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Rente

Rentenvorschlag der CDU: Staat soll 4.000 Euro zur Geburt in Fonds einzahlen

  • VonJan Lucas Frenger
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Kai Whittaker von der CDU will künftige Generationen vor der Altersarmut bewahren. Sein Vorschlag: Der Staat sorgt bei Geburt für Startkapital in einem Fonds.

Berlin – Es ist kein Geheimnis: Die gesetzliche Rente in Deutschland steht in den nächsten Jahren vor enormen finanziellen Problemen. Nun legte die CDU in Form von Experte Kai Whittaker jüngst einen Vorschlag zur Verhinderung der Altersarmut in Deutschland vor.

Demnach soll der Staat in Zukunft für ein gewisses Startkapital zum Renteneintritt durch Aktienanlagen sorgen. „Der Staat legt bei Geburt eines Kindes 4000 Euro in einen Staatsfonds an. Das Geld bleibt bis zum Renteneintritt im Staatsfonds, erst dann kann es ausgezahlt werden“, erklärte Kai Whittaker gegenüber dem Nachrichtenportal Spiegel das sogenannte Kinderrentengeld.

Rente in Deutschland: CDU fordert Aktienfonds als Anschubfinanzierung

Whittaker, der maßgeblich am Renten-Entwurf der CDU beteiligt war, forderte bereits im Herbst die Einführung eines zusätzlichen Kapitalfonds zur Erweiterung und Finanzierung der gesetzlichen Rente. Ob der Renten-Entwurf jedoch auch Bestandteil des Wahlprogramms von CSU und CDU für die kommenden Bundestagswahlen 2021 sein wird, sei laut Spiegel derzeit noch unklar.

Allein stünde die Union damit zumindest nicht da. Auch andere Parteien wie Grüne, SPD und FDP machten die Implementierung weiterer kapitalgedeckter Finanzierungsmöglichkeiten in der gesetzlichen Rente jüngst zum Bestandteil ihrer Wahlprogramme – wenn auch in teils unterschiedlichen Formen.

Rentenvorschlag der CDU: Staatlicher Rentenfonds – 200.000 Euro nach 67 Jahren

In manchen Ländern wie Schweden und Norwegen gehören Modelle mit staatlichen Rentenfonds bereits seit einiger Zeit zur Tagesordnung. Hierzulande plädierte unter anderem die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bereits seit Jahren für ein solches Verfahren. Demnach würde der Fonds von einer öffentlich rechtlichen Körperschaft unter dem Dach der gesetzlichen Rentenversicherung oder der Bundesbank verwaltet. Das dort eingezahlte Geld soll dann möglichst breitgefächert am Kapitalmarkt angelegt werden – die Verwaltungskosten würden dabei möglichst gering gehalten.

Die gesetzliche Rente in Deutschland steht vor einem großen Problem – die CDU liefert nun zumindest einen vorläufigen Lösungs-Vorschlag. (Symbolbild)

Nach derzeitigem Renteneintrittsalter wäre das Geld somit insgesamt 67 Jahre am Kapitalmarkt angelegt – bei Betrachtung des deutschen Leitindex der vergangenen 50 Jahre (durchschnittliche Rendite von acht Prozent pro Jahr) plus Einberechnung der Inflation, ergebe das eine reale Durchschnittsrendite von sechs Prozent jährlich. Damit würde sich aus den ursprünglich bei der Geburt eingezahlten 4000 Euro nach der Auszahlung mit dem Renteneintritt ein Betrag von insgesamt 200.000 Euro entwickeln – so rechnete zumindest CDU-Experte Kai Whittaker das Modell vor.

Rente in Deutschland: 900 Euro im Monat gegen Altersarmut – Kosten für Fonds bei 3,2 Milliarden

Hinzu komme laut CDU-Politiker Whittaker zudem eine monatliche Auszahlung von ungefähr 900 Euro – „ungefähr der Betrag, der Altersarmut verhindert“. Die Kosten für den Staat lägen bei diesem Modell ungefähr bei 3,2 Milliarden Euro pro Jahr – eine „vergleichsweise günstige Investition“, findet Whittaker.

Experten rechnen laut Spiegel in den kommenden Jahren jedoch mit einer Senkung des Rentenniveaus, teils höheren Beitragssätzen und wesentlich mehr Steuerzuschüssen. Das wiederum hätte zur Folge, dass das geplante Kinderrentengeld künftig zusätzlich aus Steuergeldern aufgebracht werden müsste, wodurch die ersten Versicherten voraussichtlich erst ab dem Jahr 2090 von dem Modell profitieren würden. Angesichts dieser Prognosen erkennt Kai Whittaker von der CDU: „Die Rente werden wir nur mit vielen kleinen Schritten reformieren können, eine einzige Maßnahme wird sie nicht retten.“ (Jan Lucas Frenger)

Das Thema Rente beschäftigt die deutsche Politik wie kein Zweites. Erst vor Kurzem sorgte ein Vorschlag der Regierungsberater, wonach das Eintrittsalter für die gesetzliche Rente aufgrund der höheren Lebenserwartung auf 68 erhöht werden sollte, für Aufruhr.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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