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Robert Mugabe wurde Ende November nach 37 Jahren von der Macht entfernt - und sein Porträt von der Wand.

Simbabwe

Robert Mugabe lebt weiter in Saus und Braus

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Der neue Präsident von Simbabwe macht seinem Vorgänger Robert Mugabe im Amt Geschenke.

Revolutionen fressen bekanntlich ihre Kinder. Doch manche kommen dermaßen freundlich daher, dass sie sogar die vom Sockel gestürzten Tyrannen verwöhnen. Letzteres ist in dem südafrikanischen Ruinenstaat Simbabwe der Fall, wo Robert Mugabe Ende November nach 37 Herrschaftsjahren unter dem Jubel der Bevölkerung von der Macht entfernt wurde. Statt seine letzten Lebensjahre in reuiger Abgeschiedenheit oder gar hinter Gittern verbringen zu müssen, darf sich der 93-jährige Autokrat auf einen gut gepolsterten Ruhestand freuen: mit unverminderten Bezügen, einem staatlich finanzierten Dienstbotenheer und Langstreckenflügen in der ersten Klasse.

Das alles – und noch viel mehr – ist Teil eines „Exit-Paketes“, das Mugabes erzwungener Nachfolger Emmerson Mnangagwa seinem einstigen väterlichen Freund jetzt per Dekret einräumte. Danach hat der entmachtete Präsident auch weiterhin Anspruch auf eine Luxuskarosse, mindestens sechs Leibwächter, zwei Fahrer, zwei Köche, zwei Gärtner, zwei Haushälterinnen, zwei Privatsekretäre sowie ein Büro mit Telefon, Fernseher, Handy und zwei Computern.

Selbst seine in der Bevölkerung verhasste 41 Jahre jüngere Ehefrau Grace muss sich um ihre Zukunft keine Sorgen machen. Auch nach dem Ableben ihres Ehemanns wird sie mit 60 Prozent von dessen Bezügen rechnen und mit ihren Kindern in der staatlich finanzierten Privatvilla des abgesetzten Machthabers residieren können. Wie man sich vorstellen kann, stieß das Dekret nicht unter allen Simbabwern auf Gegenliebe. „Das ist obszön“, wetterte Obert Gutu, Sprecher der oppositionellen Bewegung für demokratischen Wandel. „Wie kann sich ein zu Grunde gerichtetes Land solche enormen Ausgaben für den entmachteten Diktator leisten?“

Die Ereignisse im November, die schließlich zur Absetzung Mugabes führten, werden in Simbabwe inzwischen ironisch als der „höflichste Putsch aller Zeiten“ bezeichnet. Mnangagwa und das mit ihm verbündete Militär taten alles, um ihren einstigen Helden bloß nicht vor den Kopf zu stoßen. Die Höflichkeit der Putschisten versucht sich nun auch Mugabes ehemaliger Stellvertreter zu Nutzen zu machen. Ex-Vizepräsident Phelekezela Mphoko machte ebenfalls einen Anspruch auf ein „Exit-Paket“ geltend. Allerdings wird Mphoko seine Forderung vor Gericht erstreiten müssen.

Wohin der Hase in Simbabwe tatsächlich läuft, mussten die Simbabwer schon Ende vergangenen Jahres zur Kenntnis nehmen – als Präsident Mnangagwa einen hochrangigen Offizier nach dem anderen in sein Kabinett berief. Als mächtigster Mann im Staat gilt inzwischen Ex-Streitkräftechef Constantino Chiwenga, der außer zum Verteidigungsminister auch noch zum Vizepräsidenten ernannt wurde. Nach der vermeintlichen Revolution werde alle Macht in Wahrheit vom Militär ausgeübt, meint Piers Pigout von der International Crisis Group: „Es ist wie einen klasse Wein aus einer uniformierten Karaffe auszuschenken.“

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