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Erdogan als Schlichter im Ukraine-Konflikt: „Wollen niemals Krieg“

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Von: Marvin Ziegele

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Recep Tayyip Erdogan hält eine Rede in Anwesenheit des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelenskyy beim ukrainisch-türkischen Wirtschaftsforum in Kiew im Jahr 2020.
Recep Tayyip Erdogan hält eine Rede in Anwesenheit des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelenskyy beim ukrainisch-türkischen Wirtschaftsforum in Kiew im Jahr 2020. © Ovsyannikova Yulia/imago

Inmitten der Zuspitzung des Ukraine-Konflikts will der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in Kiew vermitteln. 

Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wird in Kiew erwartet. Erdogan will inmitten des Ukraine-Konflikts zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine beitragen, berichtet das Nachrichtenportal Hürriyet. In der Vergangenheit hatte die Türkei wiederholt angeboten, zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln.

Nun wird der Präsident der Türkei am 3. Februar 2022 nach Kiew reisen, um dort von Präsident Wolodymyr Zelenski empfangen zu werden. Anschließend wollen die beiden Länderchefs über strategische Zusammenarbeit diskutieren. An dem Treffen sollen auch hochrangige Beamte und Minister beider Länder teilnehmen.

Recep Tayyip Erdogan: „Wir wollen niemals einen Krieg“

Am 1. Februar erklärte Recep Tayyip Erdogan in der türkischen Stadt Trabzon, dass die Türkei eine Lösung des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine herbeisehne. „Wir wollen niemals einen Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Das wäre keine gute Entwicklung für die Region“, erklärte Erdoğan. Die Türkei als NATO-Mitglied werde einen solchen Krieg niemals akzeptieren, sagte er und brachte seinen Wunsch nach einer friedlichen Lösung des Konflikts zwischen den beiden Ländern zum Ausdruck.

Die Türkei unterhält gute Beziehungen zu beiden Ländern. „Unsere Beziehungen zu Russland im Bereich der strategischen Güter haben ebenfalls ein gutes Niveau erreicht. Das wichtigste unter ihnen betrifft [die Lieferung] von Erdgas. Unsere Beziehungen im Bereich Erdgas sind sehr gut“, sagte Erdogan.

Erdogan in Kiew: Freihandelsabkommen zwischen Ukraine und Türkei erwartet

Außerdem wird erwartet, dass die Türkei und die Ukraine ein Freihandelsabkommen zum Ausbau der wirtschaftlichen Beziehung der beiden Länder unterzeichnen wird. „Wir bieten Garantien für die finanzielle Stabilität unseres Landes. Wir bereiten uns darauf vor, ein starkes wirtschaftliches Signal zu senden - in diesen zwei Tagen das Freihandelsabkommen mit der Türkei zu unterzeichnen. Unsere Gruppen arbeiten daran, und ich bin sicher, dass wir uns in allen Punkten einigen werden“, sagte Zelensky.“

Die Türkei ist seit dem Jahr 1952 Mitglied der Nato. Seit einer Verschärfung der Land- und Luftoperationen unter Recep Tayyip Erdogan, vor allem in Syrien, ist das Verhältnis zwischen Nato und Türkei jedoch zerrüttet. Darüber hinaus pflegt der türkische Präsident eine gute Beziehung zu Wladimir Putin – der in den kommenden Wochen auch in Ankara erwartet wird. (marv)

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