donald Trump. Er war einmal ein geachteter Politiker. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 war es der damalige Bürgermeister von New York, der die Bevölkerung seiner Stadt aufbaute, ihr Mut zusprach, zur Geschlossenheit aufrief. Nicht wenige US-Medien spekulierten seinerzeit darüber, ob der Sohn italienischer US-Einwanderer, dessen Vater wegen Raubes und Körperverletzung einsitzen musste und der sich trotz der Verfehlungen seines Vaters aus kleinen Verhältnissen zum geachteten Anwalt hochgearbeitet hatte, als Nachfolger von Präsident George W. Bush selbst ins Rennen um die Präsidentschaft gehen könnte.

Rudy Giuliani und die Briefumschläge: Er spinnt für Donald Trump weiter an der Geschichte vom „Wahlbetrug“.

Rudy Giuliani, heute Anwalt von Donald Trump, war ein Shootingstar der US-Justiz

Die Karriere des heute für Donald Trump tätigen Aufsteigers klingt nach dem viel zitierten Amerikanischen Traum. Abschluss an der Law School der New York University 1968, Mitarbeiter der Bundesstaatsanwaltschaft von New York 1970, stellvertretender Bundesstaatsanwalt 1973. 1975 wurde er als Mitarbeiter ins US-Justizministerium berufen, von 1977 an arbeitete er als angesehener Anwalt für eine New Yorker Anwaltssozietät. Nur vier Jahre später ging es für Rudy Giuliani zurück ins Justizministerium der USA - als Associate Attorney General nahm er die dritthöchste Funktion im US-amerikanischen Ministerium für Rechtsangelegenheiten ein.

1983 wechselte Rudy Giuliani als Bundesstaatsanwalt für den südlichen Distrikt zurück nach New York - er hatte es an die Spitze geschafft. Besonders in den Mittelpunkt öffentlicher Aufmerksamkeit schaffte es der Italo-Amerikaner, als er 1985 im vielbeachteten „Mafia Commission Trial“ die Rolle des Chefanklägers übernahm und die Paten der sogenannten „Fünf Familien“ und ihre wichtigsten Gefolgsleute vor Gericht brachte. Der Prozess war erfolgreich: Die Mafia-Bosse wurden zu hohen Haftstrafen verurteilt. Der Prozess und die sich daran anschließenden Gerichtsverhandlungen verhalfen Giuliani erstmals zu bundesweiter Bekanntheit.

2001 stand Rudy Giuliani, heute Anwalt von Donald Trump, auf dem Gipfel der politischen Aufmerksamkeit

Diese Aufmerksamkeit könnte es sein, die Rudy Giuliani den nächsten Schritt machen ließ: heraus aus den Gerichtssälen, rein in die Politik. Bereits 1976 war der ehemalige Demokrat den Republikanern beigetreten, 1989 kandidierte er erstmals für das Amt des Bürgermeister von New York, unterlag jedoch dem ersten Schwarzen Bürgermeister der größten Stadt der USA, David Dinkins. Vier Jahre später gelang es Giuliani dann doch, Dinkins vom Thron zu stoßen, 1997 wurde er mit großer Mehrheit als Bürgermeister von New York, der Heimatstadt von Donald Trump, wiedergewählt.

Seinen politischen Höhepunkt erreichte Rudy Giuliani 2001, lange vor Donald Trump. Er schaffte es, sich als engagierter Retter und Meister des Wiederaufbaus zu präsentieren, nachdem zwei Flugzeuge in das World Trade Center geflogen waren und ganz New York in ein Trauma gestürzt hatten. Allerdings kritisierten schon damals Angehörige der Polizei und Feuerwehr sowie viele Familien der Opfer des Anschlages von nationaler und weltweiter Tragweite den damaligen Bürgermeister für Versäumnisse im Vorfeld des Attentats. Dennoch wollte Giuliani es jetzt wissen. Seine Kandidatur gegen Hillary Clinton um den Posten als US-Senator des Staates New York zog er nach Bekanntwerden einer außerehelichen Affäre zurück, bewarb sich anschließend jedoch 2008 als republikanischer Präsidentschaftskandidat um die Nachfolge von George W. Bush.

Rudy Giuliani war schon 2016 ein glühender Anhänger von Donald Trump

Seine Kandidatur verlief erfolglos, nach heftigen Niederlagen in den ersten Vorwahlen 2008 - Giuliani hatte viele Staaten im Wahlkampf ausgelassen und auf Florida gesetzt, wo er nur Dritter wurde - zog er noch im Januar seine Kandidatur zurück, seine politischen Ambitionen galten von diesem Moment an als beendet. Doch Rudy Giuliani dachte gar nicht daran, sich aus der Politik herauszuhalten und unterstützte Donald Trump 2016 wie kaum ein anderer im Wahlkampf und wurde 2018 persönlicher Anwalt des abgewählten US-Präsidenten. Eine Rolle, die er bis heute nicht abgelegt hat. Seit der klaren Wahlniederlage Trumps im November 2020 wird Giuliani nicht müde, die unbewiesenen und in den meisten Fällen bereits gerichtlich widerlegten Anschuldigungen zu verbreiten, wonach Donald Trump das Opfer eines breitflächigen „Wahlbetruges“ gewesen sein soll.

Ein Umstand, der Rechtsexperten in den USA den Kopf über den ehemaligen Shootingstar der US-Justiz und heutigen Frontkämpfer für Donald Trump schütteln lässt. „Das ist mehr als nur peinlich“, kritisiert der geachtete Anwalt Glenn Kirschner gegenüber NBC News. „Was Rudy Giuliani macht, ist nicht nur eine wirklich schlechte Rechtsvertretung, er handelt auch aus den schlechtesten Motiven. Es geht nur darum, den Willen der amerikanischen Wählerinnen und Wähler zu stürzen.“ Der auf Wahlen spezialisierte Anwalt Matthew Sanderson stimmt zu: „Das ist keine kompetente Arbeit als Anwalt. Er macht strategische Fehler, typografische Fehler - jede Art von Fehler, die Sie in einem Fall machen können. Eine solch dysfunktionale Prozessstrategie habe ich noch nie gesehen.“

Donald Trump laut NBC über Rudy Giuliani und Team: „Dummköpfe“

Sanderson stellt gegenüber NBC News klar, dass Rudy Giuliani einen aussichtslosen Kampf gegen den Wahlsieg von Joe Biden führt: „Ich glaube nicht, dass irgendein Team von Anwälten diesen Fall retten kann. Wahlstreitigkeiten sind nicht dazu gedacht, Zehntausende von Stimmen zu stürzen. Das passiert einfach nicht.“ Trotzdem nimmt er den wichtigsten Vertreter der unbewiesenen Anschuldigungen von Donald Trump in die Pflicht: „Aber selbst mit dieser Einschränkung wurde diese Strategie nicht gut umgesetzt.“

Eine Quelle, die laut NBC aus dem direkten Umfeld von Donald Trump stammt, berichtet gegenüber dem TV-Sender, dass der abgewählte Präsident unzufrieden mit den „übertriebenen“ Auftritten der inzwischen gefeuerten QAnon-freundlichen Sidney Powell aber auch von Rudy Giuliani im Rahmen der allgemein als bizarr empfundenen Pressekonferenz im Hauptquartier des Republikanischen Nationalkomitees in der vergangenen Woche gewesen sei. Beide hatten unbewiesene Verschwörungstheorien über die Wahlen verbreitet. Die Quelle behauptet, dass Trump „besorgt“ gesagt haben soll, sein Team bestehe aus „Dummköpfen, die ihn schlecht aussehen lassen“. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © MANDEL NGAN/afp

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