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Staatliche Aktienrente soll in diesem Jahr starten: Das ist geplant

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Von: Kim Hornickel

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Die Aktienrente soll das Rentensystem in Deutschland entlasten.
Die Aktienrente soll das Rentensystem in Deutschland entlasten. © Arne Dedert/dpa

Die Aktienrente soll das Rentensystem entlasten – die Ampel-Koalition hat sie beschlossen, doch Fachleute warnen auch vor der Rolle der Bundesbank.

Frankfurt – Geht es nach den Plänen des Bundesfinanzministeriums, dann soll die Aktienrente noch in diesem Jahr kommen. Damit würde die Ampel-Koalition ihre bereits im Koalitionsvertrag gesteckten Ziele umsetzen. Mit der Aktienrente soll das Rentensystem in Deutschland um eine kapitalgedeckte Altersvorsorge erweitert werden. Dafür bekommt die Deutsche Rentenversicherung, nach dem Willen der Koalition und allen voran der FDP, 10 Milliarden Euro. Zuständig für das Anlegen der Milliardenbeträge ist dann die Bundesbank.

Im kürzlich vorgestellten Haushaltsentwurf fehlte die Aktienrente jedoch zur Verwunderung vieler Beobachter:innen. Vermutungen wurden laut, dass die Aktienrente aufgrund der durch den Ukraine-Krieg erhöhten Ausgaben für die Bundeswehr und das Entlastungspaket ausgesetzt werde. Das sei „totaler Quatsch“ heißt es dazu aus den Reihen der FDP, berichtet die Tagesschau. Die Aktienrente komme wie geplant. „Unser Wunsch ist, dass die ersten Milliarden Euro noch in diesem Jahr in den Fonds landen“, sagte Finanzstaatssekretär Florian Toncar der Welt am Sonntag.

Aktienrente in Deutschland soll kommen: Kommt ein Beitrag für Versicherte?

In den kommenden Jahren soll die Rentenkasse dann jedes Jahr rund 10 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt erhalten. Das soll die Rente stärken, höhere Renditen erzielt und damit das staatliche System entlasten. Noch ist kein Beitrag der Versicherten geplant, der könnte aber kommen. Wann, ist noch unklar. Bis es so weit ist, fließen die finanziellen Mittel aus Geldern des Bundes und Gewinnen am Kapitalmarkt. Doch schon jetzt wird Kritik an dem Rentenmodell laut.

Experten zweifeln an der Fähigkeit der Bundesbank, mittels der Fonds hohe Renditen zu erwirtschaften. Die Bundesbank betreibt die 2015 beschlossenen Pflegevorsorgefonds, und erreichte damit lediglich eine jährliche Rendite von 2,6 Prozent, berichtet die Tagesschau. Dabei sind der Bank jedoch Grenzen gesetzt. Bislang konnte die nur 20 Prozent der Gelder in Aktien anlegen – 80 Prozent des Fonds werden in festverzinsliche Wertpapiere investiert.

Rente in Deutschland
Einführung:22. Juli 1889
Renten-Arten:Grund-, Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrente
Anzahl der Rentenversicherten insgesamt:25.840.734 (Stand: April 2022)
Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Vorbild ist Norwegen: Aktienrente von 1600 Euro monatlich

Vorbild für die deutsche Renten-Politik sind die skandinavischen Länder, darunter auch Norwegen. Dort spielt der Aktienmarkt bereits eine wichtige Rolle bei der Absicherung der Bevölkerung. Über einen staatlichen Aktienfonds finanziert, erhält jede:r Norweger:in eine garantierte Rente von 1600 Euro monatlich. Rund eine Billion Dollar ist der Fonds schwer, der durch die Einnahmen der Ölwirtschaft gespeist wird und damit die Rente der Bevölkerung sichert.

Kritiker:innen der deutschen Aktienrente sehen einen Erfolg der Rentenabsicherung nur durch nicht-staatliche Fondsverwalter gewährleistet. Die lehnte das Bundesfinanzministerium bisher jedoch ab. Dabei gibt es das Modell bereits, etwa beim staatlichen Atomfonds. Ein Team von 30 Börsen- und Rentenprofis erzielte 2020 ein Anlageergebnis von über acht Prozent, wie die Tagesschau berichtet. (Kim Hornickel)

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