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Rezo attackiert in dem 55 Minuten langen Clip CDU und CSU.

Anti-CDU-Video

Rezo sorgt mit „Die Zerstörung der CDU“ für Debatte

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Der CDU passt das Kritikvideo so kurz vor der Europawahl gar nicht und sie wehrt sich. Rezo spricht von „belegloser Diskreditierung“.

Ein unter dem Titel „Die Zerstörung der CDU“ laufendes YouTube-Video entwickelt sich kurz vor der Europawahl zu einem immer größeren Internethit. Bis Donnerstagvormittag klickten mehr als 4,8 Millionen Internetnutzer das Video des YouTubers Rezo an. Die Zahl der Kommentare stieg auf über 94.000, darunter sehr viele zustimmende Äußerungen. Eine Nutzerin schrieb etwa, „Danke, danke danke! Sagt eine 44jährige Olle, für die Du die Hoffnung Deiner Generation bist.“

Der in seinen YouTube-Kanälen ansonsten eher unpolitische Rezo attackiert in dem 55 Minuten langen Clip CDU und CSU. Dabei beklagt er ungerechte Vermögensverteilungen in Deutschland, die  jeder wissenschaftlichen Vernunft widersprechende Klima- und Umweltpolitik, Inkompetenz einzelner Unionspolitiker oder die deutsche Beteiligung an Kriegsverbrechen. Unterlegt ist dies mit einer langen Liste an Quellen.

Zu Beginn des Clips sagt der YouTuber, sein Video sei kein langweiliges Politikvideo, sondern ein echtes Zerstörungsvideo. „Nicht, weil ich aktiv versuche jemanden zu zerstören, sondern weil die Fakten und Tatsachen einfach dafür sprechen, dass die CDU sich selbst, ihren Ruf, und ihr Wahlergebnis und damit selbst zerstört.“

Paul Ziemiak wirft Rezo Falschbehauptungen vor

So habe jahrzehntelange, CDU-lastige Politik in Deutschland dazu geführt, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander gegangen sei. Rezo sagt, dass er unter CDU auch CSU verstehe, weil dies nur eine Art bayerische CDU sei.

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CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hatte dem in dem Internetkanal YouTube erfolgreichen Rezo „Falschbehauptungen“ vorgeworfen, ohne dies aber zu konkretisieren. Mittlerweile hat Ziemiak den Youtuber zum Gespräch geladen.  „Lieber @rezomusik, lass uns miteinander reden“, schrieb Ziemiak am Donnerstag auf Twitter.  „Wir machen nicht alles richtig. Du hast Kritikpunkte benannt, die berechtigt sind“, so Ziemiak weiter.

Ein ursprünglich als Reaktion auf die kritischen Äußerungen des Youtubers geplantes Internet-Video des jungen Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor wollte die CDU nicht veröffentlichen. Darauf hat man sich in der Parteispitze geeinigt. Ziemiak kündigte an, auch Amthor werde zu einem Treffen mit Rezo kommen.

Rezo steckte über Hundert Stunden Recherche in das Video

„Ich hatte einfach den intrinsischen Drang, mich in Themen rein zu arbeiten, Bürgerinnen und Bürger aufzuklären, einen Diskurs anzukurbeln und dabei dafür zu sorgen, dass Menschen unabhängig vom politischen Background mitdiskutieren.“, so Rezo über seine Beweggründe, ein politisches Video zu machen.

Für das Video seien „mehrere Hundert Stunden draufgegangen“, so der Youtuber, der gemeinsam mit einem Team für das Video politische Recherche betrieb.

CDU-Politiker Axel Voss sprach vom „Aufstacheln junger Leute“, ein anderer Abgeordneter der CDU nannte Rezos Behauptungen „Fake News“.  „Dass die CDU mit belegloser Diskreditierung auf inhaltliche Kritik antwortet, ist natürlich nichts Überraschendes“, sagt Rezo dazu. Der Youtuber erhält seit Veröffentlichung des Videos auch Morddrohungen. Das schockiere ihn aber nicht, so Rezo: „Es sind auch konkrete Morddrohungen gegen mich und meine Familie vorhanden. Das sind nicht meine ersten Morddrohungen und werden wahrscheinlich auch nicht die letzten sein.“ (mit afp/dpa)

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