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RT-Chefin offenbart Propaganda-Tricks in Russlands Staats-TV

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Von: Niklas Kirk

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RT-Chefin Margarita Simonjan
RT-Chefin Margarita Simonjan unterstützt den Ukraine-Krieg mit vielen Auftritten im Staatsfernsehen. (Archivbild) © Sergei Bobylev/imago

In einem auf Twitter veröffentlichen Video, soll RT-Chefin Simonjan offenbaren, wie Russland seine Desinformationen trotz Sperren weiter verbreitet.

Moskau – In einem auf Twitter veröffentlichen Video soll die Chefin von Russia Today, Margarita Simonjan, offenbaren, wie Russland seine Desinformationskampagnen trotz Sperrungen auf Plattformen wie YouTube weiter fortsetzt. Geteilt wurde der Tweet von Julia Davis, einer US-amerikanischen Journalistin, die unter anderem für das Nachrichtenportal The Daily Beast tätig ist.

Das Video zeigt Simonjan – die seit Februar 2022 von der EU auf der Sanktionsliste infolge des russischen Überfalls geführt wird – in einem Format des Staatssenders Rossija 1 mit drei weiteren Gesprächspartnern. Hierbei soll sie in dem 31-sekündigen Abschnitt, über die verdeckten Fortsetzung russischer Desinformationskampagnen sprechen, unter Nennung der Herangehensweise.

RT-Chefin im russischen Staatsfernsehen – „sodass niemand weiß, dass wir es sind“

Mit Beginn des Ukraine-Kriegs wurden durch die EU-Sanktionen der Sendebetrieb und die Kanäle des russischen Staatssenders RT in den sozialen Medien auf dem Gebiet der Europäischen Union eingeschränkt. In dem Videoausschnitt beginnt Simonjan zu erklären, dass ihre Formate nicht mehr im westlichen Medien vertreten seien, etwa im Nachrichtendienst Telegram, der unter anderem auch vonseiten der Ukraine genutzt wird, um über das Kriegsgeschehen zu informieren.

„Wir existieren in Russland, in russischer Sprache“ stellt Simonjan fest, womit vermutlich Medieninhalte von Russia Today gemeint sind. „Aber unsere fremdsprachigen „Outlets“ sind es nicht.“ Deswegen sei es laut der 42-jährigen Journalistin notwendig, dass die eigenen „Partisanen schleichen, sodass niemand weiß, dass wir es sind“.

RT-Chefin im russischen Staatsfernsehen - den Geheimdiensten nicht die „Trümpfe zeigen“

Mit den Diensten, die zur Überwachung der Sanktionen zuständig sind, hat sich daraus scheinbar ein „Katz und Maus“-Spiel entwickelt. Die Verbreitung von Informationen geschehe nämlich von nun an nicht mehr unter „unserer Marke“, wie Simonjan beschreibt, sondern durch die Eröffnung von YouTube-Kanälen, die in kürzester Zeit Aufrufe in Millionenhöhe generieren können.

Diese würden wiederum nach kurzer Zeit gesperrt werden, um von russischer Seite mit einer Neueröffnung von Kanälen zu reagieren. „So arbeiten wir im Moment“, stellt Simonjan kurz und knapp fest. „Weitere Details“ wolle sie jedoch nicht preisgeben, um den Geheimdiensten nicht ihre „Trümpfe“ zu zeigen. Bereits im November 2022 hat das Recherchezentrum Correctiv einen Hintergrundbericht über die Umgehung von EU-Sanktionen durch Russia Today veröffentlicht. (nki)

Unterdessen hat das russische Staatsfernsehen in einer Sendung den Ukraine-Krieg mit der sowjetischen Vergangenheit beider Länder legitimiert.

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