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„Trumpismus ohne Trump“: Ron DeSantis zieht in Umfragen davon

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Von: Nail Akkoyun

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Ron DeSantis, neuer Hoffnungsträger der Republikaner, mit seiner Frau Casey.
Ron DeSantis, neuer Hoffnungsträger der Republikaner, mit seiner Frau Casey. © Stephen M. Dowell/dpa

In den USA bereiten sich die Republikaner allmählich auf die anstehende Wahl im Jahr 2024 vor. Wunschkandidat Ron DeSantis sticht nun sogar Donald Trump aus.

Palm Beach/Tallahassee – Einer neuen Umfrage zum republikanischen Wunschkandidaten für die US-Wahl 2024 zufolge haben die Konservativen einen klaren Favoriten: Ron DeSantis. In der von USA Today und der Suffolk University durchgeführten Erhebung liegt der Florida-Gouverneur satte 23 Punkte vor seinem ärgsten Konkurrenten – Ex-Präsident Donald Trump.

„Republikaner und konservative Unabhängige wollen zunehmend Trumpismus ohne Trump“, sagte David Paleologos, Direktor des Suffolk University Politcal Research Center, im Gespräch mit USA Today. De Santis, der sich einer ähnlichen Rhetorik wie Trump bedient und sich als rechtskonservativ beschreiben lässt, gilt in republikanischen Kreisen als optimale Speerspitze einer Post-Trump-Bewegung.

Donald Trump gegen Ron DeSantis: Zuspruch für den Ex-Präsidenten sinkt

Erst im November feierte DeSantis, der eine Präsidentschaftskandidatur bislang noch nicht ankündigte, seinen überwältigenden Wiederwahlsieg mit einer Rede, in der erklärte, in seinem Bundesstaat Florida würde „das Woke-sein sterben“. Trump hingegen erklärte kurz nach den Midterms, zum dritten Mal in Folge für die republikanische Kandidatur antreten zu wollen.

Tosender Applaus und die große Hoffnung auf eine weitere Trump-Ära blieb – von der MAGA-Gefolgschaft mal abgesehen – weitestgehend aus. Ein Grund ist, dass die überraschend schwachen Midterm-Resultate der Republikaner dem früheren Präsidenten angelastet werden. Denn: Die meisten der von Trump unterstützen Kandidat:innen für Schlüsselpositionen in den US-Staaten und im Kongress unterlagen ihren demokratischen Konkurrent:innen.

Der verhaltene Zuspruch zeigt sich auch in der am Dienstag (13. Dezember) veröffentlichten Umfrage. „Im Juli sprachen sich 60 Prozent der Republikaner für eine erneute Kandidatur Trumps aus. Im Oktober war diese Zahl auf 56 Prozent gesunken. Jetzt sind es nur noch 47 Prozent, fast gleichauf mit den 45 Prozent, die nicht wollen, dass er ein drittes Mal antritt“, sagte der Wahlforscher Paleologos. Passend zu den sinkenden Zahlen kündigte Donald Trump kurz nach den Umfragen „etwas Großes“ an, das schon am Donnerstag (15.12.) bekannt gegeben werden soll.

Statt Donald Trump und Ron DeSantis: Auch Mike Pence könnte 2024 kandidieren

Die Erhebung sieht darüber hinaus den amtierenden US-Präsidenten Joe Biden in einem fiktiven Rückkampf mit Trump mit 47 Prozent zu 40 Prozent vorn. Im Gegensatz zu Trump würde DeSantis das aktuelle Staatsoberhaupt besiegen – wenn auch mit nur vier Prozentpunkten. Wer für die Demokraten antreten wird, ist noch ungewiss. Biden sagte zuletzt, er werde über die Weihnachtsfeiertage entscheiden, ob er für eine zweite Amtszeit kandidieren wird.

Doch auch ein früherer Weggefährte Donald Trumps denkt darüber nach, für das höchste Amt der Vereinigten Staaten zu kandidieren: Sein ehemaliger Vize Mike Pence. In einer Rede in New Hampshire sagte Pence am Dienstag gegenüber Fox News, dass seine Frau und er über die Feiertage „unter Gebet“ in die Zukunft schauen würden. „Wir werden weiter reisen, wir werden weiter zuhören“, sagte der evangelikale Politiker. (nak)

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