Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Hans-Georg Maaßen (CDU) warb erfolgreich für sich in Suhl. Michael Reichel/dpa
+
Hans-Georg Maaßen (CDU) warb erfolgreich für sich in Suhl. Michael Reichel/dpa

Pol

Reizfigur Maaßen

Ex-Geheimdienstchef tritt für die CDU an

Das Ergebnis ist am Ende deutlicher ausgefallen, als Insider erwartet hatten. 37 von 43 Delegierten der CDU in Südthüringen wählten Hans-Georg Maaßen am Freitagabend in Suhl zu ihrem Direktkandidaten für die Bundestagswahl. Er tritt damit im Wahlkreis 196 an.

Als die Auszählung bekanntgegeben wurde, konnte man den umstrittenen ehemaligen Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz durch die Corona-Maske strahlen sehen. Maaßen triumphierte anschließend auch verbal. „Ich werde Sie nicht enttäuschen“, sagte er. „Ich will den Wahlkampf führen, damit wir gewinnen.“ Der 58-Jährige ist wegen seiner Haltung unter anderem zur Flüchtlingspolitik der Bundesregierung umstritten.

Ralf Liebaug, Vorsitzender des federführenden CDU-Kreisverbandes Schmalkalden-Meiningen, warb für den in Berlin lebenden Gast. Maaßen spreche „eine klare, eine deutliche Sprache, die vielen im politischen Geschäft abhandengekommen ist“, sagte er. Auch sei er zuletzt bei mehreren Besuchen „eingetaucht in die Region“ und grenze sich von Extremisten deutlich ab. Was Liebaug an Maaßen ebenfalls zu schätzen weiß: „Man kennt ihn, und er wird ernst genommen.“ Für all das sei man dankbar.

Diverse politische Stimmen hatten davor gewarnt, Maaßen als Direktkandidaten aufzustellen. Thüringens Ex-Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) mahnte die Parteifreunde: Sie müssten auch an die Folgen denken. Der Vorsitzende der CDU in Thüringen, Christian Hirte, sprach sich gegen Maaßen aus, weil der zu stark polarisiere.

Die nordrhein-westfälische Staatssekretärin für Integration, Serap Güler (CDU), kritisierte ihre Parteikollegen: „An die 37 Parteikollegen in Südthüringen: Ihr habt echt den Knall nicht gehört! Wie kann man so irre sein und die christdemokratischen Werte mal eben über Bord schmeißen? Wer so große Angst vor der AfD hat, hat so vieles längst aufgegeben. Ein bitterer Tag.“

Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner sieht in der Aufstellung Maaßens einen wesentlichen Einschnitt. Maaßen sei ein Türöffner für eine Zusammenarbeit der CDU mit der AfD. Auch die aus Thüringen stammende Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, warnte via Twitter: „Mit #Maaßen öffnet die CDU ihre Türen nach rechts.“

Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, wurde noch deutlicher: „Die Entscheidung Maaßen ist mehr als eine Personalentscheidung“. Mit Blick auf die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum thüringischen Ministerpräsidenten mit Stimmen aus CDU und AfD im Februar 2020 fügte er hinzu: „Es ist nach der unsäglichen Kemmerich-Wahl der erneute Beweis dafür, dass es keine Brandmauer gegen rechts in der Union gibt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare