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Habeck will weg von Putins Gas: Doch LNG-Terminals bergen Gefahren

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Von: Moritz Serif

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In Robert Habecks Plänen, von russischem Erdgas unabhängig zu werden, spielt Flüssiggas eine große Rolle. Doch LNG-Terminals sind umstritten.

Berlin - Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) tut aktuell alles dafür, um von russischem Erdgas unabhängig zu werden. Auch Flüssiggas soll in seinen Planungen eine zentrale Rolle spielen. Drei Flüssiggas-Terminals (LNG) werden bis 2024/25 an der deutschen Küste entstehen.

Uniper, Energiekonzern und künftiger Betreiber, kündigte bereits an, dass ein erstes schwimmendes Terminal bereits Ende des Jahres oder Anfang 2023 an den Start gehen könnte. Deutschland ist bei diesem Vorhaben übrigens nicht alleine. Weltweit wächst der Bedarf an Flüssiggas seit Beginn des Ukraine-Konflikts. Und mit ihm auch die Gefahren.

Flüssiggas (LNG): Klimaschädlich und geopolitisch eine Gefahr

Zum einen kann LNG sehr klimaschädlich sein. Außerdem bergen solche Anlagen Sicherheitsrisiken, da bei unsachgemäßem Betrieb Explosionsgefahren entstehen, berichtet „energiezukunft“. Auch geopolitisch drohen Risiken. So hatte der Libanon kürzlich Israel mit Angriffen auf ein Schiff gedroht, auf dem Flüssiggas lagert, schrieb „Markt und Mittelstand“. LNG-Terminals können zu schwimmenden Bomben mutieren.

Brian Paul Mo-Ajok, Feuerwehrspezialist aus Rotterdam, schränkt etwas ein: „Um durch eine Schiffshülle und den LNG-Tank hindurch zu kommen, ist schon viel Kraft nötig.“ Laut Focus dürfte ein Panzer jedoch ausreichen, um durchzudringen. Gerd-Michael Würsig, eine Art Schiffs-TÜV, meint hingegen, dass eine Explosion extrem unwahrscheinlich sei.

Ein LNG-Terminal-Anleger.
Wie gefährlich Flüssiggas-Terminals sind, ist umstritten (Symbolbild). © Sina Schuldt/picture alliance/dpa

LNG-Tanker: Bislang keine Totalverluste, aber auch keine direkten Angriffe

Es müsste vieles zusammenkommen. „Die Sicherheitsstatistik von LNG-Tankern ist hervorragend, bisher gab es keine Totalverluste.“ Anders sieht es freilich bei direkten Angriffen aus. Wegen der Gefahren haben sich Initiativen gegen Flüssiggas gebildet.

Die Initiative „Safety Before LNG“ setzt sich seit Jahren dafür ein, keine LNG-Tanks in Häfen zu bauen. „Wir haben nichts gegen wirtschaftliche Entwicklung, aber man muss doch die Risiken einer solchen Anlage vorher abschätzen und die Bevölkerung informieren“, sagt Aktivist Jonny McElliot.

Gefahr von Flüssiggas (LNG): Robert Habeck hat sich noch nicht geäußert

Stattdessen könnten schwimmende Plattformen auf dem Meer das LNG wieder in Gas umwandeln und es direkt ins Pipeline-Netz einspeisen. Was Wirtschaftsminister Robert Habeck von den Gefahren von Flüssiggas hält, ist indes nicht bekannt. Der Politiker der Grünen hat sich dazu bislang noch nicht geäußert. (mse)

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