Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

In Deutschland ist aktuell kein anderer Bundespräsidentschaftskandidat als Joachim Gauck in Sicht, auf den sich die großen Parteien verständigen könnten.
+
In Deutschland ist aktuell kein anderer Bundespräsidentschaftskandidat als Joachim Gauck in Sicht, auf den sich die großen Parteien verständigen könnten.

Bundespräsident

Regierung will Gauck zum Bleiben überreden

  • Thomas Kröter
    VonThomas Kröter
    schließen

Führende Politiker aus CDU und SPD wollen das Staatsoberhaupt dazu bewegen, in der Bundesversammlung im Februar 2017 noch einmal anzutreten. Dabei ist auch eine „italienische Lösung“ im Gespräch.

Der Druck steigt. Wenn führende Politiker aus CDU und SPD in diesen Tagen mit Joachim Gauck sprechen, gibt es vor allem ein Thema: seine Amtszeit. Wie die FR aus Kreisen der großen Koalition erfuhr, versuchen die Regierungsparteien intensiv, das Staatsoberhaupt dazu zu bewegen, in der Bundesversammlung im Februar 2017 noch einmal anzutreten. Dabei ist auch eine „italienische Lösung“ im Gespräch. Als sich die Parteien in Rom in mehreren Wahlgängen nicht auf einen Nachfolger einigen konnten, hatte der damals 87-jährige Präsident Giorgio Napolitano entgegen seiner ursprünglichen Absicht erneut kandidiert. Keine zwei Jahre später trat er zurück.

Auch in Deutschland ist aktuell kein Kandidat in Sicht, auf den sich die großen Parteien verständigen könnten. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte SPD-Chef Sigmar Gabriel eröffnet, dass für die CDU Außenminister Frank-Walter Steinmeier nicht infrage komme. Die SPD würde im Gegenzug keinen Politiker aus der Union wählen. Zu nahe liegt die Entscheidung an der Bundestagswahl im September. Da mag weder Union noch SPD Schwäche zeigen und ihre Basis durch Zugeständnisse an die Konkurrenz demobilisieren. In Bezug auf eine zweite Amtszeit Gaucks erklärten Merkel und SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann beide öffentlich: „Ich würde mich freuen.“

Die Bemühungen, Gauck im Amt zu halten, haben offenbar eine erste Wirkung gezeitigt. Sie lassen den 76-Jährigen schwanken, was er tun soll. Während seiner Reise nach China im März hatte er noch den Eindruck erweckt, er habe sich entschieden: „In ein paar Wochen oder Monaten werde ich es der Öffentlichkeit sagen.“ Ende April sagte er dem Deutschlandfunk: „Der Frühsommer wird es sein.“ Auf die Frage, ob er sich in einem „Prozess des Mit-sich-Ringens“ befinde, antwortete er: „Offenkundig.“ Dieses Hin und Her ergibt nur einen Sinn, wenn der Bundespräsident zunächst entschlossen war, es bei einer Amtszeit zu belassen, nun aber über eine zweite nachdenkt. An ihrem Ende wäre er über 80 Jahre alt.

Offenkundig spürt Gauck die Last seiner Jahre. Man müsse „die physischen und psychischen Kräfte in Rechnung stellen“, sagte er in China. Auf der Reise war zu beobachten, wie seine Ehefrau ihn bei längeren Gängen diskret stützte. Nun versuchen die Koalitionsspitzen Gauck offenbar den Gedanken nahezubringen, dass niemand von ihm verlange, mit dem Plan einer vorzeitigen Aufgabe ins Rennen zu gehen. Man versichert ihm aber, dass keiner ihn kritisieren würde, wenn er feststelle, dass seine Kräfte doch nicht ausreichten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare