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Recep Tayyip Erdogan will keine VW-Dienstwagen mehr in der Türkei.
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Recep Tayyip Erdogan will keine VW-Dienstwagen mehr in der Türkei.

VW

Keine Investition in die Türkei: Erdogan boykottiert Volkswagen

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
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Die türkische Regierung will bei ihren Dienstwagen nicht länger auf VW setzen. Der Grund: ein nicht in der Türkei entstandenes Volkswagen-Werk.

  • Die türkische Regierung unter Recep Tayyip Erdogan will VW-Dienstwagen ausmustern.
  • Die Türkei reagiert damit auf eine Investitionsentscheidung von Volkswagen, wie Beobachter vermuten.
  • Alle News zu Recep Tayyip Erdogan im Überblick auf unserer Themenseite.

Ankara – Einem Bericht der regierungskritischen türkischen Tageszeitung „Sözcü“ zufolge soll das türkische Präsidialamt die Ministerien und Behörden in einem Rundschreiben angewiesen haben, VW-Wagen als Dienstwagen auszumustern. Beobachter schätzen den Schritt als Reaktion seitens des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan auf die Entscheidung von VW, nicht in der Türkei zu investieren. 

Recep Tayyip Erdogan: VW boykottiert – Keine Werksgründung in der Türkei

VW plante zunächst, in der Nähe der türkischen Stadt Manisa ein Werk für die VW-Modelle Passat und Skoda Superb zu errichten. Die Investitionskosten hätten sich auf rund eine Milliarde Euro belaufen. Das Werk hätte über 4000 Arbeitsplätze geschaffen, die Fertigungskapazität sollte bei 300.000 Fahrzeugen im Jahr liegen. 

Die Pläne von VW waren in Deutschland wegen demokratischer Defizite in der Türkei umstritten. Den ausschlaggebenden Punkt gab die Türkei, als sie eine Militäroperation in Syrien im Oktober 2019 startete. Der Schritt wurde international stark kritisiert, gar als „Invasion“ bezeichnet. Volkswagen vertagte die Entscheidung über eine Investition in der Türkei daraufhin. 2020 wurde das Vorhaben endgültig gekippt, wobei die Corona-Pandemie als ausschlaggebender Faktor genannt wurde. So hieß es von Volkswagen, dass „der Aufbau zusätzlicher Kapazitäten“ aus „heutiger Sicht nicht notwendig“ sei. 

VW: Autohersteller soll Aktionäre in der Türkei „getäuscht“ haben

Der türkische Wirtschaftsminister Mustafa Varank reagierte empört. „Wir wussten, dass einige Leute diese Investition in der Türkei politisch nicht wollten“, sagte er. „Wenn ein Unternehmen an der Börse ist, dann ist es ein Betrug am Investor, wenn Entscheidungen aufgrund politischen Drucks getroffen werden“. VW solle damit seine Aktionäre getäuscht haben. 

In der Vergangenheit war der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan persönlich in die Verhandlungen über den Bau des VW-Werkes involviert. Mit dem Boykott von Volkswagen verliert der deutsche Konzern ein lukratives Geschäft. Immerhin unterhält die türkische Regierung eine Dienstwagenflotte von über 115.000 Fahrzeugen. (Marvin Ziegele)

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