Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Icons von sozialen Medien auf einem Smartphone. Seit Oktober 2020 besitzt die Türkei ein neues Gesetz über soziale Medien.
+
Icons von sozialen Medien auf einem Smartphone. Seit Oktober 2020 besitzt die Türkei ein neues Gesetz über soziale Medien.

Nachrichtendienste

Türkei: Erdogan gegen WhatsApp – eigener Messenger für „leichtere Überwachung“

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
    schließen

In der Türkei wechseln Hunderttausende von Whatsapp auf den hauseigenen Dienst „BiP“ um. Grund ist eine umstrittene Datenschutzrichtlinie.

  • Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich von WhatsApp abgewandt.
  • Der Grund dafür ist die umstrittene neue Datenschutzrichtlinie des Messengers.
  • Ein aus der Türkei stammender Messenger kann Erdogans Landsleute überzeugen. Alle News zu Recep Tayyip Erdogan.

Ankara – Vor kurzer Zeit hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan angekündigt, künftig auf den Messenger-Dienst WhatsApp verzichten zu wollen. Er rief auch alle Türken dazu auf. Grund dafür ist die neue, umstrittene Datenschutzrichtlinie des Messengers. Als Alternative soll künftig die aus der Türkei stammende App „BiP“, die zum Mobilfunkanbieter Turkcell gehört, dienen. 

Recep Tayyip Erdogan: Türken folgen dem Aufruf des Präsidenten

Und tatsächlich scheinen Recep Tayyip Erdogans Landsleute dem Aufruf ihres Präsidenten zu folgen. Insgesamt wurde die App „BiP“ bereits mehr als zehn Millionen Mal heruntergeladen, wie der „Spiegel“ berichtet. Auch in Bahrain, Saudi-Arabien und Pakistan soll sich der Messenger-Dienst zunehmender Beliebtheit erfreuen. Regierungskritiker fürchten jedoch, dass „BiP“ es der türkischen Regierung wesentlich einfacher machen werde, Nutzer:innen zu überwachen. 

Das WhatsApp-Update ist kontrovers und umstritten. Der Messenger-Dienst zwingt seine Nutzer:innen dazu, die neuen Datenschutzrichtlinien zu akzeptieren. In dem Update heißt es: „WhatsApp aktualisiert seine Nutzungsbedingungen und seine Datenschutzrichtlinie. Wesentliche Updates sind unter anderem mehr Informationen zu Folgendem: WhatsApp Service und wie wir deine Daten verarbeiten“. Darüber hinaus heißt es: „Wie Unternehmen mit von Facebook gehosteten Services ihre WhatsApp Chats speichern und verwalten können.“

Kritiker über türkische App „BiP“: Überwachung durch die Regierung?

„Die türkische App hat keine Vorteile gegenüber ausländischen Diensten“, wie Internetexperte Yaman Akdeniz dem „Spiegel“ sagte. Dass landesinterne Messenger-Dienste sicherer seien, sei ein Mythos, so der Experte. Im Gegenteil: durch ein eigenes Produkt könnte es für Regierungsbehörden unter Recep Tayyip Erdogan wesentlich leichter sein, Daten von Nutzer:innen in der Türkei abzurufen. „Die türkischen Behörden möchten offensichtlich einfach und zentral auf die Nutzerdaten zugreifen können“, so Akdeniz. Je mehr Nutzer:innen es gäbe, desto besser für die Erdogan-Regierung. 

Gleichzeitig kritisierte Akdeniz das neue Gesetz zur Handhabung von sozialen Medien in der Türkei, das seit dem 01. Oktober 2020 gilt. Das Gesetz verpflichtet soziale Netzwerke wie Facebook dazu, Personen innerhalb der Türkei zu bestimmen, die nach juristischen Beschlüssen Inhalte von der Plattform löschen. Bei einer Nichtbefolgung drohen empfindliche Geldstrafen und Werbeverbote.  (Marvin Ziegele)

Transparenzhinweis: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass die Bürger der EU und Großbritanniens mit dem Aushandeln einer Klausel die Zustimmung der neuen Datenschutzrichtlinie umgehen können. Das ist nicht korrekt. Den neuen Nutzungsbedingungen von WhatsApp muss in jedem Fall zugestimmt werden. Allerdings weichen die Richtlinien der neuen Datenschutzbestimmung innerhalb der EU und Großbritannien etwas ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare