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Malu Dreyer SPD Landtagswahl Rheinland-Pfalz
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Malu Dreyer (SPD) will bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz erneut zur Ministerpräsidentin gewählt werden.

Landtagswahl

Landtagswahl 2021 in Rheinland-Pfalz: Ministerpräsidentin Malu Dreyer will trotz Krankheit weiter regieren

  • Erik Scharf
    vonErik Scharf
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Malu Dreyer will weitere fünf Jahre an der Spitze der Landesregierung in Rheinland-Pfalz stehen. Die Politikerin der SPD ist seit 2013 Ministerpräsidentin. In der Gunst der Wähler liegt Dreyer auch während der Coronavirus-Pandemie klar vorne.

  • Malu Dreyer ist seit 2013 Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz.
  • Bei der Landtagswahl 2021 in Rheinland-Pfalz am 14. März ist Malu Dreyer erneut Spitzenkandidaten der SPD.
  • Malu Dreyer hat trotz einer schweren Krankheit eine steile Karriere in der SPD in Rheinland-Pfalz hingelegt.

Mainz - Malu Dreyer ist die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz und eine der Vize-Parteivorsitzenden der SPD. Die Politikerin steht seit der vergangenen Landtagswahl 2016 an der Spitze einer erstmals in Rheinland-Pfalz gebildeten rot-gelb-grünen Ampelkoalition. Schon 2013 wurde Malu Dreyer nach dem Rückzug von Kurt Beck von den Mitgliedern der SPD zur neuen Regierungschefin gewählt. Damit ist Malu Dreyer die erste Frau an der Spitze der Landesregierung in Rheinland-Pfalz

Bei der Landtagswahl am 14. März 2021 will sie als Spitzenkandidatin der SPD gegen den CDU-Kandidaten Christian Baldauf durchsetzen. Nach derzeitigen Prognosen von Infratest dimap im Auftrag des SWR liegt die CDU derzeit deutlich vor der SPD. Gäbe es eine Direktwahl des Ministerpräsidenten oder der Ministerpräsidentin, dann würde die Amtsinhaberin Malu Dreyer die Landtagswahl jedoch mit großem Abstand für sich entscheiden. Rund die Hälfte Menschen in Rheinland-Pfalz hätten sie gerne weiterhin als Ministerpräsidentin.

Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Malu Dreyer ist erneut Spitzenkandidatin der SPD

Mit einer überwältigenden Mehrheit von 99,7 Prozent wurde Malu Dreyer von den Delegierten der SPD in Rheinland-Pfalz im Dezember 2020 zur Spitzenkandidatin für die Landtagswahl 2021 gewählt. 

Bei der Landtagswahl 2016 in Rheinland-Pfalz setzte sich Malu Dreyer gegen Julia Klöckner (CDU) durch. Mit 36,2 Prozent hatte die SPD damals einen historischen Höchststand erreicht - den viele auf das Konto der Spitzenkandidaten verbuchten. Die CDU war wiederum auf den historischen Tiefststand von 31,8 Prozent abgestürzt.

Das Ergebnis der Landtagswahl 2016 in Rheinland-Pfalz:

SPDCDUGrüneFDPLinkeAfDAndere
36,231,85,36,22,812,85,0

Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Malu Dreyer mit klarem Kurs in Coronavirus-Pandemie

In Zeiten der Coronavirus-Pandemie hat Malu Dreyer den Kurs der Bundesregierung und von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterstützt. Es sei richtig, Schritt für Schritt kleine Lockerungen anzugehen. Doch müssten wir „immer ein wenig bösgläubig bleiben“ und die „drei goldenen Regeln“ befolgen: Abstand halten, Hygiene beachten und Masken tragen, sagte sie bei einem TV-Auftritt bei Maybrit Illner

Auch in ihrer Neujahrsansprache forderte Dreyer die Menschen in Rheinland-Pfalz dazu auf, bei der Bewältigung der Krise weiter geduldig zu bleiben. „Ich verstehe gut, dass Sie gerne einen klaren Fahrplan aus der Krise hätten und manches kritisch sehen“, sagte sie den Menschen in Rheinland-Pfalz. Man bündele in der Landesregierung jede Kraft, um schnell einen Weg zurück zur Normalität zu finden. 

Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Malu Dreyer erinnert an Amokfahrt in Trier

Die Verlängerung des Shutdowns bis Ende Januar bezeichnete Malu Dreyer beim digitalen Neujahrsempfang als „richtig, weil wir nach wie vor hohe Inzidenzen haben“. Den Mitbegründer des Mainzer Impfstoffentwicklers Biontech, Ugur Sahin, lobte Dreyer als „ausgezeichneten Botschafter für Innovationskraft und Forschungsförderung in Rheinland-Pfalz“. 

Die Ministerpräsidentin erinnerte aber auch an „die entsetzliche Mordfahrt in Trier“, dem Wahlkreis von Malu Dreyer. Ein 51-Jähriger ist im Dezember 2020 alkoholisiert mit seinem SUV durch die Fußgängerzone gerast, fünf Menschen starben bei der Amokfahrt, 18 weitere wurden verletzt.

Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Malu Dreyer kurzzeitig Vorsitzende der SPD

2019 war Malu Dreyer nach dem Rücktritt von Andrea Nahles zwischen Juni und Dezember kommissarische Partievorsitzende der SPD. Auf dem Bundesparteitag am 6. Dezember wurden Saskia Esken und Norbert-Walter Borjans als neue Parteivorsitzende der SPD gewählt 

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz ist zudem Mitglied im Bundesrat, deren Präsidentin sie zwischen November 2016 und Oktober 2017 war. Vor ihrer Wahl zur Ministerpräsidentin war Malu Dreyer seit 2002 Ministerin für Soziales, Arbeit und Familie in Rheinland-Pfalz. Die SPD-Politikerin ist Vorsitzende des ZDF-Verwaltungsrats sowie der Rundfunkkommission der Länder.

Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Malu Dreyer seit 26 Jahren in der SPD

Malu Dreyer wurde am 6. Februar 1961 in Neustadt an der Weinstraße geboren, ihr voller Vorname ist Marie-Luise Anna. Sie hat zwei Geschwister, ihr Vater war Schulleiter und die Mutter Erzieherin. An der Johannes-Gutenberg-Universität studierte Malu Dreyer Rechtswissenschaften. Sie ist mit Claus Jensen verheiratet, ehemaliger Staatssekretär in Rheinland-Pfalz und Oberbürgermeister von Trier. Jensen brachte drei Kinder aus seiner ersten Ehe mit in die Beziehung.

1994 ist Malu Dreyer in die SPD eingetreten. Ihre politische Karriere begann sie als Bürgermeisterin der Stadt Bad Kreuznach zwischen 1995 und 1997. Anschließend wechselte sie als Dezernentin für Soziales, Jugend und Wohnen zur Stadt Mainz. Der damalige Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, berief Malu Dreyer 2002 als Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Demografie in sein Kabinett. Dieses Amt bekleidete sie bis zur Wahl als Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz

Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Malu Dreyer leidet an Multipler Sklerose

Malu Dreyer ist auf die Hilfe eines Rollstuhls angewiesen. 

Malu Dreyer bekam 1995 die Diagnose Multiple Sklerose. Zwar muss sie bei langen Wegstrecken im Rollstuhl sitzen oder auf ein Elektromobil ausweichen, die Leistungsfähigkeit der bekennenden Katholikin auf dem politischen Parkett ist dadurch aber nur minimal eingeschränkt. „Mein Kopf denkt die Beine nicht mit. Manchmal sehe ich jemanden und will spontan auf ihn zugehen und merke erst eine Sekunde später: So schnell, wie ich das will, kann ich das gar nicht“, sagte sie in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“. 

Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Mord an Erzieherin belastet Malu Dreyer

2004 geriet sie im Zuge der „Rodalben“-Affäre in die Kritik. Nachdem eine Erzieherin in einem Jugendheim von zwei Minderjährigen erstochen wurde, wurden Malu Dreyer von der Opposition schwere Vorwürfe gemacht. Ihr wurden Versäumnisse bei der Planung des Projekts zur Heimunterbringung straffällig gewordener Jugendlicher vorgeworfen. Dreyer musste sich in einem Untersuchungsausschuss verantworten, sie überstand die Krise aber im Amt.  

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