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Unmut gegen Donald Trump wächst: Viele Republikaner kehren ihm den Rücken

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Von: Kilian Bäuml

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Nachdem die rote Welle in den USA ausblieb und die Demokraten sogar den Senat stellen, machen viele Republikaner Trump für die Niederlage verantwortlich und wenden sich ab.

Frankfurt – Nachdem die Wahl zuungunsten der Republikaner ausfiel, wächst der Unmut gegen Donald Trump. Auch der letzte Senatssitz ging in der Stichwahl Georgia an die Demokraten. Unmittelbar nach der Niederlage in Georgia begannen die Republikaner einen Schuldigen zu suchen – und für viele ist es der frühere Präsident.

Die Liste an Problemen, die Trump für die Republikaner mitbringt, wird immer länger. Die Partei ist zwischen Befürwortern und Gegnern des Ex-Präsidenten gespalten. Wie CNN berichtet, steht für viele Republikaner die Frage im Raum, ob er sich als Präsidentschaftskandidat für die Wahl 2024 halten kann.

Viele Republikaner wollen die Trump-Jahre hinter sich lassen

„Es ist nur ein weiterer Datenpunkt in einer überwältigenden Menge von Daten, die zeigen, dass die Trump-Besessenheit sehr schlecht für die Republikaner ist, aber normale Republikaner extrem gut abschneiden“, sagte der scheidende Senator Pat Toomey aus Pennsylvania zu CNN. Sein Sitz wird nun von einem Demokraten eingenommen.

Andere Republikaner gehen sogar noch einen Schritt weiter. „Ich denke, dass Präsident Trump einen sehr großen Einfluss darauf hatte, wer die Vorwahlen gewinnt, und das hat nicht gut funktioniert“, sagte Senator Mitt Romney aus Utah zu CNN. Weiter erklärt er: „Hoffentlich erkennen wir, dass seine Unterstützung der Todeskuss sein kann“.

Donald Trump
Donald Trump hat Rückhalt in seiner Partei verloren. (Symbolbild) © Michael Brochstein/Imago

Selbst lange Verbündete, wie Senator Lindsey Graham aus South Carolina, halten sich bedeckt, was Trump betrifft. Viele Republikaner würden Trumps Kampfgeist schätzen, doch er müsse den Wählern beweisen, dass er die Dinge noch umdrehen könne, erklärte er CNN.

Republikaner üben scharfe Kritik an Donald Trump aus

Doch für viele Republikaner ist das Vertrauen angeschlagen, weil die Liste der Fauxpas des früheren Präsidenten einfach zu lang ist. Nach seinem Abendessen mit Antisemiten und einem fragwürdigen Aufruf zur Aufhebung der US-Verfassung, wenden sich zahlreiche Republikaner von Trump ab.

Bereits zuvor machten viele prominente Republikaner Trump verantwortlich, für die ausgebliebene rote Welle bei den Midterms. Senator John Thune aus South Dakota sagt gegenüber CNN dazu, dass man sich besser auf die Fehler der Biden-Regierung konzentrieren solle. Nach Meinung vieler Republikaner würden die Demokraten durch ihren Regierungsstil die Inflation verschlimmern. Auch die Probleme an der amerikanisch-mexikanischen Grenze seien unter den Demokraten schlimmer geworden.

„In einem Wahljahr, in dem es eigentlich ein Referendum über die derzeitige Regierung und ihre Politik hätte sein sollen, konnten die Demokraten die Wahl in vielen Fällen in eine Wahl umwandeln, weil Trump dort draußen präsent war“, sagte Thune gegenüber CNN. „War er also ein Faktor? Ich glaube nicht, dass das infrage steht.“

Trump könnte in künftigen Wahlzyklen zum Verhängnis werden

Einige Republikaner wünschen sich, dass das Parteiestablishment im nächsten Wahlzyklus bei den Kandidaten härter durchgreifen müsse, auch wenn diese von Trump unterstützt werden. Ein weiteres Anliegen ist die Briefwahl – diese wird von Trump und seinen Anhängern abgelehnt. Mittlerweile wird von anderen Republikanern jedoch auch die Meinung vertreten, dass die Briefwahl gefördert werden sollte und einer der Gründe für das gute Abschneiden der Demokraten sei.

Donald Trump Kappen
Viele Republikaner wünschen sich einen anderen Kandidaten für die Wahl 2024. (Symbolbild) © Andres Leiva/Imago

Inzwischen denken einige führende Republikaner, dass Trump als Aushängeschild der Partei in kommenden Wahlen zum Verhängnis werden könnte.

Die Partei-Führung im Senat will die Trump-Jahre hinter sich lassen

Das Establishment wünscht sich für die nächsten Wahlen einen gemäßigteren Kandidaten. Die Trump-Jahre möchte die Parteiführung hinter sich lassen. Davon verspricht sie sich, Wählen in Vorstädten anzusprechen, von denen vermutet wird, dass sie die Partei wegen Donald Trump nicht mehr gewählt haben.

Doch Trump hat noch immer Anhänger in seiner Partei, die sich als Fraktion weiter für ihn einsetzen. Auch im neu gewählten Repräsentantenhaus, in dem die Republikaner die Mehrheit haben, befinden sich Trump-Anhänger. Trotzdem möchte man sich auf die grundlegenden, konservativen Prinzipien der Partei zurückbesinnen. (kiba)

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