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Angela Merkel empfängt Wladimir Putin auf Schloss Meseberg bei Berlin.

FPÖ-Hochzeit

Rechte umgarnen Putin - der hat seine Freude dran

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Russlands Präsident ist Gast bei der Hochzeit von Österreichs FPÖ-Außenministerin. Überhaupt ist unter den Rechten in Europa die Sympathie für ihn groß.

Dies ist die Geschichte eines harten Ringens um Interessen – es hat aber irgendwie auch was mit Liebe zu tun.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfängt am Samstag den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Auch wenn sich die beiden im idyllisch gelegenen Schloss Meseberg bei Berlin treffen, geht es hier noch nicht um innige Zugewandtheit. Es dürfte sich eher um ein Gespräch in nüchterner Atmosphäre handeln. Lange sind sich Merkel und Putin eher aus dem Weg gegangen. Jetzt ist es bereits das zweite bilaterale Treffen innerhalb von drei Monaten. In dem Gespräch von Merkel mit Putin in Meseberg sollen „aktuelle außenpolitische Fragen“ im Mittelpunkt stehen, wie Regierungssprecher Steffen Seibert mitteilte.

Die AfD und ihr russlandfreundlicher Kurs

Um die Liebe geht es aber womöglich vorher an dem Samstag. Österreichs Außenministerin Karin Kneissl heiratet an dem Tag – und noch bevor er um 18 Uhr Merkel trifft, wird Putin bei der Hochzeit zu Gast sein. Zur Feier in der Steiermark sollen auch der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) eingeladen sein. Kneissl ist parteilos, sie wurde von der rechtspopulistischen FPÖ für das Ministeramt vorgeschlagen.

So geht es zurzeit zu in Europa. Rechte Parteien umgarnen Putin – und der hat seine Freude daran. Die AfD hat einen konsequent russlandfreundlichen Kurs eingeschlagen, seit der Transatlantiker Bernd Lucke vor drei Jahren als Parteichef gestürzt wurde. Der französische Front National feierte Putins Wiederwahl im Mai mit den Worten, dessen Erfolg bestätige „die Stabilität und die demokratische Verankerung Russlands“.

Die FPÖ hat im Jahr 2016 sogar einen Kooperationsvertrag mit der Kreml-Partei „Einiges Russland“ unterzeichnet – mit dem Ziel der „Erziehung der jungen Generation im Geiste von Patriotismus und Arbeitsfreude“. Insgesamt gibt es bei den rechten Parteien eine gewisse Faszination und auch Sympathie für das Modell Putin, der sich nationalistisch gebärdet.

Eine Hochzeitseinladung mag Privatsache sein – in Sachen Putin ist das Persönliche aber auch politisch. Österreich hat gerade die EU-Ratspräsidentschaft inne. Aus Kiew gibt es jedenfalls bereits Kritik. „Von nun an kann Österreich kein Vermittler in der Ukraine mehr sein“, schrieb die fraktionslose Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses im Kiewer Parlament, Hanna Hopko, auf Twitter.

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