Dritter Tag

Parteitag der Republikaner: Mike Pence nennt Joe Biden „trojanisches Pferd der radikalen Linken“

  • Tim Vincent Dicke
    vonTim Vincent Dicke
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Der Parteitag der Republikaner ist im vollen Gang. Mike Pence nimmt seine Nominierung an und verspricht Law & Order.

  • Der Parteitag der Republikaner verläuft nicht ohne Probleme.
  • Kellyanne Conway gab ihre Abschiedsrede.
  • Donald Trump hatte den Ehemann der Beraterin immer wieder heftig attackiert.

+++ 06.20 Uhr: Nach neuen wütenden Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt hat Vizepräsident Mike Pence den Amerikanern Recht und Ordnung bei einer Wiederwahl von Präsident Donald Trump versprochen. „Wir werden auf den Straßen dieses Landes für jeden Amerikaner jeder Rasse, jeden Glaubens und jeder Hautfarbe Recht und Ordnung haben“, sagte Pence im historischen Fort McHenry bei Baltimore bei seiner Ansprache zum Parteitag der Republikaner. Bei den Protesten handele es sich um „Gewalt und Chaos in unseren Städten, nicht um friedliche Demonstrationen“. Die Trump-Regierung werde die Sicherheitskräfte und die Minderheiten im Land für vier weitere Jahre unterstützen. 

Gibt den harten Mann: Mike Pence.

Bei einem Wahlsieg Bidens im November drohten den USA Chaos und Gewalt: „Die harte Wahrheit ist: Sie werden in Joe Bidens Amerika nicht sicher sein.“ Trump wird seine Nomierungsrede am Donnerstagabend halten.

Pence sagte in der historischen Festung Fort McHenry in der Stadt Baltimore, der Demokrat Biden sei ein „trojanisches Pferd der radikalen Linken“, die der Polizei die Finanzmittel streichen wolle. Trump dagegen stehe für „Recht und Ordnung“.

Pence: Biden ist eine Gefahr für die Sicherheit

+++ 05.50 Uhr: Mike Pence hat in seiner Nominierungsrede für die Wahl im November den oppositionellen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden als Gefahr für die Sicherheit der Bürger dargestellt. „Die harte Wahrheit ist: Sie werden in Joe Bidens Amerika nicht sicher sein“, sagte der Republikaner am Mittwochabend (Ortszeit) in seiner Parteitags-Ansprache. Biden sei ein „trojanisches Pferd der radikalen Linken“, die der Polizei die Finanzmittel streichen wolle. Trump dagegen stehe für „Recht und Ordnung“.

+++ 5.00 Uhr:  US-Vizepräsident Mike Pence hat am Mittwoch die Nominierung des republikanischen Parteitags für eine zweite Amtszeit angenommen. Es sei ihm eine große Ehre, Amerika in dieser Aufgabe zu dienen, sagte Pence in einer Ansprache für den Parteitag, in einer historischen Kaserne, Fort McHenry bei Baltimore im US-Staat Maryland. Die Zuhörer, unter ihnen seine Frau Karen und drei Kinder, erhoben sich von ihren Sitzen und applaudierten.

Kellyanne Conway: „Trump vertraut uns Frauen“

Update Donnerstag, 27.09.2020, 04.40 Uhr: Die scheidende US-Präsidentenberaterin Kellyanne Conway hat das Engagement von Donald Trump für die Förderung von Frauen in der Gesellschaft der USA gepriesen. „Über Jahrzehnte hat er Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft und der Regierung befördert“, sagte Conway am Mittwochabend (Ortszeit) beim Parteitag der Republikaner. „Er vertraut sich uns an und konsultiert uns, respektiert unsere Meinungen und besteht darauf, dass wir den Männern gleichgestellt sind.“ Im Wahlkampf 2016 waren frühere frauenverachtende Äußerungen von Donald Trump aufgetaucht.

Kellyanne Conway, Beraterin von US-Präsident Trump, spricht während des Parteitages der Republikaner.

Bei der Präsidentenwahl 2016 hatte Conway als Wahlkampfmanagerin Trump zum Sieg verholfen. Nach dessen Amtsantritt wurde sie Beraterin des Präsidenten und eine seiner entschlossensten Verteidigerinnen. Große Bekanntheit im Ausland erlangte sie Anfang 2017, als sie versuchte, unwahre Behauptungen der Regierung zu „alternativen Fakten“ zu erklären. Einen Tag vor Beginn des Parteitags hatte sie am Sonntag überraschend ihren Rückzug aus dem Weißen Haus zum Monatsende angekündigt, um sich mehr um ihre vier Kinder zu kümmern.

Parteitag der Republikaner: Die perfekte Inszenierung?

Washington – Der Parteitag der Republikaner sollte die perfekte Trump-Inszenierung werden, doch problemlos verläuft die Show nicht. Gespannt warten viele auf die Rede von Kellyanne Conway. Die hochrangige Beraterin Donald Trumps gilt als Erfinderin der „alternativen Fakten“ und der „Fake News“. Einen Tag vor Beginn des Parteitags kündigte sie überraschend ihren Rückzug aus dem Weißen Haus zum Ende des Monats an.

Kellyanne Conway vor Beginn des republikanischen Parteitags zurückgetreten: Risse in der Familie wegen Donald Trump

„Dies ist vollkommen meine Entscheidung und meine Stimme. Zu gegebener Zeit werde ich meine Pläne für die Zukunft bekannt geben“, teilte die 53-jährige Conway mit. „Fürs Erste und für meine geliebten Kinder wird es weniger Drama und mehr Mama geben.“

Als Auslöser der Entscheidung wird die Tochter Conways gesehen. Zuletzt waren in der Familie offen Risse zutage getreten. Die 15-jährige Claudia Conway kritisierte ihre Mutter sowie Donald Trump immer wieder heftig im Internet. Am Wochenende griff sie ihre Mutter dafür an, dass sie beim Parteitag der Republikaner eine Rede halten wird. Sie sei „am Boden zerstört“ und wolle sich wegen „Jahren von Kindheitstraumata und Missbrauch“ rechtlich emanzipieren. „Es gibt niemanden, der Donald Trump mehr hasst als ich“, schrieb die 15-Jährige.

US-Parteitag der Republikaner: Neben Trump-Beraterin Conway sprechen auch Mike Pence und Richard Grenell

Seit Monaten hatte es in US-Medien zudem Spekulationen über Kellyanne Conways Beziehung mit Ehemann George gegeben, der ein prominenter konservativer Anwalt und lautstarker Kritiker Trumps ist. Der 56-Jährige kündigte zeitgleich an, er werde sich vom Lincoln Project zurückziehen, um „mehr Zeit für Familienangelegenheiten“ zu haben. Die Ziele der aus Republikanern bestehenden Gruppe von Trump-Kritikern unterstütze er weiterhin. Das Lincoln Project will unter anderem die Wiederwahl Trumps im November verhindern.

Donald Trump hatte trotz der Position von Kellyanne Conway keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen deren Ehemann gemacht. In einem Tweet nannte er George Conway im vergangenen Jahr „einen eiskalten Verlierer und höllischen Ehemann“.

Neben Kellyanne Conway sprechen auch viele weitere Politiker, die Donald Trump gewogen sind, am dritten Tag des republikanischen Parteitags. Die Redner sind unter anderem:

  • Vizepräsident Mike Pence
  • Second Lady Karen Pence
  • Richard Grenell, Ex-Botschafter der USA in Deutschland
  • Lara Trump
  • Senatorin Marsha Blackburn
  • Senatorin Joni Ernst
  • Gouverneurin Kristi Noem

Parteitag der Republikaner soll perfekte Trump-Show werden: Doch Skandale bleiben nicht aus

An den Tagen zuvor präsentierten die Republikaner Präsident Donald Trump als Kämpfer für alle Amerikaner und als selbstlosen Staatsmann. „Mein Ehemann, unsere Familie und die Menschen in dieser Regierung kämpfen für Sie“, sagte First Lady Melania Trump am Dienstagabend (25.08.2020, Ortszeit). Auch Präsidentensohn Eric Trump sagte: „Mein Vater wird für euch kämpfen.“ Sein Vater sei nicht angetreten, weil er den Job gebraucht hätte, „sondern weil er wusste, dass hart arbeitende Menschen in diesem großartigen Land zurückgelassen wurden“.

Der republikanische Parteitag blieb am Dienstag jedoch nicht ohne Skandal. Mary Ann Mendoza, Mutter eines getöteten Polizisten, hatte ihre mehr als 40.000 Twitter-Follower aufgefordert, einen von ihr weiterverbreiten Twitter-Thread zu lesen, bei dem es nach einem Bericht der Nachrichtenseite „Daily Beast“ um eine jüdische Verschwörung zur Versklavung der Welt ging. Die Republikaner strichen sie daraufhin von der Rednerliste. (tvd mit Agenturen) Donald Trump: Die Versprechen des US-Präsidenten im Check - eine Bilanz

Bei einer Wahlkampf-Parade für Donald Trump in Texas sinken mindestens vier Boote. Mehrere Leute müssen aus einem See gerettet werden.

Rubriklistenbild: © Andrew Harnik/dpa

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