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Roberta Metsola: EU-Parlament wählt konservative Malteserin zur Präsidentin

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Roberta Metsola (Partit Nazzjonalista), Fraktion EVP, steht im Europäischen Parlament und spricht.
Roberta Metsola (Partit Nazzjonalista) ist neue Parlamentspräsidentin. © Philipp von Ditfurth/dpa

Die christdemokratische Malteserin Roberta Metsola ist die neue Präsidentin des EU-Parlaments.

Straßburg - Nach dem überraschenden Tod des EU-Parlamentspräsidenten David Sassoli ist die konservative Malteserin Roberta Metsola zur Nachfolgerin des Italieners gewählt werden. Seit Sassolis Tod steht die am Abstimmungstag 43 Jahre alt gewordene Politikerin bereits geschäftsführend an der Spitze des Parlaments. Bei ihrer Bewerbungsrede sagte Metsola, sie wolle nicht vor „schwierigen Entscheidungen“ zurückschrecken.

„Ich bin eine Frau von einer kleinen Insel mitten im europäischen Südmeer. Ich weiß, was es heißt, die Außenseiterin zu sein“, sagte Metsola vor den Parlamentariern in Straßburg. Metsola ist die jüngste Präsidentin des EU-Parlaments seit Bestehen der Institution und die dritte Frau an deren Spitze.

Roberta Metsola: Im Parlament umstritten

Die promovierte Juristin sitzt seit 2013 für die maltesische Nationalistische Partei, die zur EVP-Fraktion gehört, in der EU-Volksvertretung. 2020 übernahm die Politikerin den Posten der ersten von 14 Vizepräsidenten im EU-Parlament.

Die vierfache Mutter bezeichnet sich selbst als fortschrittliche Befürworterin von LGBTQ- und Frauenrechten. Allerdings ist sie wegen ihrer ablehnenden Haltung zu Schwangerschaftsabbrüchen unter den Parlamentariern auch umstritten.

Abtreibung ist im überwiegend katholischen Malta - dem kleinsten Land der EU - illegal. Metsola stimmte im Juni gegen einen Bericht, in dem alle Mitgliedstaaten aufgefordert wurden, sicheren Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen anzubieten.

Außer Metsola waren die Grünen-Abgeordnete Alice Bah Kuhnke aus Schweden, die Linken-Abgeordnete Sira Rego aus Spanien und der polnische Abgeordnete Kosma Zlotowski von der EU-skeptischen, nationalkonservativen Fraktion im Europaparlament an diesem Dienstag zur Wahl angetreten. (red/afp)

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