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Habeck-Ministerium am Limit: „Leute werden krank, haben Burnout, kriegen Tinnitus“

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Von: Erkan Pehlivan

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Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz auf dem BDI - Tag der deutschen Industrie
Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz © Bernd von Jutrczenka/dpa

Im Bundeswirtschaftsministerium arbeiteten die Mitarbeiter an ihren Grenzen. Auf einer BDI-Veranstaltung warb Habeck daher um Verständnis für die Beamten.

Berlin – Angesichts des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und der anhaltenden wirtschaftlichen Folgen daraus wird der Druck auf das Bundeswirtschaftsministerium immer größer. Jetzt hat sich Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) vor seine Mitarbeiter gestellt. „Die Leute, irgendwann müssen die auch schlafen und essen“, sagte Habeck bei einem Kongress des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) in Berlin. „Es ist jetzt kein Scheiß, den ich erzähle: Die Leute werden krank. Die haben Burnout“, sagte der Minister. Seine Mitarbeiter bekämen Tinnitus und könnten nicht mehr, monierte der Grünenpolitiker.

Habecks Ministerium: 20 Gesetze und 28 Verordnungen in neun Monaten

In seinem Ministerium seien in den vergangenen neun Monaten 20 Gesetze und 28 Verordnungen gemacht worden, berichtete Habeck. „Ich müsste mal nachzählen, wie viele Gesetze das Wirtschaftsministerium in der letzten Legislatur gemacht hat.“ Habeck würde tippen, es seien weniger. Das Arbeitspensum des Wirtschaftsministers selbst dürfte angesichts der Auswirkungen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine mindestens genau hoch sein, wie das seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bei einem Auftritt in der ARD-Talkshow „Maischberger“ gab er unter anderem an, dass er eigentlich gar nicht mehr zum Brötchen kaufen oder essen komme.

Energiekrise: Frankreich könnte im Winter weniger Energie liefern als angenommen

Der Bundeswirtschaftsminister sei im letzten Stresstest für die Energieversorgung Deutschlands davon ausgegangen, dass bis Weihnachten wieder 50 Gigawatt Leistung durch die französischen Kernkraftwerke erbracht werden könnten. Grundlage der Annahme sei die Kommunikation mit den entsprechenden Stellen im Nachbarland gewesen. Dagegen hatte ein jüngster Stresstest in Frankreich aber ein realistisches Szenario von lediglich 45 Gigawatt ergeben, womöglich weniger, so Habeck.

BDI hält trotz Energiekrise an Klimazielen fest

Habeck lobte den Ansatz des BDI, sich trotz der Energiekrise zu den Klimazielen Deutschlands zu bekennen. BDI-Präsident Siegfried Russwurm hatte zuvor bekräftigt, dass die deutschen Firmen trotz der Energiekrise an den Klimazielen für 2030 und 2045 festhalten wollen.  Das Investieren in die Zukunft dürfe nicht erlahmen, so der Minister. (Erkan Pehlivan/dpa)

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