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Christian Baldauf, Fraktionsvorsitzender der rheinland-pfälzischen CDU, spricht beim Parteitag der rheinland-pfälzischen CDU.

Rheinland-Pfalz

Christian Baldauf zum CDU-Spitzenkandidaten gewählt

Christian Baldauf tritt bei der Landtagswahl 2021 als CDU-Spitzenkandidat gegen Malu Dreyer an. Sein Herausforderer Marlon Bröhr konnte kaum punkten.

Der rheinland-pfälzische CDU-Landtagsfraktionsvorsitzende Christian Baldauf ist mit 80,25 Prozent der Stimmen zum Spitzenkandidaten seiner Partei für die Landtagswahl 2021 gewählt worden. 321 der 407 Delegierten des Landesparteitags in Neustadt/Weinstraße stimmten am Samstag für den 52 Jahre alten Juristen aus der Pfalz. Sein Herausforderer, der Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises Marlon Bröhr (45), bekam nur 79 Stimmen.

Baldauf, der als verlässlicher Teamplayer gilt, appellierte in seiner gut halbstündigen, mehrfach von Applaus unterbrochenen Rede an die Partei, ihn zu unterstützen. Er forderte mehr Erzieher, Lehrer, Pfleger, Medizin-Studienplätze und Ärzte sowie eine wohnortnahe medizinische Versorgung. Er versprach mehr Geld für die Kommunen sowie eine „ernsthafte Umwelt- und Klimapolitik ohne Hysterie“, die die Städte nicht gegen das Land ausspiele. Er wolle die Wirtschaftspolitik und Investition in Brücken, Straßen, und den Breitband- und Mobilfunkausbau voran bringen.

Baldauf: Keine Zusammenarbeit mit der AfD

Eine Zusammenarbeit mit der AfD werde es nicht geben, betonte Baldauf. „Die AfD will eine andere Republik.“ Die CDU müsse die Nichtwähler zurückgewinnen.

Er werde die „schlechten Arbeitsbedingungen“ für Polizei Gerichte und Staatsanwaltschaften verbessern. Baldauf sprach sich zudem für eine klare Asylpolitik aus. Dazu gehöre auch, „dass wer nicht bleiben kann, wieder zurückkehrt“. Die Union werde sich für eine Entschuldung der Kommunen stark machen und sie aus „dem Korsett der klebrigen Landesfinger“ befreien.

Der rheinland-pfälzische SPD-Generalsekretär Daniel Stich gratulierte Baldauf zur Wahl. „Wir freuen uns auf den Wahlkampf“, sagte er in Mainz.

Julia Klöckner war 2010 mit 95,5 Prozent der Stimmen und 2015 sogar einstimmig zur Spitzenkandidatin ihrer Partei gewählt worden. Gegenkandidaten hatte sie aber bei beiden Wahlen nicht. Baldauf hatte 2010 als Partei- und Fraktionschef auf eine Spitzenkandidatur zugunsten Klöckners verzichtet und war auch danach nicht angetreten.

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Baldauf galt als Favorit

Der zweifache Familienvater hat jahrzehntelange Erfahrung in der Landespolitik. Der Oppositionsführer im Landtag und stellvertretende Landesvorsitzende war bereits im Juni einstimmig vom Landesvorstand als Spitzenkandidat nominiert worden. Somit galt er als Favorit. Die Landesvorsitzende Klöckner unterstützte ihn auch am Samstag noch einmal ausdrücklich.

Landrat Bröhr - der noch keine landespolitische Erfahrung hat - hatte seine Kandidatur erst zweieinhalb Wochen vor dem Parteitag bekannt gegeben und für seine knapp 20 Minuten lange Rede nur wenig Applaus bekommen.

Vor der Wahl des Spitzenkandidaten hatten die Delegierten einen Antrag des CDU-Gemeindeverbands Kirchberg nach einem Mitgliederentscheid mit großer Mehrheit abgeschmettert. Der Verband stammt aus Bröhrs Landkreis. (dpa)

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