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„Anti-Woke-Agenda“: DeSantis lässt Daten von transsexuellen Studierenden sammeln

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Von: Nail Akkoyun

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Florida-Gouverneur Ron DeSantis spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung am 7. November 2022 in Orlando zu seinen Anhängerinnen und Anhängern.
Florida-Gouverneur Ron DeSantis spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung am 7. November 2022 in Orlando zu seinen Anhängerinnen und Anhängern. © Paul Hennessy/Imago

In Florida geht Gouverneur Ron DeSantis weiter gegen die LGBTQ-Community vor. Universitäten sollen nun sensible Daten transsexueller Studierender herausrücken.

Tallahassee – Der republikanische Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, lässt derzeit Informationen über transsexuelle Studierende zusammenstellen. Darüber berichtet die Associated Press. Demnach bat der Politiker die staatlichen Universitäten unter anderem um Anzahl und Alter der Studierenden, „die sich wegen Geschlechtsdysphorie behandeln lassen, einschließlich Operationen zur Geschlechtsangleichung und Hormonverordnungen“.

Ein entsprechender Fragebogen soll von Chris Spencer, dem Haushaltsdirektor von DeSantis, an die Vorsitzenden der Universitäten verschickt worden sein. Laut der Associated Press heißt es darin, „dass mehrere staatliche Universitäten Dienstleistungen für Personen anbieten, die unter Geschlechtsdysphorie leiden“. „Im Namen des Gouverneurs fordere ich Sie hiermit auf, die beiliegenden Anfragen in Bezug auf solche Dienstleistungen zu beantworten“, soll Spencer weitergeschrieben haben.

Die Erhebung erfordert Berichten zufolge Informationen über die Hormontherapie der Studierenden sowie Details über etwaige medizinische Eingriffe.

USA: Ron DeSantis geht weiter gegen LGBTQ-Community vor

Der Republikaner stand schon mehrfach für seine Anti-LGBTQ-Ansichten in der Kritik: unter anderem veranlasste er in Florida das Verbot vom Unterricht über sexuelle und geschlechtliche Identität in den ersten Klassen. Weiter wurde die Entfernung von themenverwandten Büchern aus den öffentlichen Schulen erleichtert.

Zuletzt stimmten Universitätspräsident:innen in Florida dafür, DeSantis‘ „Anti-Woke-Agenda“ zu unterstützten und die „progressive Indoktrinationsagenda im Hochschulbereich“ abzulehnen. Weiter wurde sich dazu verpflichtet, „alle Woke-Positionen und Ideologien bis zum 1. Februar 2023 zu beseitigen“, wie es in einer Pressemitteilung des Bildungsministeriums vom Mittwoch (18. Januar) heißt.

Der englische Begriff „Woke“ (deutsch: „wach“) steht für den Widerstand gegen Diskriminierung. In den vergangenen Jahren versuchen Rechte – unter anderem eine Vielzahl an US-amerikanischer Republikanerinnen und Republikaner – den Begriff als Schimpfwort für Progressive und deren Ansichten zu etablieren.

Anti-„Wokeness“ in Florida: Ron DeSantis will Universitäten „nach seinem Bild“ umgestalten

„Unternehmen in ganz Amerika versuchen weiterhin, ihre ideologische Agenda über unsere Wirtschaft und nicht über die Wahlurnen durchzusetzen“, wird Gouverneur Ron DeSantis in einer Pressemitteilung vom Dienstag (17. Januar) zitiert. Die Maßnahmen würden bekräftigen, dass „Wokeness“ in Florida „nicht toleriert“ werde.

Fentrice Driskell, demokratische Abgeordnete im Repräsentantenhaus, sagte, DeSantis versuche, die Universitäten Floridas „nach seinem eigenen Bild“ umzugestalten. Ihr zufolge liegt „die völlige Abschaffung von Dienstleistungen“ an den Universitäten für transsexuelle Studierende „sicherlich auf dem Tisch“ der Republikaner. „So etwas habe ich noch nie gesehen. Es ist wirklich erschreckend, an welchem Punkt der Geschichte Floridas wir uns befinden“, sagte Driskell. Zudem warnte die Demokratin vor einer Abwanderung von Studierenden aus dem Südstaat. (nak)

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