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Robert Habeck: Pragmatismus als Markenzeichen

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Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck.
Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck. © afp

Der Wirtschaftsminister muss im ersten Regierungsjahr den Troubleshooter geben.

Robert Habeck hat Großes vor, als er als erster Grüner das Wirtschaftsministerium übernimmt: „Geschichte schreiben“, nämlich mit der Mission, die Wirtschaft klimafreundlich umzubauen. Ein Jahr später ist klar: Nicht der Klimaschutz wird sein Markenzeichen, sondern die Sicherstellung der Versorgung mit Erdgas, das die Wirtschaft am Laufen hält und die Hälfte der deutschen Wohnungen beheizt.

Habeck wird zum beliebtesten Politiker, mit bedingungslosem Pragmatismus als Markenzeichen. Nichts scheint ihm zu schaden. Nicht die Verbeugung vor den Herrschern des Gasexporteurs Katar, nicht die Reaktivierung von Kohlekraftwerken, nicht die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke. Die Wirtschaft liebt ihn, und selbst die Grünen-Parteibasis, deren kollektiver Magen sich umdrehen müsste, muckt nicht auf. Nur die verkorkste Idee, die Bürger:innen mit einer Gasumlage zusätzlich zu belasten, führt im Sommer zu einem Imageknick. Nach einem Hin und Her wird sie abgewickelt und durch den Scholz’schen „Doppelwumms“ ersetzt. Seither ist Habeck wieder obenauf.

Ob Habeck vor der Geschichte als Wirtschafts- und Klimaminister bestehen kann, entscheidet sich erst ab Jahr zwei der Ampel. Denn sein Ministerium erfindet zwar Gesetz um Gesetz, um der Energiewende Schwung zu geben. Niedergeschlagen in den Zubauzahlen bei Wind- und Solarenergie hat sich das noch nicht. Man muss Habeck hier noch etwas Zeit zubilligen, aber nicht zu viel.

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