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Lebenslauf erfunden: Demokraten fordern Rücktritt von Republikaner George Santos

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Von: Johanna Soll

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George Santos (34), gewählter republikanischer Abgeordneter aus New York City, hat weite Teile seines Lebenslaufs erfunden
George Santos (34), gewählter republikanischer Abgeordneter aus New York City, hat weite Teile seines Lebenslaufs erfunden © Wade Vandervort/AFP

Der republikanische Abgeordnete George Santos hat über weite Teile seines Lebenslaufs gelogen – und gibt dies inzwischen zu. Den Demokraten ist das nicht genug.

New York City/Washington, D.C. – Geschönte Lebensläufe kommen bei Politiker:innen mitunter vor. Doch was sich ein frisch gewählter Abgeordneter der Republikaner in den USA geleistet hat, stellt bisherige Halbwahrheiten in den Schatten. George Santos (34) hat bei den Midterm-Wahlen ein Mandat gewonnen und will ab Januar Teile der New Yorker Stadtbezirke Long Island und Queens im Repräsentantenhaus vertreten. Er hat inzwischen zugegeben, seinen Lebenslauf „ausgeschmückt“ zu haben. Das ist weit untertrieben – tatsächlich scheint der Mann viele entscheidende Angaben frei erfunden zu haben.

Santos hätte ein Aushängeschild der Republikaner werden können, denn der Sohn brasilianischer Eltern, die in die USA eingewandert sind, ist der erste offen schwule Republikaner, der als Nicht-Amtsinhaber ein Abgeordnetenmandat gewinnen konnte. Auch hat der Sympathisant von Ex-US-Präsident Donald Trump den Sitz einem Demokraten abgenommen und so zu dem knappen Midterm-Sieg der Republikaner im Repräsentantenhaus beigetragen. Doch dann kamen die Enthüllungen der New York Times über George Santos’ Lebenslauf – und brachten den Wahlsieger in Erklärungsnot.

George Santos nimmt es mit der Wahrheit im Lebenslauf nicht so genau

Die US-Zeitung hat unter anderem folgende Unwahrheiten und Auffälligkeiten aufgedeckt:

In einem Interview mit dem rechten Boulevardblatt New York Post sagte Santos: „Meine Sünden sind, dass ich meinen Lebenslauf geschönt habe. Es tut mir leid.“ Weiter sagte er: „Ich habe mich im Wahlkampf mit den Sorgen der Menschen auseinandersetzt, nicht mit meinem Lebenslauf. Ich beabsichtige, die Versprechen einzulösen, die ich im Wahlkampf gemacht habe.“ Inzwischen gab der Hochstapler zu: „Ich habe keinen Hochschulabschluss erworben. Es ist mir peinlich und es tut mir leid, dass ich meinen Lebenslauf ausgeschmückt habe.“ „Ich stehe dazu. Wir machen dumme Dinge im Leben“, fügte er hinzu.

Demokraten fordern Vorgehen gegen George Santos

Inzwischen fordern demokratische Abgeordnete Konsequenzen für George Santos’ Lügen und Schritte vonseiten der republikanischen Fraktionsführung. Er habe die Wähler:innen seines Wahlkreises betrogen und solle des Repräsentantenhauses verwiesen werden. Nach dem Bericht der New York Times haben die Demokraten eine Untersuchung der Ethikkommission gefordert. Die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft teilte mit, man „untersuche eine Reihe von Sachverhalten“ hinsichtlich Santos.

Der gewählte Abgeordnete hingegen gibt sich trotzig, was seine Zukunft betrifft – in einem Interview mit dem New Yorker WABC-Radio sagte er: „Ich werde vereidigt. Ich werde mein Amt antreten.“ (Johanna Soll)

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