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Rechtsextremismus: Reservisten der Bundeswehr sollen Tötung von Migrant:innen geplant haben

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Von: Ares Abasi

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Ermittler haben eine als rechtsextrem eingestufte Wehrsportgruppe aus Soldaten und Reservisten enttarnt.
Ermittler haben eine als rechtsextrem eingestufte Wehrsportgruppe aus Soldaten und Reservisten enttarnt. © Monika Skolimowska/zb/dpa

In Lüneburg sollen Reservisten der Bundeswehr Anschläge auf Migrant:innen geplant haben. Der Anführer soll im Kontakt zum Bundesverteidigungsministerium stehen.

Lüneburg – Eine Wehrsportgruppe soll nach Spiegel-Recherchen geplant haben, Migrant:innen zu töten. Die Lüneburger Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen Bundeswehr-Reservisten. Der Anführer soll in Kontakt zu einem Referenten im Verteidigungsministerium gestanden haben.

Sicherheitsbehörden haben den Verdacht, dass die ehemaligen Fallschirmjäger und Reservisten Migrant:innen töten wollten. Jens G., Oberstleutnant der Reserve, soll die Wehrsportübungen organisiert haben. Neun Männer im Alter von 37 bis 53 Jahren werden beschuldigt, sich einer bewaffneten Gruppe angeschlossen beziehungsweise diese befehligt zu haben. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg ermittelt nun gegen die Beschuldigten. Ein Sprecher sagte dem Spiegel, es bestehe „ein Anfangs­verdacht, dass eine fremdenfeindliche Motivation handlungs­leitend gewesen sein könnte“.

Bundeswehr-Reservisten planten Anschlag: Ermittler:innen hatten schon vorher einen Verdacht

Anfang September hatten Ermittler:innen bereits einen Verdacht und durchsuchten acht Objekte in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Berlin. Es wurden Waffen, Munition und Material sichergestellt. Der Verdacht liegt nahe, dass die Reservisten eine rechtsextreme Einstellung haben, so der Spiegel. Kurz nach den Durchsuchungen erfuhren die Ermittler:innen, dass G. einen engen Kontakt zu einem Referenten im Bundesverteidigungsministerium hatte.

Bei einer routinemäßigen Untersuchung des Referenten Anfang September, habe der Mi­litärische Abschirmdienst (MAD) Hinweise darüber gefunden, dass der frühere Soldat eine rechtsextreme Gesinnung haben könnte. Die Beamten des MAD fanden dann heraus, dass der Referent in Verbindung zu Jens G. stand. Da er in der Abteilung „Strategie und Einsatz“ tätig war, hatte er laut dem Spiegel Zugang zu sensiblen Geheiminforma­tionen, wie etwa über das Kommando Spezialkräfte und verdeckte Ermittler des MAD.

Geplante Anschläge auf Migrant:innen: Referent hatte Zugang zu sensiblen Daten

Nach Angaben des Wehrressorts hat das Ministerium kurz darauf dem ehemaligen Soldaten alle Zugänge zu den sensiblen Daten und seiner Abteilung untersagt. Gleichzeitig überprüfe das MAD, ob durch den Referenten Informationen durchgesickert sein könnten. „Wir gehen jedem einzelnen Fall mit Hochdruck nach, weil Extremisten keinen Platz in der Bundeswehr oder im Ministerium haben“, sagte ein Sprecher von CDU-Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer.

Der Bundeswehrreservist Jens G., mutmaßlicher Anführer der Wehrsportgruppe, postet keine rechtsextremen Inhalte auf Facebook. Der 50-Jährige zeigt sich in den sozialen viel mehr als leidenschaftlicher Militarist. Er hat eine Passion für historische Militärfahrzeuge und Treffen mit Gleichgesinnten. Einige der sichergestellten Waffen scheinen Sammlerstücke zu sein. Es gab bislang keine Festnahmen im Ermittlungsverfahren. Einige der Reservisten besitzen die Erlaubnis, bestimmte Waffen zu führen, so der Spiegel. (Ares Abasi)

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