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Habecks Energiespar-Pläne: Was sich jetzt in Deutschland ändert

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Von: Vincent Büssow

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Seit langem wird in Deutschland über Energiesparmaßnahmen im Kampf gegen die Gasknappheit diskutiert. Jetzt legt Robert Habeck konkrete Pläne vor.

Berlin – Es wird ernst in Deutschland, was das Energiesparen betrifft. Als Reaktion auf die Gasknappheit plant Wirtschaftsminister Robert Habeck zwei neue Verordnungen, die das Heizen und Beleuchten von öffentlichen, teilweise aber auch privaten Gebäuden einschränken sollen. Pünktlich zum Beginn der kalten Jahreszeiten sollen diese in Kraft gesetzt werden.

Bereits im Juli hatte der Grünen-Minister Eckpunkte eines neuen Energiesicherungspakets vorgelegt. Mittlerweile sind diese zu Verordnungen ausformuliert worden, die Habeck am Freitag (12. August) an seine Kabinettskollegen verschickte. Manche der darin enthaltenen Maßnahmen sollen bereits am 1. September in Kraft treten. Was ändert sich dann?

Wirtschaftsminister Robert Habeck neben einem Blockheizkraftwerk bei den Stadtwerken Bayreuth.
Wirtschaftsminister Robert Habeck plant jetzt konkrete Maßnahmen zum Energiesparen in Deutschland. Einige ineffiziente Heizmethoden sollen abgeschafft werden. (Archivbild) © Soeren Stache/dpa

Habeck plant Energiesparmaßnahmen: Was ändert sich in Deutschland?

Der Großteil der Energiesparmaßnahmen betrifft öffentliche Gebäude. Diese sollen ab dem Herbst nur noch bis maximal 19 Grad beheizt werden. In Durchgangsbereichen soll die Heizung ganz abgestellt werden. Ausnahmen gelten dabei für Kliniken, Pflegeinstitutionen und sonstige soziale Einrichtungen sowie Orte, die aus sicherheitstechnischen Gründen auf die Wärme angewiesen sind. Außerdem ist geplant, die Beleuchtung von Gebäuden und Denkmälern auszuschalten.

Für den privaten Bereich soll es keine derartigen Vorgaben geben. Vielmehr sind die geplanten Maßnahmen hier darauf begrenzt, Mietvertragsklauseln zu bestimmten Mindesttemperaturen auszusetzen sowie private Pools nicht mehr mit Gas und Strom zu beheizen. Gasversorger und Besitzer größerer Wohngebäude sollen ihre Kunden beziehungsweise Mieter außerdem frühzeitig über den voraussichtlichen Energieverbrauch, dessen Kosten und mögliche Einsparmöglichkeiten informieren müssen.

Habecks Pläne gegen die Gasknappheit: Deutschland muss mehr Energiesparen

Während die genannten Schritte über den Zeitraum von einem halben Jahr durchgeführt werden sollen, sind weitere, langfristigere Maßnahmen geplant. So soll eine jährliche Heizungsprüfung für Gebäude mit Gasheizung zur Pflicht werden. Ineffiziente, ungesteuerte Heizungspumpen in Gebäuden mit Erdgasheizungen sollen außerdem ausgetauscht werden. Diese zweite Verordnung soll ab Oktober in Kraft treten und zunächst für zwei Jahre gelten.

Mit den Verordnungen will Habeck das freiwillige Energiesparziel der EU einhalten – und sogar übertreffen. Dieses sieht vor, 15 Prozent weniger Gas von Anfang August bis Ende März zu verbrauchen. „Nach derzeitigem Stand muss Deutschland etwa 20 Prozent Gaseinsparung erreichen, um eine Gasmangellage abzuwenden“, heißt es in dem Papier des Wirtschaftsministeriums. Fünf bis acht Prozent seien dabei schon geschafft.

Schon seit langem ruft Habeck die Menschen zum Energiesparen auf – und erntet auch Kritik dafür. FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai sagte erst vor Kurzem, der Wirtschaftsminister müsse Versorgungssicherheit gewährleisten, statt Duschtipps zu geben. (vbu mit dpa)

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