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Maricopa County
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Maricopa County, Arizona: Wie schon direkt nach der Wahl demonstriert hier die Anhängerschaft von Donald Trump gegen einen angeblichen Wahlbetrug. (Archivbild)

Republikaner lassen wieder zählen

USA: Neuerliche Nachzählungen in Arizona basieren auf QAnon-Ideen

  • vonMirko Schmid
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Die Republikaner in Arizona haben mit ihren Parlamentsmehrheiten vor Ort eine händische Neuauszählung von Millionen Stimmzetteln erzwungen. Ändern wird es nichts.

Maricopa County - Die Finanzierung steht. Die von den republikanischen Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus in Arizona beschlossene Neuauszählung der Präsidentschaftswahl-Stimmzettel im größten Landkreis des Bundesstaats hat begonnen.

Finanziert durch eine Gruppe anonymer Geldgeber:innen werden nun also mehr als zwei Millionen Wahlzettel neu ausgewertet - von Hand. Ort der Auseinandersetzung ist der Landkreis Maricopa County. Dort hatte Joe Biden Donald Trump die entscheidenden Stimmanteile abgenommen, um sich den Staat als erster Demokrat seit 1996 zu sichern.

Die Situation ist skurril. Denn die Neuauszählung beginnt Monate, nachdem in Arizona bereits der örtliche Gouverneur, der für die Wahl zuständige Secretary of State sowie der Oberste Gerichtshof Bedenken etwaiger Wahltäuschungen zurückgewiesen und das Ergebnis verifiziert hatten. Der Einfluss der Kampagne ist realpolitisch gleich null.

Selbst wenn Donald Trump Arizona nachträglich gewinnt, wird er nicht wieder Präsident

Selbst wenn herauskommen sollte, dass tatsächlich Unregelmäßigkeiten in einer hohen Anzahl vorlägen und selbst wenn sich Donald Trump nachträglich doch als Sieger herausstellen sollte, hätte Biden weiterhin eine klare Mehrheit.

Zusätzlich stünden einer Umwidmung eines Wahlsieges in einem US-Bundesstaat nach der Amtseinführung von Joe Biden als US-Präsident eine Kette von Zertifizierungen und verfassungsgemäßer Hürden im Weg. Da der State Supreme Court bereits gesprochen und die Wahl für gültig erklärt hat, könnte der Fall zeitnah beim Obersten Gerichtshof in Washington D.C. landen.

„The Daily Beast“ berichtet von Bedenken „hinsichtlich der Sicherheit von Ron Watkins, einem Mann, der verdächtigt wird, Geburtshelfer des QAnon-Wahnsinns gewesen zu sein“. Dieser Watkins, ehemals Admin des Internetforums, in dem der rechtsextreme Verschwörungskult seinen Ursprung gehabt haben soll, streitet jede Mitverantwortung ab. Damit widerspricht er einer Recherche des TV-Senders HBO, der ihn in einer Dokumentation als „einen der Autoren“ der Ideen der Verschwörungsideologie benennt.

Vermutlicher QAnon-Mitgründer heizt Stimmung in Arizona an

Eben jener Watkins ist es nun, der die Stimmung um die Neuauszählungen im Maircopa County anheizt. Watkins selbst war es, der den Einsatz der Nationalgarde zur Sicherheit der angeblich vor wilden Horden der Demokraten bedrohten Neuauszählung als Erster gefordert hatte. Und Watkins war es, der davor gewarnt hatte, dass Truppen der „linksradikalen Antifa“ aus den gesamten USA nach Arizona aufbrechen würden, um die Neuauszählungen zu verhindern. Bislang sind keine solcher landesweiten Massenbewegungen gemeldet worden.

NameRonald Watkins
Forum8chan
RolleAdministrator
Zeitspanne2016 bis November 2020

Auseinandersetzungen hat es bisher noch keine gegeben und vor dem Veterans Memorial Coliseum, in dem die Prüfung stattfindet, demonstrieren nicht etwa wutentbrannte Linke. Dort demonstrieren stattdessen ein paar Fans von Donald Trump, die in erster Linie ihrem Unmut an den örtlichen Wahlaufsichtsbehörden freimachen wollen, welche die Präsidentschaftswahl als gültig anerkannt hatten.

Die „Arizona Rangers“ bewachen die Neuauszählung der Wahlstimmen in Arizona

„Bewacht“ wird die ganze Veranstaltung durch die „Arizona Rangers“. Ein privates „Sicherheitsunternehmen“, das seit dem Beginn der Neuauszählung bereits über 130.000 US-Dollar auf „gofundme“ gespendet bekommen hat. Die mehr als 400 Mitglieder starken „Arizona Rangers“ erhalten keine staatliche Finanzierung und verfügen nicht über polizeiliche Befugnisse. Sie verbreiten auf ihrer Facebook-Seite Trump-Kommentare und geben sich selbstsicher.

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Demokratisch gesinnte „Wahlbeobachter“ will hier niemand sehen. Drinnen wird gezählt. Von 2,1 Millionen Wahlzetteln ist die Rede. Drinnen ist es stickig, die meisten tragen Masken. Wenn sie mit ihrer Arbeit fertig sind, so erwarten es abseits der durch QAnon-Gerüchte und Donald Trump elektrisierten rechten Blase die meisten Fachkundigen, werden sie ein weiteres Mal den Wahlsieg von Joe Biden verkünden.

Was auch immer mit der Neuauszählung Arizona passiert: Präsident bleibt Joe Biden

Nachdem es vor ihnen schon andere ausgezählt und es vom Gouverneur, dem Wahlverantwortlichen und dem Obersten Gerichtshof in Arizona taten. Und die Wahlleute, die am 6. Januar trotz aller Krawalle Joe Biden als Sieger in Arizona verkünden ließen. Oder auch nicht. Aber selbst dann bliebe Joe Biden Präsident und Donald Trump abgewählt. (Mirko Schmid)

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