Right Livelihood Award

Alternativer Nobelpreis 2020 geht unter anderem nach Belarus und in den Iran

Die Right-Livelihood-Stiftung richtet bei der Vergabe der Alternativen Nobelpreise die Aufmerksamkeit oft auf weniger bekannte Namen, die die Welt ein Stück besser machen.

  • In Stockholm wurden am 1.10. die Gewinner der diesjährigen Alternativen Nobelpreise verkündet
  • Right Livelihood Award würdigt den Einsatz für Menschenrechte, Pressefreiheit, bürgerliche Freiheiten und Umweltschutz
  • 2019 war auch die Klimaaktivistin Greta Thunberg ausgezeichnet worden.

Update, 09.05 Uhr: Die Alternativen Nobelpreise gehen in diesem Jahr unter anderem nach Belarus und in den Iran. Dort werden die inhaftierte iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh sowie der belarussische Demokratie-Aktivist Ales Beljazki und das von ihm gegründete Menschenrechtszentrum Wesna mit dem Preis ausgezeichnet, wie die zuständige Right-Livelihood-Stiftung mitteilte.

Außerdem erhalten der US-Bürgerrechtsanwalt Bryan Stevenson und die Aktivistin Lottie Cunningham Wren aus Nicaragua die renommierte Auszeichnung, die die in Stockholm ansässige Stiftung alljährlich im Vorfeld der eigentlichen Nobelpreis-Bekanntgaben verkündet.

Der weißrussische Dissident Ales Beljazki.

Einige Male haben auch weltbekannte Gesichter die Auszeichnung erhalten:

  • Greta Thunberg: 2019 stach vor allem ein prominenter Name unter den Preisträgern heraus: der von Klimaaktivistin Greta Thunberg. Die junge Schwedin wurde für ihren Kampf gegen die Klimakrise geehrt, bei dem sie mit ihren Forderungen nach mehr Klimaschutz zur Inspirationsquelle für Millionen überwiegend junge Demonstranten in aller Welt geworden ist.
  • Edward Snowden: Der US-Whistleblower wurde im Jahr 2014 geehrt. Die Stiftung begründete die Ehrung damit, dass er mit Mut und Kompetenz das beispiellose Ausmaß staatlicher Überwachung offengelegt habe, das grundlegende demokratische Prozesse und Verfassungsrechte verletze.
  • Denis Mukwege: Ein Jahr vor Snowden erhielt der kongolesische Arzt Mukwege den Preis für seinen Einsatz für Frauen, die in Kriegszeiten sexueller Gewalt ausgesetzt gewesen sind. Fünf Jahre später wurde er 2018 schließlich mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Der 65-Jährige gilt als weltweit führender Experte für die Behandlung von Verletzungen durch Gruppenvergewaltigungen und als Aktivist gegen sexuelle Gewalt.
  • Astrid Lindgren: Die Kinderbuchautorin und weltweit wohl berühmteste Schwedin hat den Alternativen Nobelpreis 1994 erhalten. Die Stiftung verlieh Thunbergs Landsfrau den nicht dotierten Ehrenpreis für ihren „lebenslangen Kampf für die Rechte von Kindern“.
  • Bianca Jagger: Die frühere Ehefrau des Rolling-Stones-Sängers Mick Jagger bekam den Preis 2004 für ihren Einsatz für Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz. Sie habe gezeigt, „wie man Berühmtheit in den Dienst von Ausgebeuteten und Benachteiligten stellt“, begründete die Stiftung die Wahl damals.

Alternativer Nobelpreis: Greta Thunberg und Edward Snowden ausgezeichnet

Erstmeldung

Stockholm - Die Namen der geehrten Persönlichkeiten sind meistens eher unbekannt. Doch das ist nicht immer der Fall. So durfte sich im vergangenen Jahr die Klima-Aktivistin Greta Thunberg über den Right Livelihood Award freuen. Auch der bekannte US.-Whistleblower Edward Snowden und die schwedische Kinderbuchautorin Astrid Lindgren sind früher bereits geehrt worden.

Um 9 Uhr wird nun in der schwedischen Hauptstadt Stockholm das Geheimnis gelüftet, wer in diesem Jahr die Auszeichnung erhält, die auch als Alternativer Nobelpreis gilt. Immer im Vorfeld der eigentlichen Nobelpreiswoche zeichnet die Right-Livelihood-Stiftung damit Persönlichkeiten aus, die sich ganz besonders stark für Menschenrechte, die Umwelt und Frieden einsetzen.

In diesem Jahr wurden nach Stiftungsangaben 182 Nominierungen aus 71 Ländern berücksichtigt, die fristgerecht bis zum 4. März dieses Jahres eingereicht worden sind. Daraus hat eine internationale Jury nach intensiver Prüfung die Preisträger ausgewählt.

Alternativer Nobelpreis wird seit 1980 vergeben

Initiiert hat den aus privaten Spenden finanzierten und seit 1980 vergebenen Preis der deutsch-schwedische Journalist und Philanthrop Jakob von Uexküll. Mit den auf den Dynamit-Erfinder Alfred Nobel zurückgehenden Nobelpreisen, deren Preisträger vom 5. Oktober an in Stockholm und Oslo verkündet werden, hat die Auszeichnung nichts zu tun.

Klimaaktivistin Greta Thunberg wurde 2019 mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.

Der Beiname „Alternativer Nobelpreis“ hängt stattdessen mit der Entstehungsgeschichte des Right Livelihood Awards zusammen: Von Uexküll war 1979 mit der Idee an die Nobelstiftung herangetreten, zwei weitere Nobelpreise ins Leben zu rufen, nämlich einen für Umwelt und einen zur Förderung des Wissens und der Perspektiven von Menschen in armen Ländern. Dieser Vorschlag wurde abgelehnt, woraufhin sich von Uexküll zur Vergabe des Right Livelihood Awards entschloss.

Alternativer Nobelpreis ist mit rund 95.000 Euro dotiert

Die Preisträger erhalten jeweils eine Million schwedische Kronen (rund 95.000 Euro), die für ihre Arbeit bestimmt sind. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie sollen die Geehrten in diesem Jahr am 3. Dezember auf einer virtuellen Verleihung gewürdigt werden. (FR/dpa)

Rubriklistenbild: © dpa/Thomas Körbel

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