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Tigray

Rosenboykott gegen den Krieg

  • Fabian Scheuermann
    VonFabian Scheuermann
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Aufrufe in sozialen Medien machen auf die Gewalt in Tigray aufmerksam / Proteste auch in Deutschland.

Is your business paying for a war?“ – unterstützt Ihr Geschäft einen Krieg? Diese Frage hat es am 13. Februar in den Nachrichtenfluss europäischer Twitternutzer:innen geschafft. Dazu wurde ein Bild von Rosen angezeigt und die Logos einiger großer europäischer Supermarktketten und Logistikfirmen. Und, oft in eigenen Beiträgen, der Aufruf: „Überlegt euch beim Kauf eurer Rosen für den bevorstehenden Valentinstag, woher diese kommen!“ Dazu waren die Hashtags #boycottethiopianroses und #TigrayGenocide zu lesen. Also: „Boykottiert äthiopische Rosen“ und „Tigray-Völkermord“.

Gleichzeitig kursierten im Netz Aufrufe zum Boykott der staatlichen äthiopischen Fluggesellschaft „Ethiopian Airlines“, weil diese laut Aktivist:innen Angestellte und Passagiere der Volksgruppe der Tigray diskriminiere – und überdies erwähnte Rosen transportiere.

Über die Vorwürfe hatten unter anderem die britische Zeitung „Telegraph“ und der Sender „BBC“ berichtet – die Fluggesellschaft, deren Geschäftsführer selbst aus der Volksgruppe der Tigray stammt, hatte sich beiden Medien gegenüber nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Gezielte Kampagnen

Wer steckt hinter den vielen Beiträgen, die mit dem Stichwort „Völkermord“ und mit Boykottaufrufen um Aufmerksamkeit in Europa suchen?

Zum einen die Menschenrechtsgruppen „Omna Tigray“ und „Stand With Tigray“. Beide versuchen im Netz mehr Öffentlichkeit für die Gewalt in der nordäthiopischen Region herzustellen.

Tatsächlich greifen die Organisationen und die vielen einzelnen äthiopischen und eritreischen Menschenrechtsaktivist:innen, die sich an den gezielten Twitter- und Facebook-Kampagnen beteiligen Themen auf, über die hierzulande wenig bekannt ist. Wer weiß schon, dass ein beträchtlicher Teil der in Europa verkauften Schnittrosen aus Ostafrika stammt? Unter anderem aus Äthiopien?

Die Kampagne macht eine einfache Rechnung auf: Während der äthiopische Fiskus viel Geld am Rosenexport nach Europa verdient, investiert der Staat gleichzeitig in Militäreinsätze in Tigray, wo Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. „Omna Tigray“ fordert neben mehr Hilfe auch „unabhängige, UN-geführte Untersuchungen in Tigray“.

„Etwas gegen den Hass tun“

Der Frankfurter Menschenrechtsaktivist Zerai Kiros Abraham erklärt, dass es neben der organisierten Kampagne seiner Einschätzung nach vor allem viele Einzelpersonen seien, die die Kampagne im Internet befeuerten. „Den Leuten dort geht es nicht nur um Boykott, es geht ihnen darum, Haltung zu zeigen gegen diese Art von Krieg“, sagt Abraham. Er selbst thematisiert die Gewalt in Tigray und die Verbindungen Äthiopiens zu der in den Krieg verwickelten benachbarten eritreischen Diktatur auf andere Weise: In Frankfurt hat Abraham schon mehrere Demonstrationen angemeldet und an weiteren Kundgebungen teilgenommen.

„Wir können diesem Hass in Tigray von Deutschland aus nicht einfach zusehen“, sagt Abraham, der vor Jahrzehnten vor der Diktatur im benachbarten Eritrea geflohen ist. „Wir müssen alle aufeinander zugehen und etwas gegen diesen Hass tun.“

Zumindest im Kleinen funktioniert das schon: Bei den Demonstrationen in Frankfurt demonstrierten Abraham zufolge junge Leute sowohl mit eritreischen als auch mit äthiopischen Wurzeln gegen die Gewalt in Tigray.

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